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Leselupe.de > Kurzprosa
Gerechtigkeit
Eingestellt am 10. 02. 2005 02:29


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Stairway
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ÔÇ×Wei├čt du, OpaÔÇť, fl├╝sterte der Junge mit einem funkelnden Blick, ÔÇ×ich glaube, es gibt
Gerechtigkeit auf der Welt.ÔÇť

Gem├Ąchlich entz├╝ndete der Gro├čvater seine Pfeife und lehnte sich zur├╝ck.

ÔÇ×Wei├čt du, JungeÔÇť, begann der Gro├čvater, ÔÇ×vor ein paar Jahren sah ich einen Stadtstreicher. Obwohl sich viele Menschen auf der Stra├če befanden, fiel mir der Mann schon von weitem auf. Schmuddelig war nicht nur seine Kleidung, sondern seine gesamte Erscheinung. Je n├Ąher er mir kam, desto mehr erkannte ich seinen Zustand. Seine Haare waren fettig und ungek├Ąmmt, seine Barthaare wuchsen wie sie gerade wollten und seine Hose war zerschlissen, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Er bewegte sich immer n├Ąher auf mich zu. Seine Augen waren m├╝de und in seinem Blick spiegelte sich sein Leid wieder.

Als er so an mir vor├╝berging, hielt er auf einmal inne und starrte auf den Asphalt. Ich glaube, ein freudiges Raunen aus seinem Mund geh├Ârt zu haben. Er b├╝ckte sich und griff nach etwas, das auf dem Boden lag. Als er sich schlie├člich erhob, wandte er sich mir zu, l├Ąchelte ├╝ber sein ganzes Gesicht und zeigte mir stolz, was er soeben gefunden hatte. Es war ein Pfennigst├╝ck. ÔÇ×Das muss mein Gl├╝ckstag seinÔÇť, sagte er triumphierend. ÔÇ×Ein Gl├╝ckspfennig.ÔÇť

Er drehte sich um und ging seines Weges. Ich blickte ihm l├Ąchelnd nach, bis er schlie├člich in der Menschenmenge verschwand.

Nachdem der Bus an der Haltestelle angekommen war und ich gerade einsteigen wollte, merkte ich, dass an meinem Schuh irgendetwas schleifte. Ich sah hinab zu meinen Schuhen und stellte mich schlie├člich auf ein Bein, um zu sehen, ob etwas an der Sohle haftete. Als ich sah, was an meinem Schuh hing, wusste ich, was ich von der Gerechtigkeit zu halten habe. An der Sohle klebte ein Kaugummi, und am Kaugummi ein Hundertmarkschein."

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Sehen ist nicht gleich erkennen!

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Stairway
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An alle Bewerter

Ich finde es ja toll, wenn ihr mein Werk bewertet. Aber leider n├╝tzt mir eure Bewertung nichts, wenn ihr keinen Grund angebt. Schlie├člich kann ich aus der Bewertung nicht entnehmen, ob ihr etwas an meinem rhetorischen Stil auszusetzen habt oder ob sich die Kritik gegen den Inhalt der Geschichte richtet. Letzteres wird wohl immer einen Grund zum Streiten geben.

Herzlichst

St├Ąrw├Ąi
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Rainer
???
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hallo stairway,

unten meine gedanken zum text

ÔÇ×Wei├čt du, OpaÔÇť, fl├╝sterte der Junge mit einem funkelnden Blick, ÔÇ×ich glaube, es gibt
Gerechtigkeit auf der Welt.ÔÇť warum funkelt der blick; er ist doch nicht w├╝tend oder von vorn herein zu widerspruch aufgelegt ÔÇô jedenfalls ist es mir nicht erkennbar.

Gem├Ąchlich entz├╝ndete der Gro├čvater seine Pfeife und lehnte sich zur├╝ck. klingt so ausgekatscht; ein bisschen wie ein sch├╝ler, der im aufsatz auf eine bekannte formulierung zur├╝ckgreift.

