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Leselupe.de > Humor und Satire
Genesis
Eingestellt am 16. 05. 2006 18:52


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Raniero
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Genesis

Der Schöpfer des Erdkreises und der dazugehörigen AtmosphÀre hatte zu einer Sondersitzung eingeladen.
Das Auditorium Maximum des Himmelszeltes war gefĂŒllt bis auf den letzten Platz. Die Bankreihe unmittelbar zur Rechten in orthogonaler Anordnung zum Tisch des Vorsitzenden, mit zwölf einzelnen gut ausgestatteten Sitzeinheiten, nahmen die Apostel ein, die vollzĂ€hlig erschienen waren. Die ersten Reihen des Parketts waren mit allen Heilig- und seliggesprochenen Personen besetzt, entsprechend nuanciert abgestuft. Dahinter befanden sich die PlĂ€tze derjenigen, eine etwas grĂ¶ĂŸere Anzahl, als in den Reihen davor, die nach ihrem Ableben auf Anhieb den direkten Weg ins Paradies eingeschlagen hatten, ohne die leidige Umleitung ĂŒber die langwierige Vorstufe nehmen zu mĂŒssen. Im weiteren scheinbar endlosen Hintergrund schließlich saßen all diese, und es war eine unĂŒberschaubar große Zahl, die im Gegensatz zu den Vorgenannten diesen langen schwierigen Pfad der LĂ€uterung hatten durchlaufen mĂŒssen; viele dieser Gesichter wirkten noch ein wenig abgezehrt, von diesem mĂŒhevollen SĂ€uberungsprozess.
Der Herrscher ĂŒber Himmel und Erden begann seine Ansprache mit klagenden, fast wehleidigen Worten:
„Liebe Anwesenden, ich habe die heutige Vollversammlung einberufen, um Euch einen Tatbestand vor Augen zu halten, der mich schon seit lĂ€ngerer Zeit nicht mehr zur Ruhe kommen lĂ€sst. War es doch dereinst so unbeschwert, herrschte dazumal noch eine wunderbare Leichtigkeit, als ich diese Welt erschuf, so muss ich seit lĂ€ngerem nunmehr feststellen, dass sich seit eben diesem glĂŒcklichen Zeitpunkt allen Anfangs im Verlaufe der Jahrmillionen und Milliarden einiges verĂ€ndert hat, und das durchaus nicht zum Positiven.“

Die Anwesenden schwiegen; wie erstarrt saßen sie auf ihren PlĂ€tzen.
„Und da es sich so verhĂ€lt, in der Tat“, fuhr der Schöpfer fort, „ist es mir am heutigen Tage ein besonderes Anliegen, mich noch einmal an die glĂŒckliche Zeit des Ursprungs zu erinnern, gemeinsam mit Euch allen. Lieber Petrus“, sprach er den in der rechten seitlichen Reihe zuvorderst Sitzenden an, „sei so gut und ließ uns noch einmal vor, aus meinem BĂŒchlein, wie alles seinen Anfang nahm!“
„Gewiss, Herr“, kam Petrus unverzĂŒglich dieser Aufforderung nach. Er trat aus der Bankreihe hervor und begann vorzulesen, aus dem Tagebuch des Schöpfers:
„Am ersten Tage, Herr, erschufest Du Himmel und Erde, und Du ließest Licht werden, wo vorher Finsternis war.
Am zweiten Tag teiltest Du die Erde in Land- und WasserflĂ€chen ein, Herr, und am dritten Tage erschufest Du die Pflanzen und es erwuchs GrĂŒn aus der Erde, von Deiner Hand.“
„Welch schöne Tage!“ entfuhr es dem Herrn.
„Am vierten Tage verteiltest Du Lichter ĂŒber das Himmelsgewölbe und nanntest sie Gestirne. Am fĂŒnften Tage erschufest Du alle Arten von Seetieren und von Tieren, die sich in die Luft erhoben.“
An diesem Punkt hielt Petrus inne: „Soll ich weiterhin vortragen oh Herr?“
Der Schöpfer seufzte, etwas gequÀlt, wie es schien:
„Fahr fort, mein Sohn!“
„Am sechsten Tage hast Du dein Werk vollendet. Du brachtest alle Arten von Tieren des Feldes und des Waldes hervor, und als Krönung all dessen, was Du zuvor erschaffen hattest, als Krönung Deiner Schöpfung erschufest Du den Menschen, nach Deinem Abbild, damit er ĂŒber alles herrschen solle. Am siebten Tage aber, Herr, ruhtest Du, und betrachtetest wohlgefĂ€llig Dein Werk.“

