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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Gesprungen
Eingestellt am 15. 09. 2004 21:44


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tinchen
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2002

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Ich war gesprungen.


Eigentlich wollte ich schon lange springen und immer wieder hatte ich mich gef├╝hlt, als h├Ątte ich den Sprung schon lange gewagt. War geschafft und kaputt. Doch ebenso bemerkte ich immer wieder, dass ich es eben nicht riskiert hatte.
Dass ich wieder auf Abstand gegangen war. Wieder jede Bemerkung so gedreht und interpretiert hatte, dass ich die Gelegenheit hatte, mich zur├╝ck zu ziehen. War kalt geworden oder auch k├╝hl geblieben.

Ich war wirklich gesprungen, nicht nur im ├╝bertragenen Sinne.
Ich hatte es satt mich zu verstecken. Die Mauer war genauso stabil geblieben; aber ich hatte keine Lust mehr, mich hinter ihr zu verstecken.

Dann war die Gelegenheit da. Wie hatte die Trainerin gesagt: Manchmal w├Ąre es gut, sich was vorzustellen, auf das man zu oder ├╝ber das man springen wolle.
In diesem Moment ├╝berrollte es mich fast: Ich wollte springen.
Ich hatte solche Angst, war angespannt, musste immer wieder tief ein und ausatmen, redete mir selbst gut zu. Doch ich wollte in diesem Moment nichts anderes als springen. Ich war so voller Energie. Nichts h├Ątte mich abgehalten; alles andere um mich herum ausgeblendet.

Danach f├╝hlte ich mich gut, nicht ├╝berragend, au├čergew├Âhnlich, aber gut.
Dass ich die Mauer wirklich ├╝berquert hatte, merkte ich erst, als ich ihn wiedersah.

Als wir uns kennen lernten, f├╝hlte ich mich nicht anders, als in den Momenten vor dem Sprung. Er gefiel mir. Ich hatte Lust, ihn zu k├╝ssen, ihn zu reizen. Ein weiteres belangloses Kennenlernen. Weiter dachte ich nicht.

Als wir uns wiedersahen, br├Âckelte die Mauer nicht. Sie war einfach nicht mehr da. Keine Angst vor N├Ąhe, kein Abwenden, kein Suchen nach Gr├╝nden gegen das Gl├╝ck. Sie war einfach nicht mehr da.

Da f├╝hlte ich, dass ich dieses Mal wirklich gesprungen war. Ich war ├╝berrascht, aber nicht verwundert. Ich f├╝hlte mich frei, erleichtert. Ich f├╝hlte mich einfach wunderbar.
Jeder einzelne Moment, in dem ich mich ihm entgegen lehnte, ihn an mich zog, seine N├Ąhe suchte und herausforderte, erlebte ich wie ein Wunder. Wie einen Fl├╝gelschlag in die Freiheit, in Richtung Gl├╝ck.

Er war nicht der Traum meiner schlaflosen, einsame N├Ąchte. War es nicht mal ann├Ąhernd. Doch f├╝r dieses Gef├╝hl, verliebte ich mich in ihn.

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