ÔÇ×Wei├čt du, JungeÔÇť, begann der Gro├čvater, ÔÇ×vor ein paar Jahren sah ich einen Stadtstreicher sehr gut: der opa nennt ihn stadtstreicher, der enkel w├╝rde ihn sicher penner nennen. Obwohl sich viele Menschen auf der Stra├če befanden, fiel mir der Mann schon von weitem auf. Schmuddelig war nicht nur seine Kleidung, sondern seine gesamte Erscheinung. kann man von weitem mehr als die schmuddelige kleidung erkennen? Je n├Ąher er mir kam, desto mehr erkannte ich seinen Zustand. das ist wohl immer so. aber ob der gro├čvater seinen ZUSTAND erkannte, wage ich zu bezweifeln. vielleicht hier ein beispiel bringen, und nicht die globale tatsache NENNEN.Seine Haare waren fettig und ungek├Ąmmt, seine Barthaare wuchsen wie sie gerade wollten und seine Hose war zerschlissen, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Er bewegte sich immer n├Ąher auf mich zu. Seine Augen waren m├╝de und in seinem Blick spiegelte sich sein Leid wieder. s.o.

Als er so an mir vor├╝berging, hielt er auf einmal inne und starrte auf den Asphalt. Ich glaube, ein freudiges Raunen aus seinem Mund geh├Ârt zu haben. Er b├╝ckte sich und griff nach etwas, das auf dem Boden lag. Als er sich schlie├člich erhob, wandte er sich mir zu, l├Ąchelte ├╝ber sein ganzes Gesicht und zeigte mir stolz, was er soeben gefunden hatte. Es war ein Pfennigst├╝ck. ÔÇ×Das muss mein Gl├╝ckstag seinÔÇť, sagte er triumphierend. ÔÇ×Ein Gl├╝ckspfennig.ÔÇť hedwig courths-mahler realismus

Er drehte sich um und ging seines Weges. Ich blickte ihm l├Ąchelnd nach, bis er schlie├člich in der Menschenmenge verschwand. ausgekatscht

Nachdem der Bus an der Haltestelle angekommen war und ich gerade einsteigen wollte, merkte ich, dass an meinem Schuh irgendetwas schleifte. Ich sah hinab zu meinen Schuhen F├╝ssen und stellte mich schlie├člich auf ein Bein, um zu sehen, ob etwas an der Sohle haftete. Als ich sah, was an meinem Schuh hing, wusste ich, was ich von der Gerechtigkeit zu halten habe. An der Sohle klebte ein Kaugummi, und am Kaugummi ein Hundertmarkschein." in meinen augen unrealistisch: z.b. wenn ich einen kaugummi an der schuhsohle habe merke ich das, so lange er noch ÔÇ×frischÔÇť ist ÔÇô denn mich st├Ârt das festkleben am untergrund. ist der kaugummi schon l├Ąnger dran (so dass ich ihn nicht mehr bemerke), kann er unterwegs keinen hunni einsammeln, denn er ist nach unten hin nicht mehr klebrig.
ich w├╝rde den gro├čvater auf andere art zu dem gro├čen schein kommen lassen.
ich hoffe nur, dass du mir jetzt nicht sagst, dass es aber haargenau so passiert ist - dann schreibt wirklich das leben die besten geschichten :-)



ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen; wir k├Ânnen uns auch gern ├╝ber alle punkte einzeln unterhalten.

viele gr├╝├če

rainer

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Stairway
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Hallo Rainer

Vielen Dank, dass du dir die M├╝he gemacht hast, meinen Text so sorgf├Ąltig auseinanderzunehmen. Du hast die Geschichte fast nochmal neu geschrieben. Das muss ja schon eine Ewigkeit in Anspruch genommen haben.

Wie so oft, war es auch dieses Mal der Fall, dass die Schw├Ąchen einer Geschichte erst durch Resonanz erkannt werden. Ich verstehe die einzelnen Punkte, au├čer den Begriff "Hedwig Courths-Mahler Realismus".

freundliche Gr├╝├če

Sascha
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Rainer
???
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hallo sascha,

hedwig... - ich w├╝rde den stadtstreicher nicht sooo ├╝berschwenglich reagieren lassen, vielleicht nennt er seinen fund etwas sarkastisch gl├╝ckspfennig; halt irgendwie ein bi├čchen realer gestalten.

viele gr├╝├če

rainer
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