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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Geniale Idee
Eingestellt am 14. 12. 2005 21:44


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huwawa
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Der Text bezieht sich auf √∂sterreichische Verh√§ltnisse und ist (in gek√ľrzter Form) in meiner Kolumne (‚Äěder Fensterspucker‚Äú*) in einer (sehr) kleinen regionalen Zeitung erschienen.


Geniale Idee


Obwohl k√ľrzlich in √Ėsterreich wieder Diskussionen aufflackerten, den 8. Dezember als Feiertag zu streichen und auf den Karfreitag zu verschieben: Das Thema scheint erledigt und abgehakt. Auch heuer konnten die Konsumenten am Feiertag nach Herzenslust einkaufen, das Gesch√§ft florierte und den Handelsangestellten wird der Dienst gener√∂s abgegolten. So weit, so gut, k√∂nnte man sagen, doch so ganz ohne Haken ist die Sache nat√ľrlich auch nicht.

Da ja kaum jemand zum Zweck des Einkaufens an Mari√§ Empf√§ngnis von seinem Chef ein paar Hunderter extra zugesteckt bekommt, ist anzunehmen, dass der zus√§tzliche Einkaufstag dem Handel insgesamt keine Erh√∂hung des Weihnachtsumsatzes bringt. Auswirkungen hat er aber nat√ľrlich auf die Verteilung desselben und hier kann man Gewinner und Verlierer der hei√üen Schlacht am kalten Dezembertag ziemlich leicht ausmachen. Nutznie√üer sind eindeutig die gro√üen Einkaufszentren in den Ballungsr√§umen, zu denen die K√§ufer in endlosen Blechkolonnen hinpilgern und deren √ľberf√ľllte Parkpl√§tze man als Ma√üstab f√ľr die erzielten Ums√§tze nehmen kann.

Weniger gut sieht die Sache jedoch f√ľr die kleinen und mittleren Betriebe vor allem im l√§ndlichen Raum aus, denn das Geld, das die Menschen in die strahlenden und l√§rmenden Einkaufstempel tragen, k√∂nnen sie in den regionalen und lokalen Gesch√§ften nat√ľrlich nicht mehr ausgeben. So stehen viele dieser Kaufleute vor der Alternative, entweder am 8. Dezember offen zu halten und dabei vielleicht gerade ihre Unkosten abdecken zu k√∂nnen, oder die L√§den erst gar nicht aufzusperren und damit im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr im Gesch√§ft zu sein.

Das ganze Problem des 8. Dezembers w√§re im √úbrigen gar keines mehr, wenn man eine schon vor mehreren Jahren von Ihrem Fensterspucker ge√§u√üerte Idee aufgreifen w√ľrde. Schon damals pl√§dierte ich n√§mlich daf√ľr, diesen Feiertag auf einen anderen Termin, allerdings nicht auf den Karfreitag, zu verlegen. W√§hrend sich bekanntlich im Dezember und Anfang J√§nner die Festtage geradezu aneinanderreihen, herrscht vom 7. J√§nner bis zu Ostern hin ein riesiges, rund drei Monate w√§hrendes Feiertags-Vakuum, in dessen Mitte sich der Faschingsdienstag als Fest des Frohsinns und der Heiterkeit zum Tausch mit Mar√§ Empf√§ngnis f√∂rmlich anbietet. Nebenbei w√ľrde auch wieder einer der so beliebten Zwickeltage und damit die M√∂glichkeit auf ein verl√§ngertes Faschingswochenende entstehen.

Ein Blick auf den Kalender zeigt jedoch auch im Mai und Anfang Juni eine starke Massierung von Feiertagen. Hier w√§re es zum Beispiel vorstellbar, den 1. Mai vom Tag der Arbeit wieder zum schlichten Arbeitstag umzufunktionieren und den dadurch freiwerdenden Feiertag auf den Aschermittwoch zu verlegen. Aus langj√§hriger Erfahrung wei√ü ich, dass gerade dieser von sehr vielen Menschen als Tag der Ruhe und Erholung √§usserst gesch√§tzt wird. So w√§re dieser Tausch eine, wie ich glaube wirklich gute und im Sinne des Proporzes zwischen geistlichen und weltlichen Feiertagen fast schon ein wenig geniale Idee. Wie denken Sie, verehrte LeserInnen eigentlich dar√ľber? Teilen Sie mir doch bitte Ihre Meinung dazu mit, sp√§testens bis zum 1. April n√§chsten Jahres,
meint Ihr F.G.R.


*Fensterspucker: Vom Namen her einer bekannten Figur im Wiener Stephansdom nachempfunden, ist der F. ein Mann, der aus dem Fenster schaut. Dabei stößt ihm manchmal etwas sauer auf, das er dann mit einem deutlich vernehmbaren " Pfui" von sich gibt.[i/]



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jon
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Handwerklich sauber, wenn auch f√ľr meinen Geschmack etwa lang (, was aber auch damit zu tun haben kann, dass ich den √∂sterreichischen Feiertags-Kalender nicht im Kopf habe).


Das Thema kommt immer mal wieder ‚Ästin Deutschland sind es aktuell die (nun vielerort doch nicht) verkaufsoffenen Adventssonntage, denen H√§ndler (, trotz der Tatsache, dass sie zus√§tzliche Personalkosten verursachen) nachtrauern. Weil ‚Äď und hier greift das im Text genannte Argument nicht mehr ‚Äď beim "gem√ľtlich Shoppen" (vor allem im Familien-Pulk) deutlich mehr Zeug gekauft wird, was man im "Schnelldurchlauf" √ľbersieht, weil man es eigentlich nicht braucht und auch zu wenig Mu√üe hat, es sch√∂n zu finden. Es ist also durchaus pl√∂tzlich "mehr Geld" da ‚Ķ
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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huwawa
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Hallo Jon

Danke f√ľr deinen Kommentar.
Was die L√§nge betrifft: Da sieht man wieder, wie segensreich die Beschr√§nkung auf eine gewisse Textl√§nge in einer Zeitungskolumne ist. Manches, das man aus Platzgr√ľnden wegfallen lassen muss, obwohl es einem doch so erw√§hnenswert scheint, ist es dann vielleicht doch nicht...

Zum Thema selbst: Nat√ľrlich hast du recht, dass beim "gem√ľtlich Shoppen" mehr gekauft wird ‚Äď genau das habe ich ja auch gesagt. Aber das Geld, das in den Einkaufszentren ausgegeben wird, steht halt dann anderweitig nicht mehr zur Verf√ľgung - und sei es vielleicht auch ‚Äěnur‚Äú f√ľr das Sparkonto. Es ist, krass ausgedr√ľckt, ein Vernichtungskrieg der Handelsriesen und Gastronomieketten gegen die kleinen Handels- und Gewerbebetriebe. Der 8. Dezember ist hierzu in ein √Ėsterreich typisches Beispiel.

Dass ich es in meinen Artikeln mit dem Ernst nicht all zu ernst nehme haben mir bis jetzt die Leser und gl√ľcklicherweise auch der Herausgeber nicht ver√ľbelt.

Sch√∂ne Feiertage und ein erfolgreiches Jahr 2006 w√ľnscht Dir

huwawa

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