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Leselupe.de > Ungereimtes
Geheimnis
Eingestellt am 12. 11. 2011 15:40


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Vera-Lena
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Geheimnis

Der wei├če Mondengel
schwebt ├╝ber den Tannenspitzen.

Erinnerungen entstr├Âmen
seinen Fl├╝geln,

purzeln unsortiert
in das silbern funkelnde Gras.

Alleen und Gassen
waren mir bestimmt

auch Dickicht und Gestr├╝pp,
T├╝ren und hohe Tore sogar.

In Allem aber war
dein Geleit.

Meine Hand sucht die deine,
jenseitige,

ertastet dich im Mondensilber
in deiner Durchsichtigkeit.

Herzensk├╝sse
tauschen wir jetzt noch,

gleicherma├čen unsichtbar,
wie sie f├╝hlbar sind.

Hitze erzeugen sie pl├Âtzlich.
Feurig zergeht das Mondlicht.






__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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AchterZwerg
Guest
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Hallo Vera-Lena,
ich habe schon einiges von dir gelesen und sch├Ątze dich als versierte und interessante Autorin.
In diesem Werk hast du (nach meinem Geschmack), ein wenig zu dick aufgetragen. - Zwar ist mir klar, dass Gottesliebe ein anderes Ausma├č hat als die Liebe zu den Menschen, gleichwohl bin ich mir nicht sicher, ob daf├╝r nicht eher Andeutendes in der Darstellung geeignet w├Ąre.
Wenn du erlaubst, nehme ich einige Verdichtungen vor, die du bei Missfallen ja nicht zu ber├╝cksichtigen brauchst.

quote:
Der wei├če Mondengel
schwebt ├╝ber den Tannenspitzen.
Erinnerungen entstr├Âmen
seinen Fl├╝geln,
purzeln unsortiert
in das silbern funkelnde Gras.

Alleen und Gassen
waren mir bestimmt
auch Dickicht und Gestr├╝pp,
T├╝ren und hohe Tore sogar.

In Allem aber war
dein Geleit.
Hier erfolgt eine starke Z├Ąsur (ggfs. k├Ânntest du sogar so enden)
quote:
Meine Hand sucht die deine,
jenseitige,
ertastet dich im Mondensilber
in deiner Durchsichtigkeit.
Das Mondensilber ist in meinen Augen redundant und auch schon stark belegt ...
quote:
Herzensk├╝sse
tauschen wir jetzt noch,
gleicherma├čen unsichtbar,
wie sie f├╝hlbar sind.

Feurig zergeht das Mondlicht.
Also bei den Herzensk├╝ssen, liebe Vera-Lena, muss ich komplett passen. Das ist mir einfach zu heftig.
Warum du dein Gedicht in Zweizeiler aufteilst, erschlie├čt sich mir nicht ganz. Als Zeichen der Verbundenheit?
Mein Vorschlag l├Ąse sich insgesamt so:
quote:
Der wei├če Mondengel
schwebt ├╝ber den Tannenspitzen
Erinnerungen entstr├Âmen
seinen Fl├╝geln
purzeln unsortiert
in das silbern funkelnde Gras

Alleen und Gassen
waren mir bestimmt
auch Dickicht und Gestr├╝pp
T├╝ren und hohe Tore sogar

In Allem aber war
dein Geleit

Meine Hand sucht die deine
ertastet dich
in deiner Durchsichtigkeit

Feurig zerflie├čt das Licht
Vielleicht kannst du das ein oder andere brauchen? -
In einer anderen Lesart erkenne ich ├╝brigens das Zwiegespr├Ąch mit einem j├╝ngst Verstorbenen. Aber auch da gefiele mir ein bisschen Schlichtheit besser.
Nicht verstimmt sein,
der 8.


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Vera-Lena
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Lieber 8. Zwerg,

Dein zweiter Gedanke, was die Interpretation betrifft, ist der von mir beabsichtigte. Das LyrDu ist ein verstorbener Mensch.

Von Gott w├╝rde ich nie behaupten, dass Er durchsichtig sei. Solange wir im irdischen K├Ârper sind, k├Ânnen wir Ihn bildhaft ├╝berhaupt nicht wahrnehmen. Das kann man schon bei Moses nachlesen, als er die 10 Gebote erhielt.

Auch kann man mit der Gottheit keine "Herzensk├╝sse" austauschen. Ich w├╝rde mir bei einer derartigen Behauptung sehr arrogant vorkommen.

