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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Gelebtes oder Gelerntes - Gedachtes oder Gelebtes
Eingestellt am 03. 02. 2013 13:21


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Schreibensdochauf
???
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Gedankenspiele zu Sein und Bewusstsein – Bewusstsein und Sein


2012 starben in Deutschland 1450 Menschen durch HeroinmiĂźbrauch

2010 starben auf Deutschlands StraĂźen 3648 Menschen. 1990 waren es 11.000.

Wie schaut ein Dompteur auf einen Tiger, wie ein Konzertpianist ?

Was löst der Regentag beim Sonnenbrillenverkäufer aus im Vergleich zu seinem Kollegen, der sein Geld mit dem Verkauf von Regenschirmen macht?



Die einen lernen, lernen, lernen - Stoffe. Irgendwann bekommen sie ein Zertifikat in die Hand, in dem ihnen bescheinigt wird, dass sie erfolgreich gelernt haben. Nebenbei versuchen sie ein Leben zu bauen, ein Haus zu bauen, eine Beziehung zu bauen, Kinder zu bauen. Sie leben leer. Gelernt haben sie ja schon.

Die anderen denken, denken, denken. Sie denken und hinterfragen und sie finden Antworten. Antworten auf das Leben. Ihr Denken bringt sie auf neue Ebenen, sie erkennen das Leben, sie wissen genau, wie Leben funktioniert. Sie denken das Leben, sie leben es nicht. Ihr stoffliches Leben hat für sie keinen Wert, ja verwirrt sie oft und macht ihnen Angst. Immanuel Kant hatte keine Familie, Frauen spielten in seinem Leben keine Rolle. Und über seine Geburtsstadt Königsberg kam er nie mehr als hundert Kilometer hinaus.

Es gibt ein Leben in uns und es gibt ein Leben um uns. Der Blick auf das Leben um uns beeinflusst das Leben in uns. Marx sagt, das Sein bestimmt das Bewusstsein. Ich will so sagen, das kollektive Sein bestimmt das individuelle Bewusstsein. Das kollektive Bewusstsein bestimmt wiederum das individuelle Sein.


Nur philosophieren verstellt den Blick auf das Leben um uns. Kein Philosophieren verstellt den Blick auf das Leben in uns.

Wer nur denkt, ist in Ur-Ă„ngsten gefangen. Wer nicht denkt, ist in Ur-Ă„ngsten gefangen.

Version vom 03. 02. 2013 13:21

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jon
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Meine Probleme mit der Textstruktur:
* Ich versteh (auch) nicht, was die so fett an den Eingang gestellten Dinge mit dem Thema zu tun haben.
* Eine Überschrift sollte bei einem so kurzen Text eigentlich reichen. Wenn sie dann auch noch kurz wäre, wäre das toll
* UnglĂĽcklich empfinde ich, dass bei der einen Gruppe verallgemeinert, bei der zweiten ein konkreter Vertreter genannt wird.

Meine Probleme mit der GlaubwĂĽrdigkeit/Wirksamkeit der Aussagen:
* Das falsch umgedrehte Marxzitat hat Dominik schon angemerkt.
* Wieso gibt es kein objektivierbares Sein? Es gibt kein "statisches" Sein. Und man kann ein Sein unterschiedlich werten (sind es viele Kinder?). Aber es ist in einem bestimmten Moment, wie es ist (es sind x Kinder).
* Bei Bewusstsein ist es ähnlich, oder? Es gibt sicher einen momentanen, objektiv existierenden Zustand, uns fehlt "nur" die Möglichkeit, diesen Zustand umfassend objektiv zu erfassen.
* „Sie leben physisch. Gelernt haben sie ja schon.“ Ich versteh, was du meinst, aber sprachlich wird hier etwas gegeneinander gestellt, was miteinander „nichts“ zu tun hat – das Lernen und das Leben. Der eigentliche Gegensatz wäre eventuell „physisch leben - psychisch leben" (wobei sie natürlich auch psychisch leben, denn sie hören ja z. B. nicht auf zu fühlen) oder noch eher „lernen – Gelerntes nur noch umsetzen"
* „Da es aber weder ein objektivierbares Sein, noch ein objektivierbares Bewusstsein gibt - was beeinflusst die Masse mehr?“ Versteh ich nicht. „Was von zwei nichtexistierenden Dingen hat mehr Einfluss?" empfinde ich als nicht sehr sinnvolle Frage. (Es ist ja nicht gemeint, welche Idee von von zwei nichtexistierenden Dingen mehr Einfluss hat. Also ob z.B. Godzilla oder Nessie mehr bewirkt.)
* Da wo „ein bisschen“ gedacht wird, existieren auch Ur-Ängste. Was soll dieser Satz also an Denkerei anstoßen?

(PS: Das Marx-Zitat deutet es schon an: Die „Masse“ wird stärker durch das Sein geprägt, schon weil dieses „Sein“ eben viel mehr umfasst als der im Text genannte grundsätzliche Lebensansatz.)


Tippfehler:

quote:
Irgendwann bekommen sie ein Zertifikat in Hand, in dem ihnen bescheinigt wird, dass sie erfolgreich gelernt haben.
in die Hand

quote:
Nur philosophieren verstellt den Blick auf das Leben um uns. Kein philosophieren verstellt den Blick auf das Leben in uns.
Das erste „philosophieren" kann klein geschrieben sein, das zweite muss groß geschrieben werden.

quote:
Da wo nur gedacht wird existieren Ur-Ă„ngste. Da wo nicht gedacht wird existieren Ur-Ă„ngste.
Kommas jedweils nach „gedacht wird"
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Schreibensdochauf
???
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Dominik und Jon

Danke für Euer Bemühen. Ich bin mal über den Text gegangen, inhaltlich. Zu Eurer Frage, das Fettgedruckte im Einstieg. Das ist ein Spiel zum aufwärmen, nach dem Motto: Gleiches wird aber sowas von ungleich wahrgenommen, je nach persönlichem Hintergrund, also eigentlich nur ein "warm up". Das Du Dich auf die falsche Spur geführt fühlst Dominik, ist natürlich doof. Vielleicht hilft die Erklärung. Diese Einstiege sind für mich wie Fingerübungen, um selbst sozusagen ins Thema reinzukommen.

GruĂź

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