Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92277
Momentan online:
421 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Gemeinsam Zusammen
Eingestellt am 19. 08. 2001 07:39


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Yalamand
Hobbydichter
Registriert: Aug 2001

Werke: 4
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Gemeinsam sitzen wir vor dem Kamin, nicht der Ruhe wegen, nur weil unsere Herzen nichts anderes bewegt. Das leise knistern des Feuers l√§√üt uns Tr√§umen und vergessen, was unsere Sorgen zehrt. Wie lange dachten wir an einen Abend wie diesen, zusammen allein, wir nur zu zweit. Der leichte Geruch des Rauches liegt in der Luft, die sich langsam mit W√§rme f√ľllt. W√§rme, die wir die ganze Zeit √ľber nicht versp√ľrten, str√∂mt jetzt durch jede kleine Ader, deine wie meine. Es ist nicht das Verlangen was uns in diesem Moment bewegt, nur der Gedanke zu existieren, nicht allein die Zeit zu z√§hlen und die eigenen Sorgen zu vergessen.

Die Flammen schlagen mit ihrer Lichterscheinung Schatten an die W√§nde hinter uns, doch es besteht kein Anla√ü uns diesen zu widmen, nicht in diesem Moment. Die Flammen selber finden dennoch keine Ruhe, aber f√ľr uns sind sie nur ein Teil dessen, was wir erhoffen. Die Tage des Redens enden hier, es gibt kein Wort das gesprochen werden mu√ü. Nichts was der andere nicht schon w√ľ√üte und dennoch ist es neu, wie ein Apfel der im Sommer gereift und jegliche Gefahr der Natur eingeb√ľ√üt oder abgewehrt hat.

Deine Hand auf meiner Handfl√§che, das kribbeln, das sich mit dem Knistern vereinigt. Die Zeit des Wartens erinnernd, doch nicht zweifelnd ob der Lohn dieser Spanne gleicht. Es besteht kein Anla√ü zu pr√ľfen, nur zu wissen was erreicht wurde. Meine Erinnerungen schwinden, den wie die Vergangenheit ist ihre Zeit gekommen zu gehen. Ich lege meine andere Hand auf deine, nur um zu zeigen das ich denke was du denkst. Nur um zu genie√üen, was ein Leben lang w√§hren wird, egal ob dunkel oder hell, ob Tag oder Nacht.

Noch immer gibt es keinen Grund zu sprechen, die Gedanken sind einander gleich und dennoch enth√§lt ihr Antlitz einen Schein der Andersartigkeit, die uns und unser Leben verbindet. Es gibt keine Gefahr, das die Gedanken sich wenden, noch das wir uns verletzten k√∂nnten. Wir beide wissen das und schlie√üen unsere Augen, auch auf die Gefahr hin Momente zu verpassen an die wir uns nie wieder erinnern k√∂nnen. Die hellen Flammen erlischen in unseren geschlossenen Augen zu Schattenspielen, die nicht die gleichen sind wie die auf der Wand hinter uns. Sie sind das was kommen wird. Sie tanzen den Tanz mit uns doch bewegen wir uns nicht. Die Gef√ľhle wandeln und drehen sich mit den Flammen und es bewegt uns die Augen zu √∂ffnen.

Ich betrachte dein l√§cheln, du meines und wir wissen das wir einander gefunden haben. Der Geruch von Rauch steigt in unsere Nasen und wir haben keine Scheu ihn zu genie√üen, keine Scheu vor dem, was uns verbindet. Ich f√ľhle meine Augen schmerzen und eine Tr√§ne windet seine Bahnen durch meine Z√ľge, ungehindert des L√§chelns auf den Lippen, ungehindert des Moments. Deine Tr√§ne schlie√üt sich meiner an, der Moment der Bewegung setzt ein und ich fange sie mit meinem Zeigefinger ab, so als wollte ich darauf hinweisen was du nicht bemerkt hast. Ein blinzeln und die Farbe deiner Augen sind die Antwort.

So klein die Träne auch ist, sie ist standhaft auf meinem Finger, unbedacht der Wärme und des Feuers im Kamin. Sie kennt keine Beschwerden, denn sie ist ein Teil von Dir. Der Moment schreitet fort und die Zeit der Worte scheint dein zu sein. Deine Lippen, in der Naturfarbe und dem Licht der Flammen schimmernd, bewegen sich rhythmisch, so wie es deine Art ist mich mit deinem Klang zu verwöhnen. Die Worte sind sachte, ohne Makel erreichen sie mich und ich wiederhole sie in meinem Wortlaut ohne dabei der Stille ihre Ehre zu rauben. Es ist unser Moment, den niemand anderes beeinflußt und an den wir uns erinnern, wenn unsere Herzen des Alleinseins trotzen wollen.

