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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Geschichte wird geschrieben
Eingestellt am 03. 01. 2003 11:58


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VanOldi
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2000

Werke: 115
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Geschichte wird geschrieben

Christobal de Coloumb stand, vom Ausruf aus dem KrĂ€hennest erstarrt, am Bug der Santa Carbale. Wie ein Adler versuchte er hinter die Horizontlinie zu sehen, wo sich das ausgeschriehene Land befinden mußte.
Dann endlich konnten sich seine Muskeln entspannen. Die Fasern lockerten sich, als wĂ€ren sie aufgeblĂ€hte Segel die der frische Wind plötzlich im Stich lĂ€ĂŸt. Die ersten Berggipfel kamen in Sicht und der KapitĂ€n bekreuzigte sich. "Indien! Indien!" rief er erregt aus, dann lenkte er seinen Blick zum Himmel, "danke mein Gott, Deine PrĂŒfungen waren hart, aber nun belohnst Du uns mit all Deiner GĂŒte".

Auf dem Achterdeck hatte sich ein Teil der kleinen Besatzung, erschöpft aber glĂŒcklich, eingefunden und begann einen Tanz, eine Mischung aus Ringelrein und wildem GehĂŒpfe, aufzufĂŒhren. Dabei johlten und grölten sie, als hĂ€tte sie gerade den heimatlichen Hafen entdeckt und nicht irgendein verlassenes Eiland jenseits der königlich, spanischen Welt.

Aus der Gruppe der ausgelassenen MĂ€nnern, die wie ein Bettlerbalett wirkten, löste sich Don Frederico, der erste Steuermann. Er ging quer ĂŒber das Mittschiff, stellte sich neben seinen KapitĂ€n und klopfte diesem, was er bisher nie gewagt hatte, auf die Schulter. "Das ist Euer Land, das ist Euer siegt, Christobal!"

"Nein", Coloumb schĂŒttelte den Kopf, "es ist der Sieg der Krone und der Sieg des Kreuzes!"

"Zwei Sieger die es nicht dulden werden, dass ein anderer neben ihnen den gleichen Lorbeerkranz trÀgt! Solange sie nichts von ihrem beiderseitigen Gewinn wissen sollten wir die Gunst ihrer Unwissenheit nutzen, mein KapitÀn".

"Ja, ich glaube Ihr habt recht Frederico. Lasst die Beiboote zu Wasser bringen."


Mit wilden RuderschlĂ€gen, mehr wie von einem zappelnden Fisch als wie von einer organisierte Truppe, wurden die Boote von den MĂ€nnern zum Land getrieben. Sobald Christobal sah, dass das Wasser nicht mehr all zu tief war, sprang er in die seichten Wellen und durchpflĂŒgte sie zum Strand. Dahinter taten es ihm die Ruderbesatzungen gleich.

Kaum hatte er die erste trockene Stelle erreicht, kniete sich der Entdecker in den Sand und kĂŒĂŸte diesen, als habe er eine Truhe voll Gold gefunden, wĂ€hrend seine MĂ€nner vorbeistĂŒrmten. Dann trafen Christobals Lippen auf etwas hartes, ein StĂŒck Holz, glatt wie eine Schiffsplanke. Er wischte die feinen Körner von seinem FundstĂŒck. Irgendetwas war in die Maserung eingeritzt worden, aber es war anscheinend keine Schrift. Zumindest nicht fĂŒr Coloumb, denn hĂ€tte er Runen gekannt, so hĂ€tte ihm das StĂŒck Holz einen Namen verraten: "Eric der Rote".

Christobal stand auf und schaufelte mit seinem rechten Schuh Sand auf das PlankenstĂŒck, bis es nicht mehr zu sehen war.

"Kommt Christobal, wir wollen Euch feiern!", rief winkend Frederico, der mit den MĂ€nnern die Palmen weiter oben am Strand bereits erreicht hatte: "Was sucht Ihr denn dort ?"

"Nichts, mein Freund - Nichts! Ich komme Frederico. Jetzt wollen wir Geschichte schreiben!"

__________________
(C) 2003 by Stefan Mollenhauer
Gedichte berichten verdichtet Geschichten

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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hm,

eine gute geschichte, flĂŒssig zu lesen. inhalt und ausdruck gefallen mir auch, ebenso die aussage. n paar tippfehler beseitigen und die sache ist druckreif. ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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VanOldi
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2000

Werke: 115
Kommentare: 51
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Hallo flammarion,

es freut mich zu lesen, dass Dir die Geschichte gefallen hat und vor allem, dass Du sie flĂŒssig zu lesen fandest, ich war mir darĂŒber nicht so sicher, da dies mein erster Versuch einer Kurzgeschichte ist.

Gruß Stefan
__________________
(C) 2003 by Stefan Mollenhauer
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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

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GefĂ€llt mir gut, und die Idee ist wirklich klasse, aber es gibt (abgesehen von der Tatsache, daß du sie noch mal Korrektur lesen solltest..) zwei Dinge, die m.E. verbessert werden mĂŒĂŸten.

Zum einen ist das GesprĂ€ch zwischen Coloumb und Frederico etwas gestelzt. Möglich, daß es gelockert wĂŒrde, wenn du ein paar Reaktionen des Steuermannes und des KĂ€pt’ns einbaust (v.a. in den AbsĂ€tzen „Zwei Sieger“ff und „Ja, ich glaube“ff). Der Steuermann bereitet mir eh ein bißchen Kopfzerbrechen. Wieso ist ein Adliger („Don“) Steuermann? Wieso nennt er Coloumb beim Vornamen und wird von ihm geihrzt? Immerhin ist Coloumb doch eine Respektsperson, der er bisher nicht einmal auf die Schulter zu klopfen getraute.

Zum zweiten finde ich es doch sehr merkwĂŒrdig, daß Eric der Rote ein StĂŒck Planke mit seinem Autogramm zurĂŒckgelassen hat. Dies fĂŒhrt auch zu der recht unschönen Stelle: „Zumindest nicht fĂŒr Coloumb, denn hĂ€tte er Runen gekannt, so hĂ€tte ihm das StĂŒck Holz einen Namen verraten: "Eric der Rote".“ Du erzĂ€hlst so gut aus Coloumbs Sicht, und da ist plötzlich der Bruch, an dem du ĂŒber das Wissen des Protagonisten hinausgreifst. Vielleicht hĂ€tte ein anderes FundstĂŒck die Sache umgehen können, etwa ein Wikingerschild o.Ă€. Das Leser wird wissen, auf was Coloumb da gestoßen ist, auch wenn es keine Unterschrift trĂ€gt. Und einen alten verrosteten Schild, dem man die Jahre ansieht, wird Coloumb auch viel eher wieder mit Sand zuschĂŒtten als ein StĂŒck Holz mit Runen, die er nicht lesen kann.

__________________
Andrea Rohmert

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