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Leselupe.de > Ungereimtes
Gelbe Blätter (gelöscht)
Eingestellt am 10. 11. 2004 14:34


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Walther
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Der Text wurde vom Autor gelöscht.
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Walther
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mako
Guest
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Hallo Walther,

ob die Kirsche wirklich vom Frühling träumt?

Ein Haiku gibt einen Augenblick wieder, unmommentiert. Die Personifizierung" der Kirsche finde ich daher nicht gelungen.


Die gelben Blätter
An den Ästen der Kirsche -
vom Frühling träumen

wäre eine Variante, wobei der dritten Zeile noch der Kick fehlt, den Leser mitzuehmen...eigentlich ist alles gesagt, es macht noch nicht Lust weiter über dieses Haiku nachzudenken.

Die zweite Zeile macht den Eindruck auf 7 Silben "getrimmt" zu sein (nur meine Interpretation), denn wo sollen die Blätter am Kirschbaum sonst wachsen, wenn nicht an den Ästen. Hier wäre es besser, zugunsten des Inhaltes ruhig weniger Silben zu nehmen, was bei Haiku durchaus legitim ist (siehe u.a. Hier klicken

Eine entsprechende Variante könnte vielleicht so aussehen:

das gelbe Blatt
am Kirschbaum
flattert davon

Nur meine Meinung.

Lieben Gruß

Mako

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Thomas Groß
???
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Hallo Walther,

vielleicht solltest Du die Intention Deines Haiku verändern?

mein Vorschlag wäre- tausche Zeile 2 mit 3


gelbe Blätter
träumen vom fernen Frühling-

still ruht der Kirschbaum



viele Grüße
von
Thomas

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Walther
Routinierter Autor
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Guten Tag, ihr lieben Haijin,

es ist immer interessant, manchen Beitrag in mehr als ein Forum einzustellen. Die Kommentare sind durchaus unterschiedlich.

Hier dazu die Debatte in Haiku.de: Hier klicken

Sie zeigt u.a., daß selbst alte Meister die "Vermenschlichung" der Natur, also die Projektion des inneren Zustands auf ein äußeres Erleben, kennen. Wichtig ist, daß dieser innere Zustand transzendiert wird. Ebenso ist die moderne Haiku-Literatur durchaus der Auffassung, daß ein solches Haiku zulässig ist.

Letztlich ist das Haiku, das Umsetzen eines Bildes, selbst eine Projektion, die nur mit dem Leser selbst funktioniert. Daher ist es immer scharf an der Grenze der Banalität angesiedelt. Und, man entschuldige meine Anmerkung hier, die beiden Vorschläge sind bei Weitem banaler - und damit "flacher" - als mein Posting.

Zum Wesen das Haiku gehört es in der Tat, so etwas wie Esprit und Überzeitlichkeit zu enthalten. Daß das Haiku nicht kommentiert, ist selbstredend. Die Projektion von innen nach außen, hier die Tatsache, daß Herbst und Winter immer auf einen Frühling vorbereiten, ist auch kein Kommentar, die er in westlich geprägten Gedichtformen und in unserer Lyriktradition bekannt und üblich ist.

Haiku sind früher (fast immer) von einer Tuschezeichnung begleitet worden. Daher sind sie Wortbilder im wahrsten Sinne des Wortes.

Schließlich ist die Frage der Form 5-7-5 wohl eine persönliche. Ich empfinde mich in meiner Entwicklung noch nicht weit und sicher genug fortgeschritten, die Form selbst zur Disposition zu stellen, sie quasi zu überwinden. Das mögen andere Haijin aus sich heraus anders sehen.

Vielen herzlichen Dank für die Hinweise.

Liebe Grüße und einen schönen Herbsttag wünscht Euch und allen Leselupenden

der W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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mako
Guest
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Hallo Walther,

mit der Kommentierung gebe ich dir teilweise recht. Aber du projizierst in den Baum deine Gedanken, die du beim Anblick der gelben Blätter empfindest. Damit bist du als Schreiber viel zu sehr vordergründig und nimmst mir als Leser die Lust auf meine eigenen Gedanken. Das meinte ich mit "kommentieren".

Sicher ist Personifizierung im deutschsprachigen Haiku zulässig und inzwischen anerkannt, doch nicht immer ist es auch gelungen.

Sorry, aber "banal" und "flach" gebe ich daher gerne zurück.

Es ist nur eine Meinung, mein Empfinden. Wie gesagt andere sehen es anders.

Lieben Gruß

Mako

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Walther
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Guten Tag, liebe/r Mako,

keine Angst, Meinungen über Literatur, insbes. über Dichtung, muß man immer respektieren. Nichts ist so persönlich wie das Schreiben und Lesen eine Gedichts. Und das Haiku, die kürzeste Gedichtform, ist ganz besonders "persönlich".

Daher ist Deine Ansicht wichtig und daher immer "richtig". Schließlich bist Du hier der Leser und ich der Schreiber. Dennoch sei es gestattet, diesen bewußt grenzwertigen Beitrag einzutragen, um eine Debatte wie diese "vom Zaun zu brechen". Denn nur in der Debatte, im Austausch um einen Beitrag kann man lernen.

Daher nochmals meinen Dank für Deine Kommentare. Es ist schön, mit anderen sich reiben zu können. Denn nur aus den Funken der Reibung wird etwas Neues.

Liebe Grüße

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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