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Leselupe.de > Humor und Satire
Geschlechterkrampf 2
Eingestellt am 23. 08. 2003 01:14


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strumpfkuh
???
Registriert: Jun 2003

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Geschlechterkrampf 2

Bis ich zw├Âlf Jahre alt war, fand ich M├Ądchen doof. Heute kann ich mir das nur so erkl├Ąren, dass Kinder tats├Ąchlich einen untr├╝glichen Instinkt f├╝r Gut und Schlecht haben m├╝ssen. F├╝r mich als Jungen jedenfalls stand fest, mit diesen Puppen spielenden, Haarspangen bespickten und neunmal klugen Wesen konnte ich nichts anfangen.
Beim Fu├čballspielen waren sie entweder sofort au├čer Puste, oder aber sie jammerten ├╝ber die Flecken in ihrer Kleidung. Als ob wir Jungs beim Nachhausekommen nicht die Schimpftiraden unserer M├╝tter ├╝ber uns ergehen lassen m├╝ssten. Aber M├Ądchen waren eben immer bestrebt, alles richtig zu machen, den Lehrern, den Eltern, einfach allen Erwachsenen zu gefallen. Nur, um dann auf uns Jungs sp├Âttisch herab zu blicken. Dabei hatten sie keine Ahnung, wie sch├Ân das Leben sein konnte, ohne Erwachsene und ohne M├Ądchen, die alle unsere Schandtaten verpetzten.

Mein Geschlechtstrieb erwachte durch unsere neue Nachbarin. Sie klingelte eines Tages bei uns, um sich vorzustellen. Ich war alleine zu Hause und kaum zu einer Antwort f├Ąhig, denn sie war viel sch├Âner, als alle weiblichen Wesen, die ich je vorher zu Gesicht bekommen hatte. Ihre Haare waren dunkel und fielen ihr bis auf die H├╝fte hinunter. Sie blickte mich durch lange, schwarze Wimpern hindurch mit ihren kobaltblauen Augen an, und ich traute mich kaum, ihr in den Ausschnitt zu schauen, der mir aus den Augenwinkeln wie ein neu entdecktes Paradies erschien.
Seit diesem Tag war ich verblendet. Ich konnte nicht mehr klar denken. Wo vorher noch gro├če Tr├Ąume waren, da gab es jetzt nur noch Br├╝ste, Beine und das, was dazwischen lag. Jahre verschwendete ich auf der Jagd nach allem, was weiblich und h├╝bsch war. Und f├╝r mich war fast alles, was weiblich war, auch h├╝bsch. V├Âllig egal, dass sie nicht einmal als Torwart zu gebrauchen waren. In allem gab ich nach, ich h├Ârte ihre Musik, ich redete ├╝ber ihre Themen, ich h├Ątte sogar Puppen mit ihnen gespielt, nur f├╝r einen Kuss.
Ehe ich zur Besinnung kam, landete ich schon vor dem Traualtar, und das erste Kind war unterwegs.

Nun h├Âre ich mir beim Nachhausekommen die Schimpftiraden meiner Ehefrau an. Irgendetwas ist schiefgelaufen. Der einzige Trost ist mein Sohn, der mit seinen sieben Jahren noch wei├č, was wirklich wichtig ist im Leben. Mit ihm gehe ich jetzt Fu├čball spielen, wir pinkeln beide im Stehen, wir fr├╝hst├╝cken gemeinsam im Bett, und es ist uns egal, wenn wir am Ende f├╝r alles, was wir tun, garantiert geschimpft werden. Wenn nicht von seiner Mutter, dann zumindest von seiner drei Jahre j├╝ngeren Schwester, die kann das auch schon ganz gut.

Das einzige, was mir jetzt noch bleibt, ist, meinen Sohn vorzuwarnen, damit er nicht genauso blindlings in die Falle l├Ąuft wie ich. Die Natur hat uns M├Ąnnern einen Streich gespielt. Wir, das st├Ąrkere und praktischer veranlagtere Geschlecht, sind dazu verdammt, ab einem bestimmten Alter den Kopf zu verlieren, sobald wir auch nur an die Weiblichkeit denken. Doch ich f├╝rchte, ich kann ihn nicht davon abhalten, den selben Fehler zu begehen, wie alle M├Ąnner vor ihm. Letzte Woche habe ich ihn im Schwimmbad beobachtet, wie er einen Salto vom Drei- Meter- Sprungturm versuchte. Sein R├╝cken schmerzte noch tagelang sp├Ąter, und das alles nur, weil ein paar M├Ądels aus seiner Klasse daneben standen und ihm zu schauten. Verspottet haben sie ihn obendrauf, als er seinen Platscher hinlegte. Vielleicht war ihm das eine Lehre, aber ich habe wenig Hoffnung.

Ich hoffe, die Gentechnik hilft uns eines Tages weiter. Wenn wir erst einmal im Stande sind, uns ohne das weibliche Geschlecht zu vermehren, verk├╝mmert bestimmt auch evolutionsbedingt unser Sexualtrieb im Laufe der Jahrhunderte. Ohne den werden wir M├Ąnner zu ungeahnten geistigen und k├Ârperlichen H├Âchstleistungen f├Ąhig sein. Allerdings w├Ąren Frauen in einer solchen Welt ├╝berfl├╝ssig. Irgendeine Aufgabe m├╝sste man f├╝r sie finden, denn ganz ohne die Weiblichkeit, das kann ich mir zumindest nicht vorstellen.
Bis dahin ist allerdings noch ein weiter Weg. Solange m├╝ssen wir uns mit den fleischlichen Gel├╝sten plagen. Nehmen wir es also, wie es ist. Wie sagt Mann so sch├Ân? Es gibt viel zu tun. Packen wirÔÇÖs an!




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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

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Hallo Doro,

ja so ist es mit den Fortsetzungen, die sind meistens nicht so gut gelungen wie das Original.

So auch - aus meiner Sicht - bei der vorliegenden Fortsetzung. Es fehlt ein wenig der Witz, die ├ťbertreibung, das Gef├╝hl, die Autorin sei mit all ihren Emotionen beim Schreiben gewesen.

Ich denke, du hast m├╝hsam die platten Klischees genommen und zu einem Text zusammengef├╝gt.

Das kannst du aber besser!!!!

Bis bald,
Michael

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strumpfkuh
???
Registriert: Jun 2003

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Lieber Michael,
ich freue mich ├╝ber deinen ehrlichen Kommentar. Ich hatte selbst gez├Âgert, ob ich den Text einstellen soll, weil ich ihn auch so empfunden habe. Aber ich war mir eben nicht sicher. Danke also f├╝r deine Kritik und ganz liebe Gr├╝├če
Doro

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