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Leselupe.de > Erzählungen
Geld oder Liebe
Eingestellt am 18. 06. 2003 01:53


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Inga Rothe
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Mar 2003

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Es war einmal ein reiches Mädchen aus dem Morgenland, das nie zufrieden war. Eines Tages hatte der Vater genug von ihr, denn nichts war ihr gut genug.
"Soll sie doch ihren Mann etwas vorjammern, mir reicht es!" sagte er zu seiner Frau.
Er gab ihr zu Ehren ein Geburtstagsfest, als sie 18 Jahre alt wurde.
Damit sie sich einen Mann aussuchen konnte, lud er die vornehmsten Junggesellen ein, die das Land zu bieten hatte.
Nat√ľrlich wurde das M√§dchen von jedem der Herren reichlich beschenkt. Sie aber zuckte nur mit den Schultern und deutete auf einem Tisch, auf dem die Geschenke gelegt werden sollten.

Unter ihnen war auch Afrath, der Sohn eines reichen Vaters.
Er stand auch vor ihr und sah sie an, denn Ompti war zu einer wunderschönen, jungen Frau herangewachsen.
"Was wollt ihr mir schenken?" fragte sie gelangweilt, "egal, legt es auf dem Tisch."
Afrath schaute sie immer noch an, er wußte, sie ist die Frau seines Lebens, er liebte sie schon seit seiner Kindheit. Sie aber bemerkte ihn gar nicht.
"Nun, was ist? Ihr haltet die Anderen auf!"
"Ich möchte euch etwas schenken, was ich nicht einfach so auf dem Tisch legen kann." sagte Afrath.
Nun wurde sie doch neugierig und bat ihn zu warten, da er ihr sein Geschenk erst geben wollte, wenn sie ihm zuh√∂ren w√ľrde.

Endlich konnte sie sich Afrath zuwenden und wollte nun ganz schnell wissen, war er f√ľr sie hatte.
"Sag mal, kenne ich dich nicht irgendwo her?" fragte sie ihn, als sie sein ebenmäßiges Gesicht betrachtete.
"Ja, ich bin Afrath, der Sohn von Aliath. Ich habe hier in der Nähe gewohnt." erwiderte er.
Jetzt fiel es ihr wieder ein, er war damals schon der sch√∂nste Junge, den sie jemals gesehen hatte. Seine gr√ľnen Augen konnte keiner widerstehen.
"Warum habe ich dich solange nicht gesehen?" fragte sie.
"Weil ich in Kairo studierte und nur manchmal hier zu Besuch bin. Also erinnerst du dich an mich?"
Ompti sp√ľrte, das sie err√∂tete und wechselte schnell das Thema.
"Also was möchtest du mir schenken?" warf sie ein.
"Ich schenke dir, was man nur einmal verschenken kann, weil man nur eins hat."
"Hm, √ľberlegte Ompti, nun sag schon, ist es angefertigter Schmuck?"
"Nein, es ist mein Herz, das nur noch f√ľr dich schl√§gt. Ich wollte dich immer schon fragen, m√∂chtest du meine Frau werden?"
Sie stand da, konnte kein Wort sagen, denn damit hatte sie nicht gerechnet.
"Lass dir mit der Antwort ruhig Zeit, Liebste, ich kann warten."

Ompti konnte die ganze Nacht nicht schlafen und am n√§chsten Morgen erz√§hlte sie am Fr√ľhst√ľckstisch, was geschehen war.
"Und, liebst du ihn auch?" fragte die Mutter.
"Das kommt schon noch, sei ruhig Frau!" meinte der Vater barsch.
"Der Aliath ist sehr reich und hat viele G√ľter, sie wird es sicher gut haben. Also Kind, sag zu."
Sagte er in einem Befehlston, so dass Ompti nichts mehr darauf sagen konnte.

Es wurde eine herrliche Hochzeit gefeiert. Das ganze Dorf wurde eingeladen und Afrath war der gl√ľcklichste Mann im ganzen Land.

