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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Gemobbt
Eingestellt am 12. 02. 2011 11:25


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DocSchneider
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Der Wechsel auf die weiterf├╝hrende Schule war Julia schwer gefallen. Das Verlassen der beh├╝teten Grundschule, der Abschied von der vertrauten Lehrerin, von der kleinen Klassen-gemeinschaft m├╝ndete in einen gro├čen, bunt zusammengew├╝rfelten Zweckverband.

Sie f├╝hlte sich dort nicht wohl, aber es blieb ihr nichts anderes ├╝brig, als sich irgendwie einzurichten.
Nach einem halben Jahr gelang es ihr, den Schulalltag zu bew├Ąltigen. Das soziale Gef├╝ge machte ihr jedoch sehr zu schaffen. War sie doch von Anfang zur Au├čenseiterin abgestempelt worden.

Kein Wunder, so sch├╝chtern und zur├╝ckhaltend wie sie sich gab. Das hei├čt, sie war einfach so. Laute T├Âne lagen ihr nicht. Zunehmend beunruhigte sie allerdings, dass sie niemals von den anderen M├Ądchen eingeladen wurde. Wie sie mitbekam, fanden des ├ľfteren Feten statt. Immer ohne sie.

Eines Tages h├Ârte sie, dass der nahende Geburtstag von Marie gefeiert werden sollte. Marie war nicht h├╝bsch, nicht wortgewandt oder kess wie die anderen M├Ądchen, aber sie war sehr gut in der Schule. Das z├Ąhlte auch - Julia war ja auch das nicht. Gut. Sie war eher Mittelma├č.

Marie lud eine Menge M├Ądchen zu ihrer Geburrtstagsfeier ein. Julia geh├Ârte nicht dazu. Traurig stand sie dabei und wappnete ihr Herz gegen die drohende Entt├Ąuschung, wieder nicht dazuzugeh├Âren.

Einen Tag vor der geplanten Feier kam Marie pl├Âtzlich auf sie zu und sagte: "Magst Du auch morgen zu mir kommen? Wir fangen um 15 Uhr mit meiner Geburtstagsfeier an". Julias Herz machte einen Satz vor freudigem Erschrecken. Ihre erste Einladung! Nat├╝rlich sagte sie sofort zu. Zu Hause berichtete sie eher beil├Ąufig, dass sie morgen bei einer Klassenkameradin eingeladen war.

Sie besorgte ein Geschenk und machte sich viel zu fr├╝h auf den Weg.Die anderen M├Ądchen standen schon vor der T├╝r und ├╝berplauderten k├╝hl Julias Erscheinen. Die auch noch....aber wenigstens ist sie ja still und macht keine Show.

Schlie├člich sa├čen alle um den gedeckten Tisch und lie├čen sich den Kuchen schmecken. F├╝r kurze Zeit f├╝hlte Julia sich dazugeh├Ârig. Vielleicht war nun das Eis gebrochen.

"Wollt Ihr mein Zimmer sehen?", fragte Marie und das lie├č sich niemand entgehen. Alle st├╝rmten dorthin und unterzogen mit spitzen Schreien und entsprechenden Kommentaren Maries Reich einer genauen Pr├╝fung. Julias Blick fiel auf den peinlich aufger├Ąumten Schreibtisch. In der Mitte lag ein Zettel mit ei-ner Liste der eingeladenen M├Ądchen.

1., 2., 3., 4., .....bis 10.

Pl├Âtzlich stutze sie. Was stand da?

0. Julia

Sie drehte sich um und sagte zu Marie:" Warum steht eine Null vor meinem Namen?" Ob die Frage ├╝berhaupt sinnvoll war, kam ihr gar nicht in den Sinn. Marie lie├č ihren Blick auf Julia ruhen. "Oh, es hat jemand abgesagt und ich hatte dich an Stelle 0 gesetzt. Du warst der Ersatz...."

Sie war ein Ersatz. Ein Ersatz f├╝r jemanden, der abgesagt hatte. Sie w├Ąre sonst gar nicht eingeladen worden.

Diese Erkenntnis traf Julia wie ein Schlag in die Magengrube. Sie konnte nichts erwidern. Kinder k├Ânnen grausam sein.

Irgendwie ├╝berstand Julia den Nachmittag. Zu Hause angekommen, war sie unf├Ąhig, jemandem von dieser Schmach zu erz├Ąhlen.

Sie weinte sich in den Schlaf. Wie sollte sie sich am n├Ąchsten Tag verhalten???


