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Leselupe.de > Humor und Satire
Genesis alla Serpente
Eingestellt am 02. 05. 2002 06:57


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Rolf-Peter Wille
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Genesis alla Serpente


Auf der anderen Seite der Welt wachsen die BĂ€ume in die Hölle und die SĂŒnder kommen in den Himmel. Der Mond scheint am Tage und die Sonne erleuchtet die Nacht. Die Vögel schwimmen im Wasser, Fische fliegen durch die Luft und vernunftbegabte Lebewesen kriechen auf ihrem Bauche ĂŒber den Dreck. Die Schöpfungsgeschichte erzĂ€hlt man sich dort folgendermaßen:

Am Anfang schuf Gott BĂ€ume und Erde. Und die Erde war wĂŒst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte ĂŒber der Erde. Und Gott sprach: Es errege sich die Erde mit webenden und lebendigen Tieren, und der Fisch fliege auf Erden zwischen den BĂ€umen. Und Gott schuf allerlei Getier, das da lebt und webt, davon die Erde sich erregte, ein jegliches nach seiner Art, und allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
Und Gott sprach: Lasset Uns ein Wesen machen, ein Bild das Uns gleich sei. Und der Herr formte die Schlange aus den Zweigen des Baumes und atmete den Odem des Lebens in ihre NĂŒstern, und die Schlange wurde lebendig. Und Gott segnete die Schlange und sprach zu ihr: Ich gebe Dir den Baum der Weisheit und Du magst dort wohnen und glĂŒcklich sein.

Der Teufel jedoch hatte Gott beobachtet und Ă€rgerte sich ĂŒber die Schöpfung Gottes. "Auch ich", sprach der Teufel, "möchte mir ein Wesen nach meinem Bild machen. Es soll listig und bösartig sein und es wird mir helfen, die Schöpfung Gottes zu vernichten."
Und der Teufel riß sich ein stinkendes Haar aus seinem Schweif und formte daraus den Menschen nach seinem Bild. Und der Teufel freute sich, denn er sah, daß es schlecht war.

Und Gott der Herr sprach zu der Schlange: "Mein Widersacher, der Teufel, hat ein Geschöpf geschaffen nach seinem Bild. Dieser Mensch ist listig und bösartig. Wenn er sich dem Baume der Weisheit nĂ€hert, so beiße Du ihn nur. Lasse ihn Dich fĂŒrchten und mache ihn Dir zum Untertan.
HĂŒte Dich aber davor, daß er nicht vom Apfel der Erkenntnis kostet, denn dieses wird ihm die Kraft geben, den Baum der Weisheit abzuhacken."

Und als sich der Mensch dem Baume der Weisheit nĂ€herte, schickte sich die Schlange an, den Menschen zu beißen. Der Mensch jedoch war listig und erkannte die Absicht der Schlange. Mit verstellter Stimme lispelte er: "Was fĂŒr einen wunderschönen, schillernden Leib Du hast, meine liebe Schlange!"
Die Schlange betrachtete ihren Leib und sprach: "Nichts Außergewöhnliches kann ich erkennen an meinem Leibe."
"Wenn Du vom Apfel der Erkenntnis kostest," sprach der listige Mensch, "wirst Du Deiner Schönheit gewahr werden."
"Gott, mein Herr, hat es verboten." sprach die Schlange. Ihr schmeichelte jedoch die Rede des Menschen.
"Nur mir ist es verboten", sprach der bösartige Mensch, "vom Apfel der Erkenntnis zu kosten. Du magst ruhig soviel Äpfel essen, wie es Dich gelĂŒstet."
"Der Apfel der Erkenntnis hÀngt gar allzu hoch. Auch habe ich keine HÀnde, um ihn zu ergreifen." sprach die naïve Schlange.
"Ich will ihn Dir gerne reichen." sprach der hinterlistige Mensch, pflĂŒckte den Apfel und tat einen herzhaften Biß. Und ehe sich die Schlange ihrer Dummheit besinnen konnte, hatte der Mensch den Baum der Weisheit bereits abgehackt.

Da zĂŒrnte Gott der Herr seinem Geschöpf, der Schlange, und sprach zu ihr: "Durch Deine Dummheit hast Du den Baum der Weisheit verloren. Von nun an sollst Du im Staube der Erde kriechen und die FĂŒĂŸe des bösartigen Menschen werden Dich zertreten." Und die Schlange wand sich im Staube der Erde und floh den Fuß des bösartigen Menschen.
Der Mensch jedoch freute sich seiner List. Er schrieb ein dickes Buch und bezeichnete die Schlange als ein giftiges, bösartiges und hinterlistiges Geschöpf. Sich selbst aber pries er als das Ebenbild Gottes und die Krone der Schöpfung.


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