Sein Vater schenkte ihm ein herrliches Haus und eigentlich k√∂nnten sie gl√ľcklich sein.
Aber Ompti war es nicht. Sie jammerte immer noch. Sie bekam nun keine teuren Kleider mehr, keine Hilfe im Haushalt, sie musste alles alleine tun.
"Ach Afrath, du bist kein guter Mann, du lässt mich arbeiten, mich, deine Frau! Schau dir einmal meine Hände an, sie sind ganz rauh!"
"Meine Liebste, bald geht es uns auch besser, dann bekommst du eine Hilfe. Jetzt aber m√ľssen wir sparen, denn all meine Ersparnisse habe ich f√ľr die M√∂bel und das Hochzeitsfest ausgegeben. Du wei√üt, ich bin gerade erst in meinem Beruf angefangen." entgegnete er traurig.
Er dachte, die Liebe zueinander w√ľrde reichen um diese mageren Jahre zu √ľberstehen.
"Dann frage doch deinen Vater, ob der uns helfen kann." jammerte Ompti weiter.
"Nein! Niemals!" rief Afrath, "das lässt mein Stolz nicht zu!"
"Dann frage ich meinen Vater, der gibt uns bestimmt etwas." erwiderte sie.
Afrath wurde richtig böse und meinte: "Wir haben genug zu essen, was willst du mehr? Was soll dein Vater geben, was ich dir nicht schon gegeben habe?"
"Ich brauche neue Kleider, neue Töpfe und noch vieles mehr." jammerte sie.

Als das Jammern nicht mehr half, drohte sie Afrath damit, sein Haus zu verlassen.
Eines Tages hatte Afrath genug von ihrer Jammerei.
"Packe deine Sachen und gehe, wenn dir unsere Liebe nichts bedeutet." sagte er und verließ das Haus.
Ompti wurde w√ľtend, weil ihre Drohungen nicht fruchteten. Zornig packte sie alles ein, auch Geschenke, die sie ihren Mann gemacht hatte.

Afrath ging es sehr schlecht, er konnte nichts mehr essen nahm ab, und wollte nur noch sterben.
Als sich Ompti nach vielen Monaten immer noch nicht wieder gemeldet hatte, z√ľndete er sein Haus an und gerade als er die Flammen sp√ľrte, h√∂rte er eine Stimme.
"Afrath, sei nicht dumm! Komm daraus und fange neu an!"
Das konnte nur Allah gewesen sein, denn pl√∂tzlich war es, als ob er erwachen w√ľrde. Er nahm seine ganze Kraft zusammen und rettete sich im letzten Moment nach draussen.

In diesem Moment erschien Ompti, die wissen wollte, ob er mittlerweile genug Geld hätte. Als sie das Haus in Flammen sah, wußte sie, jetzt war er noch ärmer.
Afrath war leicht verletzt, seine Beine waren etwas angesengt, aber er war schwach und rief Ompti zu sich. Diese verließ fluchtartig den Ort, der ihr Zuhause gewesen war und hörte nicht auf seine Rufe.

Afrath wurde von einem Nachbarn geholfen, er erholte sich schnell wieder und zog in die Stadt.
Er wollte nur noch vergessen und st√ľrzte sich daher in seine Arbeit.
Bald war er im ganzen Lande bekannt. Er galt als bester Anwalt. Nat√ľrlich war er nun sehr reich, aber das nahm er kaum zur Kenntnis.
Immer noch dachte er an seine geliebte Ompti. Kann ein Mann eine Frau noch mehr lieben, als er?
Viele Frauen hatten es auf ihn abgesehen, aber er schaute keine an.

So vergingen einige Jahre.
Ompti wohnte wieder bei ihrem Vater. Als sie nun hörte, ihr Mann habe es zu etwas gebracht, jammerte sie erneut. "Warum bin ich nicht bei ihm geblieben?"
Der Vater konnte seiner Tochter auch nicht mehr so viel bieten, denn das diese hohen Kosten, die seine Tochter verschlang, nicht ohne finanzielle Einbußen waren, ist klar.
Plötzlich bekam Ompti auch von ihm nichts mehr. Als er nach einigen Monaten starb, hinterließ er nur Schulden.
Die Mutter musste den gesamten Besitz verkaufen und hatte kaum etwas zum Leben √ľbrig.
Ompti machte sich auf den Weg, Afrath zu suchen.

