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Leselupe.de > Kurzprosa
Gerettet
Eingestellt am 22. 11. 2006 22:53


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Franka
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Gerettet

Der Wind erwischte sie eiskalt und sie war auf sich selber sauer. Wieso war sie auch so losgelaufen, ohne Schal und M├╝tze und noch dazu nur mit der leichten Jacke.
Auf dem Kalender hatte bereits vor einigen Tagen Fr├╝hlingsanfang gestanden und doch gelang es dem Winter bisher dieses K├╝ndigungsschreiben standhaft zu ignorieren.
Sie schlug den Kragen hoch und versenkte die H├Ąnde in den Jackentaschen. Klug w├Ąre es, zur├╝ck zu gehen und sich w├Ąrmer anzuziehen. Doch er w├╝rde noch beim Packen sein und ihm wollte sie in diesem Leben nicht noch einmal begegnen.

Sie kannten sich seit vier Jahren, waren sich eher zuf├Ąllig ├╝ber den Weg gelaufen und doch stand f├╝r sie von Anfang an fest, auf ihn hatte sie all die Jahre gewartet. Wie sich nun leider herausstellte, v├Âllig umsonst. Er hatte es einfach nicht geschafft die alten Geschichten hinter sich zu lassen und keine neuen zu beginnen.
Heute war dann das Fass ├╝bergelaufen und jetzt war er beim Packen.
Sie hatte ihm bis zum Abend Zeit gegeben.
Mit tausend Versprechungen versuchte er sie wieder zuzusch├╝tten, doch dieses Mal hatte sie nicht nachgegeben, war lieber mit ihrer Nachgiebigkeit in den Nachmittag gefl├╝chtet.

Da ihr kalt war, lief sie schneller. Hin und wieder fuhr sie mit den H├Ąnden ├╝ber die Augen. Doch nur der eisige Wind trieb ihr die Tr├Ąnen in diese.
Zun├Ąchst lief sie v├Âllig ziellos und je l├Ąnger sie lief, um so weniger sp├╝rte sie die K├Ąlte. Sie f├╝hlte sich mit einem Mal frei, erleichtert und irgendwie stolz.
So lenkte sie ihre Schritte in eine bestimmte Richtung und stand schon bald vor einem kleinen Caf├ę. Die Glocke am Eingang l├Ąutete leise, als sie es betrat.
Sie suchte sich eine ruhige Nische und bestellte zwei Schoppen Rotwein.

Die Kellnerin warf ihr einen verwunderten Blick zu, als sie die beiden Gl├Ąser hob, sie leicht aneinander klingen lie├č und aus jedem Glas einen Schluck nahm. Diese konnte ja nicht wissen, dass aus dem zweiten Glas ihr wiedergefundenes Selbstvertrauen trank. In den letzten Jahren war es krank gewesen, mit jedem Tag hinf├Ąlliger geworden. Beinahe h├Ątte sie zu dessen Beerdigung gehen m├╝ssen. Heute, als sie ihm die Schuhe vor die T├╝r gestellt hatte, war es dem Tod von der Schippe gesprungen und dies war wei├č Gott ein Grund zum Feiern.

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maerchenhexe
???
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hallo Franka

dein Werk gef├Ąllt mir. Die klare Sprache passt genau zu der Entscheidung, die deine Protagonistin getroffen hat. Und, noch viel wichtiger, diesmal ist sie standhaft geblieben. Aber vielleicht k├Ânnte die Glocke irgendeinen leisen Ton von sich geben, statt zu schellen. Bei dem Wort "schellen" denke ich immer an laut, schrill, jedenfalls an ein unharmonisches Ger├Ąusch. Ist aber m├Âglicherweise auch nur eine pers├Ânliche Marotte von mir.

lieber Gru├č

maerchenhexe
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Tend the garden, that you seeded,
be a friend, where a friend is needed and you won't have to look round the other way.

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Franka
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Danke, nun l├Ąutet die Glocke.

LG Franka

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no-name
Guest
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Liebe Franka,

einfach klasse. Jedes Wort stimmt, sitzt an der richtigen Stelle und das Bild, mit den zwei Gl├Ąsern am Schlu├č Deines Textes hat mit besonders gut gefallen.

Diese Konsequenz durchzuhalten, ist wahrlich nicht einfach - ich konnte die Zweifel und letztendlich auch die Erleichterung Deiner Protagonistin fast k├Ârperlich nachempfinden... Ich m├Âchte ihr jetzt fast ein "Auf zu neuen Ufern" zurufen...

L├Ąchelnde Gr├╝├če von no-name.

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dubidu
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Liebe Franka,

Auf dem Kalender hatte bereits vor einigen Tagen Fr├╝hlingsanfang gestanden und doch gelang es dem Winter, bisher dieses K├╝ndigungsschreiben standhaft zu ignoriert.ignorieren

Sie kannten sich seit vier Jahren

Mirt tausend...

Bitte ├╝berarbeite deinen Text noch einmal. Er holpert und stolpert vor sich hin. Das Thema ist interessant, doch die Durchf├╝hrung bedarf einer gr├Â├čeren Sorgf├Ąltigkeit.

Gru├č
das dubidu
__________________
Die Tollk├╝hnheit des Schreibers und sein spontanes Bed├╝rfnis nach Wahrheit m├╝ssen allemal gr├Â├čer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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Franka
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Hallo Dubidu,

danke f├╝r das Finden der Tippfehler, ich habe nachgebessert.
Ansonsten ist dies ein ├Ąlterer Text, ich werde ihn daher so belassen.
Und zum Gl├╝ck sind ja nicht alle Leser deiner Meinung.


Liebe Gr├╝├če
Franka

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dubidu
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Liebe Franka,

sch├Ân, nun liest es sich besser.

Ob dein Gl├╝ck auch das Gl├╝ck der Anderen ist und ob dein unmittelbares Gl├╝ck dich letztendlich gl├╝cklich werden l├Ąsst, wird sich erweisen. Ich w├Ąre gl├╝cklicher, wenn du an den S├Ątzen deines Textes etwas mehr arbeiten w├╝rdest, damit das Gl├╝ck derjenigen, die neben dem Inhalt auch auf den sprachlichen Ausdruck wert legen, gr├Â├čer wird. Denn mit ein wenig mehr Sorgfalt, k├Ânnte mir der Text, auch wenn er ├Ąlter ist, viel besser gefallen.

Gru├č
das dubidu
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RAFAEL SELIGMANN

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