Version vom 12. 02. 2011 11:25

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DocSchneider
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Hallo Madeira, habe ja eher eine Kurzgeschichte geschrieben als eine Erz├Ąhlung, deshalb der informative Anfang...vielleicht kann man den aber nochmal ├╝berarbeiten, auf jeden Fall werde ich einige Abs├Ątze entfernen.
Ob es eine Hoffnung f├╝r das M├Ądchen gibt? Bleibt dem Leser ├╝berlassen. Ich bef├╝rchte, dass sie durch diese harte (Lebens)Schule muss.
Gru├č Doc

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Charmaine
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Hallo Doc,

sehr anr├╝hrende Geschichte, mit viel Verst├Ąndnis f├╝r ein sch├╝chternes M├Ądchen.
Dass sie mehr vom Erleben Julias beinhalten k├Ânnte, hatte oben schon mal jemand geschrieben.


quote:
Sie besorgte ein Geschenk und machte sich viel zu fr├╝h auf den Weg.Die anderen M├Ądchen standen schon vor der T├╝r und ├╝berplauderten k├╝hl Julias Erscheinen.

Erscheint mir unlogisch: Julia geht viel zu fr├╝h los, doch die anderen M├Ądchen sind schon da.

Die Feststellung
quote:
Kinder k├Ânnen grausam sein.

und ein paar andere Beschreibungen sind sehr allgemein und k├Ânnten ruhig mit anderen, plastischeren Worten dargestellt werden.

Gef├Ąllt mir insgesamt sehr gut dieser Text.

LG
Charmaine

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DocSchneider
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Hallo Charmaine, die anderen M├Ądchen sind sogar NOCH fr├╝her da. DAs wollte ich ausdr├╝cken.
Danke f├╝r Deine Meinung zu den Emotionen, ich werde die Geschichte dahingehend noch einmal ├╝berarbeiten.
Und ├╝berhaupt danke!
;-)

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Ralf Langer
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Hallo doc,

ich bin nicht gl├╝cklich mit deiner Geschichte.
Woran mag das liegen?
Zum einen hat es mit der Erz├Ąhlstruktur zu tun.
Meinem Empfinden nach m├╝sstest du sehr viel raffen.
Du erkl├Ąrst in den ersten drei Abs├Ątzen das Wesen der Protagonistin, ohne es in
eine Handlung einzubetten.
Wir lesen vom Schulwechsel, von ihrem Bem├╝hen sich an der neuen Schule einzuf├╝gen.
Du erkl├Ąrst, dass sie ohne ihr eigentliches Wollen ein Einzelg├Ąngerin bleibt.
Insofern ist sie f├╝r mich mehr Stereotyp als lebendiger Mensch.
├ähnlich verf├Ąhrst du mit der einzigen namentlich erw├Ąhnten weiteren Person ÔÇ× MarieÔÇť,
in diesem St├╝ck.
Das ist alles eher wissenschaftlich abgehalten, so dass das n├Âtige Mitgef├╝hl f├╝r die Protagonisten in mir nicht entsteht.
Der eigentliche Kern dieser Geschichte, ich nenne ihn mal den Zettel, kommt da zu kurz.
Schlie├člich finde ich das Ende sehr ungl├╝cklich.
Denn genau die Beantwortung dieser Frage, ihre Reaktion auf den ÔÇ×offenenÔÇť Affront
eine Nullnummer zu sein ÔÇô was nebenbei ein guter Titel f├╝r diese Geschichte w├Ąre ÔÇô
geh├Ârt m.E. unbedingt in diesen Text.
Dazu geh├Ârt auch z. B.

ÔÇ× irgendwie ├╝berstand Julia den Nachmittag.ÔÇť

Ich h├Ątte gerne erfahren wie das wohl funktioniert. Welche Mechanismen bei einem jungen M├Ądchen greifen um ├╝ber diesen Schlag hinwegzukommen.

Mein Vorschlag:

Beginne direkt vor Maries T├╝r am Tag des Geburtstages.
Du k├Ânntest in Gespr├Ąchen z.B. mit der Mutter von Marie Julias Geschichte lebendig einf├╝hren.
Vielleicht w├Ąre es sogar besser Julia den Zettel alleine finden zu lassen und sie selber begreifen zu lassen, was er bedeutet.
M├Âglich das sie das b├Âse Spiel einfach mitspielt, m├Âglich das sie Marie zur Rede stellt.
Hier l├Ągen spannende Motive f├╝r eine vertiefende Weiterf├╝hrung des Geburtstages.

Soweit meine Gedanken zu deinem Text.

Dir einen lieben Gru├č
Ralf


__________________
RL

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Madeira
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Hallo Doc,
ich denke, ich meine dasselbe wie Rolf, nur k├╝rzer gesagt.
Wenn Du die Geschichte mit dem Geburtstag beginnen lie├čest und alle anderen Infos in Julias Gedanken oder R├╝ckblenden bringen w├╝rdest, w├Ąre sie viel lebendiger.
Auch die Idee, die "Nullnummer" in den Titel zu bringen, finde ich gut.
Und v.a.: Diese Grundidee ist so gut, dass du sie nicht verschenken darfst.., sie schreit f├Ârmlich danach, erz├Ąhlt zu werden.
Gr├╝├če
Madeira

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