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Leselupe.de > Humor und Satire
Geleastes Geld - Geleastes Glück
Eingestellt am 18. 07. 2001 14:27


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Botschafter
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

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Es begann damit, dass ich mir ein Auto leaste. Fühlte sich toll an. Die Frauen staunten, die Kollegen schäumten aus dem Mund und meine Eltern waren stolz, dass Ihr Junge es zu 'was gebracht hat. Fühlte sich echt gut an.
Also leaste ich mir ein Motorrad. Gefährlich musste es aussehen und schweinisch teuer sollte es sein. Das gesuchte Objekt war schnell gefunden und geleast ebenso. Die Frauen machten die Röcke hoch, die Kollegen platzten vor Neid und meine Eltern fragten, ob das denn tatsächlich notwenig sei. Verstehen keinen Scheissdreck von Motorrädern meine Alten.
Aber es fühlte sich wirklich sehr gut an.
Ich gehe also hin zur Bank und will mir Ferien leasen. Karibik, Mauritius oder was in der Gegend. Das wäre leider nicht möglich, erklärte man mir, aber dieses Problem sei rasch zu lösen. Ich erhielt also sofort ein Darlehen zu äusserst lukrativen Zinsen, was immer das heissen mag. Mit den 10'000 Eiern flog ich auf jeden Fall auf eine Insel, deren Name ich vergessen habe. Ich logierte in einem Hotel, in das man mich anfänglich nicht reinlassen wollte und soff täglich drei Falschen des teuersten Franzosen, welcher mir schon beim ersten Schluck nicht schmeckte.
Wieder zurück zu Hause gehe ich zur Bank und will mir eine Frau leasen. Wer will den ganzen Luxus denn ganz alleine geniessen? Dies sei leider nicht möglich, so die Antwort der Bank. Ich räumte ein, dass ich bereit sei äusserst lukrative Zinsen zu bezahlen. Der Sachbearbeiter wollte aber partout nicht auf den Handel eingehen. Also verlangte ich den Geschäftsführer. Der kam auch prompt und nahm sich meiner an. Er erklärte mir, dass seine Bank keinerlei Frauen führe, er mir aber eine vertrauenswürdige Adresse stecken könne. Er steckte und ich wurde umgehend bei dem entsprechenden Versandhaus vorstellig. In einem Katalog waren allerlei fremdländische Mädchen abgebildet. Ich gab zu verstehen, dass ich an einer Frau, nicht an einem Kind interessiert sei, worauf man mir versicherte, dass dies die Frauen wären. Ich entschied mich für das Mädchen, deren Namen korrekt auszusprechen ich mir noch am ehesten zutraute. Ich hinterlegte die geforderte Kaution und nahm einen Kleinkredit auf, da sich herausstellte, dass Verpackung und Versand separat zu bezahlen sind. Verpackung, Versand und Kleinkredit erhielt ich wie üblich zu äusserst lukrativen Konditionen. Drei Tage später holte ich mein Mädchen, deren Namen sich doch schwieriger als angenommen aussprechen liess, am Flughafen ab und heiratete sie auf dem Heimweg gegen Bezahlung eines Schnell-Entschlossenen-Aufpreises. Danach kaufte ich gegen Rechnung ein hässliches sündhaft teures Brautkleid für meine Frau, weil sie ums Verrecken ein Hochzeitsfoto in Weiss wollte und sie mir das nicht nur in Englisch, welches ich nicht im Geringsten verstehe, sondern auch in gebrochenem Deutsch Kund tun konnte.
Nach dem Fototermin, welchen wir fluchtartig verlassen mussten, weil der Fotograf weder meine gesperrten Kreditkarten noch meine ungedeckten Checks akzeptieren wollte, fanden wir zwei frisch Vermählten uns rasch in meinem Schlafzimmer wieder, wo wir nach allen Regeln der Liebeskunst unsere Hochzeitsnacht vom Stapel liessen.

Am nächsten Morgen, ich erwachte gerade aus meiner ekstatischen Ohnmacht, steht mein Weib vor dem Bett und verlangt 350 Mücken. Bevor ich schnalle, was läuft, droht sie mir Teufel und Zuchthaus an, wenn ich nicht mit der Kohle rausrücken würde. Da ich keine Spur von Geld im Haushalt, geschweige denn ausserhalb desselben hatte, rief die Schlampe jemanden an, der auch bald eintraf und mir die Fresse und einige andere Teile meines Gesichtes neu verlegte. Der Mann entpuppte sich als Zuhälter meiner Frau, welche, nebenbei erwähnt nicht aus Bali sondern St. Pauli stammte. Er war eigentlich ein ganz vernünftiger Mensch und bot mir die lukrative Möglichkeit, einer Anzeige wegen Unzucht mit Minderjährigen dadurch zu entgehen, dass ich ihm mein Auto und mein Motorrad überliess. Zudem stellte er mir in Aussicht, dass meine Wohnung abbrennen würde, wenn ich mit den Bullen über den ganzen Vorfall plaudern sollte. Darüber hinaus sagte er mir auch verbindlich zu, dass ich gefesselt und ohne Eier in meiner brennenden Wohnung sitzen würde, sollte es zur Feuerlegung in eben dieser kommen. Danach verschwanden die Beiden mit meinem Auto und dem Motorrad auf nimmer Wiedersehen.

Heute frage ich mich, ob meine Alten vielleicht nicht doch etwas von Motorrädern verstehen.

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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oh,

köstlich, lieber botschafter! daß die sache schief geht, damit war fest zu rechnen, aber daß sie in diese richtung pendelt, traf mich unerwartet und läßt mich noch immer ganz breit schmunzeln. ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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Botschafter
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

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Hallo flammarion

Vielen Dank für das nette Kompliment

liebe Grüsse

Botschafter

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Chinasky
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2001

Werke: 3
Kommentare: 31
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Hallo Botschafter!
Sehr unterhaltsam. Auch ich hatte eine etwas andere Wendung erwartet, aber das Leben spielt halt nicht so, wie man's sich ausmalt. Eine Kleinigkeit hätte ich zu bemängeln: Du verwendest eine Art Straßensprache (schnallen, Bullen, Fresse), die mir nicht so recht zu dem ansonsten ironisch gedrechselten Stil passen mag. So wird der Text etwas weniger leicht und weniger lustig, das Spritzige wird durch eine Art Ballermann-Krach-Witzischkeit verunreinigt. Also von mir "nur" 9 Punkte...
Ciao,
Hank
__________________
- "Ich geh dann mal."
- "Yeah..."
Und dann ging sie.

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