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Leselupe.de > Kurzprosa
Georg ist tot.
Eingestellt am 03. 02. 2019 22:08


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ackermann
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Ich lese die Todesanzeige im Lokalteil der Samstagszeitung.
Ich beiße in die dick mit Marmelade bestrichene Brötchenhälfte, nehme einen Schluck Kaffee und schaue aus dem Fenster.
Georg ist tot.
Damals in der Realschule hatten wir kaum Kontakt. Und doch berührt mich sein Tod. Derselbe Jahrgang, dieselbe Stadt. Und – dieselbe erste Liebe.

Marianne, ja, Marianne, Marianne. Immer noch, nach all den Jahren, spĂĽre ich diese Begeisterung in mir, ein ganz besonderes GefĂĽhl, ein Kribbeln allĂĽberall. Sie war eine tolle Frau. Ein blondes Licht umgab sie. Damals, an einem Samstagmorgen, wachte ich auf und hatte ein Lied im Kopf; Mariannes Lied. Ich griff zur Gitarre und spielte und sang. Ich mutierte zu Walther von der Vogelweide und beschloss mein Lied, ihr Lied, unter ihrem Fenster zu singen.

Dann erzählte mir Kurt, er und Georg hätten mit Marianne geschlafen - gefickt, wie er sich ausdrückte. Ich lief gegen eine Wand und zerstörte Mariannes Lied. Ich versuchte es, doch es klang weiter in mir, in meiner Seele, in meinem Herzen. Ich radelte zu meinem Lieblingssee, ein sicherer, verborgener Platz für meine Gefühle. Ich legte mich ans Ufer, starrte in den blauen Himmel. Eine Frechheit, dieser Himmel, eine Frechheit. Als es dämmerte, radelte ich nach Hause. Ich drehte meine mickrige Anlage voll auf und besoff mich am Punk-Rock der frühen Kinks. Bis meine Mutter kam …

Kurt starb früh. Er kam von der Spätschicht, er hatte getrunken. Das Vorderrad seines Mofas verfing sich in den Rangiergleisen; Genickbruch.

Und jetzt Georg. Endlich.

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Freiheit, Gleichheit, Mahlzeit!

Version vom 03. 02. 2019 22:08
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Version vom 05. 02. 2019 15:59
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Version vom 09. 02. 2019 22:35

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Val Sidal
???
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@ackermann

Ein gelungener Text -- habe gerne gelesen.

Ein paar Hinweise -- Geschmackssache:

quote:
Endlich komme ich wieder zum Schreiben. Ich habe jetzt Zeit, aber mir fällt nichts ein. Es ist nichts passiert in den vergangenen Wochen. Die Umgehungsstraße wird endlich gebaut, der Gemeinderat hat es einstimmig beschlossen; es wurde auch Zeit. Und Georg ist tot. 

-- der Anfang bringt weder die Atmospäre noch die Handlung oder den Prot. weiter.

quote:
Mariannes Lied. Fix und fertig. Ich griff zur Gitarre und spielte und sang
--oberflächige Flapsigkeit -- beeinträchtigt die Gefühlsentwicklung.


quote:
Dann erzählte mir Kurt, er und Georg hätten mit Marianne geschlafen; – gefickt, wie er sich ausdrückte.
-- der Gedankenstrich ist dem Erzählfluss angemessener.
__________________
valS
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ackermann
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@Val Sidal, einverstanden :-)

Aber ich bin noch nicht ganz zufrieden. Der Anfang erscheint mir jetzt fast zu brutal. Ich wünsche mir ein sanftes Hinübergleiten zu "Georg ist tot". Eine Art beiläufiger Erwähnung ... Vielleicht fällt mir noch was ein.

GruĂź
ackermann


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Val Sidal
???
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Wie wäre es damit:

quote:
Ich lese die Todesanzeige im Lokalteil der Samstagszeitung, beiße in die dick mit Marmelade bestrichene Brötchenhälfte, nehme einen Schluck Kaffee und schaue aus dem Fenster.
Georg ist tot.
Damals in der Realschule hatten wir kaum Kontakt. Und doch berührt mich sein Tod. Der gleiche Jahrgang, die gleiche Stadt. Und – die gleiche erste Liebe.

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ackermann
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Danke. Das Leben kann so einfach sein :-)

GruĂź
ackermann
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Ciconia
Routinierter Autor
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Hallo Ackermann,

ich finde, an diesem kurzen Text gäbe es noch einiges zu feilen, er hat nach wie vor sprachliche Schwächen:

Viel zu viele Sätze beginnen mit Ich.

quote:
Der gleiche Jahrgang, die gleiche Stadt. Und – die gleiche erste Liebe.
Müsste es nicht in allen Fällen die/derselbe sein?
quote:
Als es dämmerte Komma radelte ich nach Hause
quote:
all ĂĽber all allĂĽberall

Das "endlich" ist übrigens auch für mich erst das Sahnehäubchen.

Vielleicht hast du ja Lust, noch einmal daran zu arbeiten.

GruĂź Ciconia


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