"Wie, du willst deinen 40jährigen Geburtstag nicht feiern?" fragte Afraths bester Freund.
"Nein, ich mag keine Feste." erwiderte dieser.
"Nun, wenn du solche Feste auch nicht magst, denke doch einmal an deine Klienten. Das w√§re doch nur gut f√ľr deine Karriere."
Damit hatte er Afrath herum bekommen und da dieser genug Geld hatte, konnte er es sich leisten.

Ompti hatte schnell erfahren, wo Afrath wohnte und als sie vor dem Haus stand, war sie enttäuscht. So ganz ohne Prunk stand es da. Ein ganz einfaches Haus! Nein, dem wollte sie auf dem Grund gehen und am nächsten Tag ging sie in seiner Kanzlei.
Beinahe wäre sie mit Kalib zusammengestoßen, dem Freund von Afrath.
"Tut mir leid, ist etwas passiert?" fragte er sie.
"Nein, war meine schuld, ich war zu eilig!" lächelte Ompti.
"Kann ich ihnen helfen? Ich arbeite hier auch." meinte er.
"Ja, das können sie, ich suche meinen Mann, Afrath."
"Ihren Mann?" erwiderte Kalib erstaunt, denn niemals hatte Afrath etwas davon erwähnt.
"Ja, er arbeitet hier und ich wollte ihn √ľberraschen." entgegnete Ompti.
"Ach ja, wegen der Geburtstagsfeier". Meinte ahnungslos Kalib.
Nun erfuhr Ompti, wo diese Feier stattfand und sie wollte ihn √ľberraschen. Wie konnte sie nur seinen Geburtstag vergessen?
Sie nahm Kalibs Einladung zum Essen an, da Afrath nicht da war.
Ompti erzählte ihm die Geschichte oberflächlich und wollte nun alles von Afrath erfahren.
Kalib berichtete, das er ein ehrgeiziger Mann geworden sei. Nur ans Arbeiten denke und fast nie Geld ausgab. "Einige bei uns nennen ihn schon Geizhals." lachte er. "Warum er in diesem sch√§bigen Haus wohnt, wei√ü auch keiner, er k√∂nnte sich ein Schloss leisten. Sein Vater vermachte ihn sein ganzes Verm√∂gen, als er starb, er aber k√ľmmert sich nicht darum."
Ompti machte sich Hoffnung, sollte er alles aus Liebe zu ihr tun?
Sie verabredeten sich zur Geburtstagsfeier und sie bat Kalib, nichts zu verraten.

Der Tag kam schnell und Ompti wußte nicht, was sie anziehen sollte. Sie packte mehrere Kleider ein und verkaufte diese. Mit diesem Geld bezahlte sie ein Kleid, das kostbarer den je war.
Sie sorgte f√ľr ziemliches Aufsehen, als sie auf das Fest erschien. Da sah sie ihn und irgendwie hatte sie ein eigenartiges Gef√ľhl in sich. Ja, sie liebte diesen Mann! Endlich f√ľhlte sie es auch.

Als Afrath sie erblickte, hätte er sie am liebsten sofort in die Arme genommen. Seine Knie wurden ganz weich. Er nahm sich aber zusammen, als sie vor ihm stand.
Beide sahen sich minutenlang, schweigend in die Augen. Ompti fasste sich schnell wieder, war aber doch ziemlich verunsichert.
"Ich habe dir ein Geschenk mitgebracht". Sagte sie und Afrath viel sofort ihre Geburtstagsfeier vor einigen Jahren ein. Wenn sie ihm jetzt ihr Herz schenken w√ľrde, dann wollte er alles vergessen.
Er zog sie mit sich nach draussen.
"So, ein Geschenk hast du f√ľr mich." sagte er z√§rtlich und da er kein Geschenk sah, dachte er, es sei wie gehofft, ihr Herz.