Mit diesen Worten legte Petrus das Tagebuch des Herrn beiseite und begab sich wieder auf seinen Platz, in der Bank zur Rechten des Herrn.
Es folgte ein langes Schweigen.
Als die Stille gar unertrĂ€glich zu werden schien, nahm der Schöpfer seinen Kopf in beide HĂ€nde, um ihn abzustĂŒtzen. Mit unendlich wehmĂŒtigen Augen blickte er auf das Auditorium im Himmelsrund.
„Ich glaube, es wĂ€re besser gewesen“, stellte er mit betrĂŒbter Miene fest, „wenn ich es schon am sechsten Tage getan hĂ€tte, meine Freunde; das, was Petrus in seinem letzten Satz ausfĂŒhrte!“

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flammarion
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und

allen anwesenden stieg die schamesröte ins gesicht, denn sie waren ja auch mal menschen.
anderer schluss: alle heiligen fuhren zur erde herab, um die noch lebenden zu lĂ€utern. noch n schluss: sie lachten sich scheckig ĂŒber den allmĂ€chtigen, der ĂŒber seine eigene schöpfung lamentiert.
jedenfalls weiß ich nicht, was ich von deiner geschichte halten soll.
lg
__________________
Old Icke

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Raniero
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Hallo flammarion,

warum suchst Du verzweifelt nach anderen "SchlĂŒssen"?
Einfach so stehen lassen, ist doch nur Satire.

Gruß Raniero

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Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
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Nachdem hier nun gleich zwei Texte zum selben Thema mit demselben vorhersehbaren Schluss und langweiligen Storyaufbau gepostet wurden (siehe auch nemo: "Der alte Mann und seine Schöpfung"), kann ich flammarion verstehen, dass sie versucht, trotzdem noch Humor in diese Geschichten reinzubringen, indem sie Varianten probiert.

Marius
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Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor fĂŒr Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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Raniero
Textablader
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Was Du langweilig nennst, fanden andere beispielsweise originell.
Es wĂŒrde nicht schaden, einmal darĂŒber nachzudenken.

Gruß Raniero

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Marius Speermann
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Hi Raniero,

Das habe ich ja auch nicht abgesprochen, dass das jemand lustig findet. Deshalb brauche ich darĂŒber nicht weiters nachdenken. Wenn Dir das reicht, dann brauchst Du meinen Kommentar auch nicht beachten und hier weiterlesen. Wenn Du aber Rat haben willst von Leuten, die mit Ă€hnlichen Problemen zu tun haben wie Du und Du Dich verbessern willst, oder Du irgendwann einmal Dein Buch bei einem Verlag mit Lektor und sonstigem kritischen Personal unterbringen willst, dann lies weiter.

Du stellst den Text hier in ein Forum, wo Du vermutlich mehr als Schulterklopfen bekommen willst, sondern ob Deine "Peers" - also die anderen Autorenlehrlinge, den Text auch gut finden.

Zumindest ich fand ihn vielleicht technisch formal OK, aber storymÀssig ist's einfach Wiedergekautes und wenig originell.

Gott=alter Mann
Schöpfung=EnttÀuschung
und sonstige Klischees: ist nicht wirklich originell. Originell wÀre das Gegenteil davon.

Marius
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Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor fĂŒr Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

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