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Leselupe.de > Kurzprosa
Geiziger Einkauf
Eingestellt am 21. 08. 2005 10:28


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rabi
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Registriert: Nov 2001

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Geizig war er schon immer - und geldbesessen. Schon als Kind konnte er sich ├╝ber die Zinsgutschrift am Jahresende mehr freuen als ├╝ber die Spielsachen unter dem Weihnachtsbaum. Ein Dollar, der einmal in seine H├Ąnde geriet, klebte darin fest wie eine Tapete an der Wand.

Inzwischen war er Mitte Drei├čig und hatte es als kleiner Angestellter bereits zu einem betr├Ąchtlichen Verm├Âgen gebracht, wobei er sich nach au├čen hin eher sch├Ąbig gab: Die abgewetzten Schuhe, die Hose aus der Lehrlingszeit und die zerrissene Aktentasche, die noch bis zur Rente halten sollte, lie├čen eher auf einen Sozialhilfeempf├Ąnger als auf einen Million├Ąr schlie├čen.

Doch heute wollte er es wissen. Mit einer F├╝nfzig-Dollar-Note in der Geldb├Ârse betrat er den Laden. Er hatte sich fest vorgenommen, nicht eher hinaus zu gehen, als bis er den Schein losgeworden war, egal wof├╝r. All die konsumfreudigen Menschen um ihn herum, all die Leute, die immer nur am Jammern waren, dass sie mit ihrem Geld nicht auskommen w├╝rden, die konnten sich doch nicht alle irren. Also wollte er es auch einmal ausprobieren, wie das so ist: Geld auszugeben f├╝r Dinge, die man eigentlich gar nicht braucht.

Er sah schon die Dollarzeichen in den Augen des Verk├Ąufers, diesen geldgierigen Blick, den Verk├Ąufer so an sich haben, wohlwissend, dass sie ihre Waren zu einem Vielfachen des Einkaufspreises anbieten. Und er wusste, dass all die Sachen hier niemals das wert waren, wof├╝r sie angeboten wurden.

Und dennoch war er fest entschlossen, heute ÔÇô nur heute ÔÇô diesem Verk├Ąufer eine Freude zu machen: Ihm einfach seinen F├╝nfzig-Dollar-Schein zu geben, als Gegenwert f├╝r ...

Ja, f├╝r was denn? Er schaute sich in den Regalen um. Eine Tasse aus Porzellan? Nein, wof├╝r? Seine Plastiktassen zu Hause waren doch noch gut. Oder eine Kristallvase? Auch nicht gut. Er hatte doch schon mehrere Vasen. Nein, so etwas brauchte er nicht. Oder sollte er eine Tischdecke nehmen oder eine Schale oder ...

Er griff in die Hosentasche. F├╝hlte sein Portemonnaie mit der F├╝nfzig-Dollar-Note darin. Wie hart hatte er gearbeitet f├╝r diese f├╝nfzig Dollar, wie risikoreich daf├╝r spekuliert! Und nun sollte er sie weggeben f├╝r eine Vase, eine Tischdecke oder eine Tasse?! Und dennoch ÔÇô er hatte sich ja fest vorgenommen, heute den Laden nicht wieder mit dem Schein in der Tasche zu verlassen.

Er ging auf die Kasse zu, zog die B├Ârse aus der Tasche und hielt dem Verk├Ąufer den Schein entgegen. ÔÇ×Ich m├Âchte f├╝nf Zehn-Dollar-Noten.ÔÇť

__________________
rabi

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

ha ha, das ist dann doch noch lustig (obwohl sicher alt
wie methusalem).
bedienst du das klischee des geizigen juden?

ein nettes anekd├Âtchen. gerade noch readers digest tauglich.
lesbar.

bon.

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