Ompti zog aus ihrem √Ąrmel ein kleines Sch√§chtelchen. Darin war ein Ring, der ein Verm√∂gen gekostet hatte. Omptis ganze Geld, was ihr noch geblieben war. Nun brauchte sie es ja nicht mehr, Afrath hatte genug.
Sie √ľberreichte es ihm und er wurde ganz bleich. Also hatte sie sich nicht ge√§ndert, sie achtet immer noch auf Reichtum.
"Nein, dieses Geschenk werde ich nicht annehmen, ich dachte, du bist aus Liebe zur√ľck gekommen, aber in Wahrheit ist es nur das Geld!" sagte er und wandte sich von ihr ab.
Irritiert stand Ompti immer noch da, mit der kleinen Schachtel, als Kalib ankam.
Afrath verließ seine Geburtstagsfeier, er war nicht mehr in Stimmung.

Ompti schrieb viele Briefe, erkl√§rte, das sie ihn auch ohne sein Geld lieben w√ľrde und das es ihr erst jetzt klar geworden sei.
Da kam ihm eine letzte Idee, was ist, wenn er wirklich nichts mehr besäße?
Er holte sein Geld und verschenkte es √ľberall dort, wo es Elend und Armut gab.
Nat√ľrlich wurde er wieder zum Stadtgespr√§ch. Jetzt war er arm, hatte nur noch das Haus, in dem er wohnte. Den Besitz seines Vaters hatte er auch verschenkt. Sein Einkommen reichte ihm v√∂llig aus und das teilte er noch mit den vielen Obdachlosen, die er unterwegs zu seiner Kanzlei traf.
Er war wieder gl√ľcklich, denn wenn er in den Augen dieser dankbaren Menschen sah, etwas sch√∂neres konnte er sich nicht vorstellen. Wenn doch nur Ompti auch so denken w√ľrde.

Plötzlich kamen keine Briefe mehr von ihr.
Diese hatte erfahren, dass Afrath nun ganz arm sei und das wollte sie nicht.
Wie kann man jemand lieben, der kein Geld hat. Kein Geld f√ľr Geschenke, sch√∂ne Kleider usw.
Sie war es gewohnt immer gut da zu stehen. Sich keine Sorgen machen zu m√ľssen.
Ompti wollte nicht mehr solange warten, bis er wieder genug Geld hatte, sie wollte jetzt leben.
Ja, sie liebte Afrath, wie kann aber eine Liebe bestehen bleiben, wenn kein Geld da ist?

F√ľr Ompti war das Geld wichtiger als die Liebe, im Gegensatz zu Afrath, dem Geld v√∂llig egal war.

__________________
Immer laecheln, dann wir auch mal zur√ľckgelacht!

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
Kommentare: 791
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...macht keine lust auf mehr...

hallo inga rothe,

da dein text so lange von niemandem kommentiert wurde, und ich keine annonyme bewertung hinterlassen möchte, schreibe ich dir mal meinen eindruck von deiner geschichte:

dein text ist ein m√§rchen. gut, m√§rchen haben eine sehr wichtige funktion. neben der reinen unterhaltung dienen sie meist dazu, anderen mit gleichnissen lebensweisheiten oder Ideale nahezubringen. aber diese gleichnisse m√ľssen nachvollziehbar sein.
da du den text ins erzählungen-forum gestellt hast, nehme ich mal an, daß der text sich nicht an kinder richtet.
erwachsene aber werden sich in deinem text nicht wiederfinden k√∂nnen - daf√ľr sind zu viele ungereimtheiten und lebensferne illusionen und vorstellungen enthalten.
es tut mir leid, vielleicht hätte ich auch besser geschwiegen, aber das ist meine meinung zu deiner geschichte.
ich denke, wenn du versuchst, die geschichte ein bi√üchen zu verpacken und bestimmte elemente realistischer zu gestalten (z.b. das tapfere schneiderlein wirft einen vogel der wegfliegt und hat nicht aus heiterem himmel heraus pl√∂tzlich mehr kraft als der riese) dann kommt deine botschaft auch besser an, als wenn du mit der t√ľr ins haus f√§llst (deswegen geh√∂rt z.b. der abschlu√üsatz total raus).

laß dich von meinen worten bitte nicht entmutigen, sicher sehen andere deinen text etwas anders (und schreiben es hoffentlich auch hin).


gr√ľ√üe

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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