Nein, nein, es ist ein Erleben mit einem Verstorbenen. Und hier kann man sich leider nicht mehr auf den Mund k├╝ssen, sondern da findet etwas "Geistiges" statt und das Herz ist nun einmal der Ort, in welchem unsere Empfindungen angesiedelt sind und "verwaltet" werden, das hei├čt, wir k├╝ssen nat├╝rlich nicht empfindungslos und auch nicht jeden Menschen.

Gerade das "Jenseitige" schien mir ausreichend, um deutlich zu machen, dass sich da, ein dem Lyri vertrauter Mensch im Jenseits befindet.

Deine Version gef├Ąllt mir auch sehr gut. Warum aber das Licht "feurig zerflie├čt" wird hier f├╝r mich nicht deutlich.

Vielleicht k├Ânntest Du bei Deinen ├ťberlegungen auch den Titel noch mit einbeziehen.

Hier wird von einem "Geheimnis" gesprochen, n├Ąmlich davon, dass das Mondlicht ganz pl├Âtzlich sich in einem Feuer aufgel├Âst hat.

In dem Text wird dieses Geheimnis gel├╝ftet.
Im Vordergrund steht allerdings die Verbundenheit der Beiden auch nach dem Tode des Einen.

Die Zweizeiler habe ich gew├Ąhlt, weil sie den Inhalt leichter erschlie├čen und weil sie den Rhythmus, in dem ich mir diesen Text gerne laut gelesen w├╝nsche, klar verdeutlichen.

Danke f├╝r Deine liebevolle M├╝he um diesen Text!

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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Vera-Lena
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Liebe Marie-Luise,

das freut mich, dass Dir der Text inhaltlich zusagt.

Das "Herz" ist hier nicht als k├Ârperliches Organ gemeint, sondern als ein Zentrum, in welchem sich die Gef├╝hswelt befindet. Derartige Zentren befinden sich in der Seele. Unsere F├Ąhigkeit, etwas zu empfinden, nehmen wir ja ins Jenseits mit.

Dass Dir der komprimierte Text, so wie der 8. Zwerg ihn vorschl├Ągt, besser gef├Ąllt, kann ich gut verstehen.

├ťbernehmen kann ich ihn aber nicht, es w├Ąre nicht mehr mein Gedicht.

Es geht ja hier um zwei Dinge. 1. um die Erinnerungen; und da f├Ąllt einem nicht alles auf einmal ein, sondern eins nach dem anderen.

Und zweitens geht es in geradezu ├╝berw├Ąltigender Weise (also so empfinde ich es nun einmal) um die N├Ąhe, die zwischen dem auf der Erde Zur├╝ckgebliebenen und dem ins Jenseits Gegangenen immer noch besteht.

Ich habe mir lange ├╝berlegt, ob der Mond nicht zu h├Ąufig vorkommt, aber dann hatte ich ihn als die verbindende Klammer gesehen, die den Text zusammenh├Ąlt.

Nun ja, wie soll man ein solches seelisches positives Ersch├╝ttertsein formulieren?

Vielleicht f├Ąllt mir zu dem Thema ein anderes Mal etwas ein, was Dir auch formal besser zusagt, wer wei├č? Ich hoffe es jedenfalls.

Eigentlich kann man ja gar nicht aufh├Âren zu reden von dem, was man liebt oder wen man liebt und so wird das Thema ganz gewiss irgendwann wieder auftauchen.

Danke f├╝r Deinen Kommentar!
Dir einen sch├Ânen, sonnigen Sonntag!

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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Lieber Oliver,

seit einigen Monaten steht ein Band in meinem B├╝cherschrank mit s├Ąmtlichen Gedichten von Rose Ausl├Ąnder. Ich hatte ihn bisher aber kaum aufgeschlagen. Durch Deinen Vergleich habe ich nun aber doch etliche Zeit damit zugebracht.

Sie ist so bedeutend! Sie versteht es so ganz nebenbei Metaphern in ihre Texte einzuweben, Vieles, Vieles kann ich von ihr lernen. Ihre Zeilen sind immer voller ├ťberraschungen.

Beispielsweise, dass "Fische in den Augen von Menschen schwimmen" k├Ânnten, darauf w├Ąre ich nie gekommen. Bei ihr klingt das geradezu allt├Ąglich, ist aber trotzdem ├╝berraschend.

Danke, dass Du mich auf sie hingewiesen hast.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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