Ich √∂ffne meine Hand, die immer noch unter deiner liegt und wir schlie√üen sie zusammen, fester als das etwas anderes au√üer uns sie wieder auseinander bringen k√∂nnte. Niemand au√üer uns, niemand anderes als wir zusammen. Du verst√§rkst deinen Griff ohne dir dessen bewu√üt zu sein, hebst meine Hand an deine Stirn und f√§hrst mit ihr zu deiner linken Wange hinab. Dort h√§ltst du mit der Bewegung inne und ich merke das die W√§rme deiner Wange in meine Hand √ľbergeht und mich zwingt die Hand zu √∂ffnen, die immer noch deine Hand umschlie√üt. Wir falten die H√§nde zu einem Ganzen und ich lege meine Stirn an die mir zugewandte Seite. Dieser Moment war der Anfang und der Beschlu√ü bis zum Ende.

Ich sp√ľre einen Schmerz in mir hochkommen, doch du wei√üt bereits von diesem und bes√§nftigst ihn mit einem nicken deines Kopfes. Dein Geschenk der Erleichterung nehme ich an, leise lachend auch wenn eine Tr√§ne mehr ihren Weg in die Freiheit findet, du stimmst ein in das leise Lachen und wir schlie√üen erneut die Augen, nur das Knistern des Kamins h√§lt uns bei Besinnung, und der Flammenschlag gleicht unseren Gef√ľhlen. Erinnerungen kommen und gehen, wie die Schatten auf unseren Lidern, pochend mit unseren Herzen und deinem Atem in mein Haar.

Ich hebe den Kopf, ohne dabei die vertrauten Schatten aus meinen geschlossenen Augen zu lassen und sauge, die mit dem Geruch von Rauch angereicherte Luft, durch die Nase ein. Ein Hauch dieser Luft ist von dir und es f√ľllt mein Inneres mit W√§rme, die bis zu diesem Moment gefehlt hatte. Du tust es mir gleich und du erf√§hrst einen kalten Schauer, der jedoch in der neu gewonnen W√§rme seinen Untergang findet. Wir sollten auch untergehen, gemeinsam, wir zusammen.

Ich f√ľhle Gedanken kommen die ihren Ursprung in meiner Kindheit haben, Gedanken des Alleinseins und des Leids. Ich f√ľrchte diese Gedanken, doch ich erinnere mich an deine Worte und auch diesmal befreien sie mich von dem √úbel. Du hast dieses bemerkt, l√∂st unsere H√§nde auseinander und legst deine beiden Arme um meinen Nacken, Stirn an meine. Wir √∂ffnen die Augen, und du erblickst mein inneres und ich deines. Wir sind uns nah, das Feuer knistert und unsere Blicke tun es ihm gleich.

Du willst die Stille brechen, mit den Worten die ich schon in deinen Augen lese. Es zwingt meine Hand vor deine Lippen, die Stille ist gewahrt und du dir meines Verstehens sicher. Es ist selten, doch genau jetzt l√§√üt uns die Freude, die uns zum lachen bewegt, weinen. Es ist uns egal warum, doch es ist um so wichtiger f√ľr uns das. Freude und Leid, Gedanken und die Zukunft, alles eingesperrt in ein Licht des Feuers und dem Knistern aus dem Kamin. Tr√§ne um Tr√§ne, Freiheit f√ľr Freiheit.

Jede Tr√§ne l√∂st sich schneller als ihr Vorg√§nger und wir binden uns mit ihrer Geschwindigkeit. Deine Tr√§nen, kaum an Freiheit gewonnen, werden von deinem groben Pullover aufgezogen und meine folgen deinen, so wie wir einander folgen werden. Wir sind gemeinsam, wir sind zusammen. Durch den Schmerz und die Freude, die immer mehr mich selbst ergreift, verliere ich dich aus dem Blick, alles verschwimmt in Tr√§nen und der verlorenen Freiheit. Doch wir wollen nicht das sie uns auf diese Weise trennen und deine Lippen heben sich an meine, sie ber√ľhren sich Momente sp√§ter, nachdem unser Atem unsere Augen aufgefordert hatte sich zu schlie√üen. Wir schlo√üen unsere Augen und wir waren es, die lebten, die fanden was ihnen fehlte, die wu√üten das es Anfang und Ende war, die nie getrennt gingen, noch einen Gedanken verloren. Wir waren gemeinsam, wir waren zusammen.

es waren wir, die liebten,
es bist du, die mir fehlt,
es bin ich, der es dir schuldet.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur√ľck zu:  Gereimtes Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!