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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Geständnis
Eingestellt am 31. 12. 2005 20:05


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Zarathustra
Routinierter Autor
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Zückt schon mal den Rotstift Leute!

"Ihr habt Nichts verstanden (von mir)"

Ihr wollt nicht verstehen
worum es geht,
habt nicht gesehen
woher der Wind weht.

Habt meine Gefühle mit Füßen getreten;
sachlich, aber hochmütig arrogant.
Bin selbst schuld, hab euch ja gebeten.
Nun steh ich mit meinem Rücken an der Wand!

Meine Werke sind unterdurchschnittlich, das ist mir klar.
Ihr meint sogar, sie sind schlecht; - nicht ausgereift unsorgfältig gestaltet!
In Rezessionen komme ich nicht gut weg.
Zur recht, wie ich meine.
Und Kritiker finden, dass meine Beiträge oft schlampig geschrieben sind.
Es fehlt ihnen die Tiefe.
Das besondere Etwas.
Das Literarische non – plus – ultra.
Im Grunde schreibe ich für den Müll!

Immer euer Zwang zur Tiefe!

Habt nicht zwischen den Zeilen gelesen;
die wichtigen Dinge?
Dort leben Gefühlswesen,
mit denen ich ringe.

Diese Wesen leben,
sie leiden und lieben.
Sie fühlen sich missachtet; - missachtet von euch.

Es ist mir schon klar:
Meine Geschichten sind oft nicht griffig, sie sind euch unverständlich.
Der Plot kommt nicht rüber. Der Spannungsbogen ist flach.
An den Haaren herbeigezogen ist es oft was ich schreibe. Von – weit - hergeholt; - von sehr weit her.
Mit ein bisschen mehr Mühe, hätte es etwas werden können; schade um die gute Idee.
Wieder einmal etwas vermasselt.
Mangelhaft und ungenügend.
Wie in der Grundschule.

Nein, ihr braucht mir nichts zu sagen.
Ich kenn das;
Ich war ein schlechter Schüler; - und bin es bis heute.
Nichts für ungut!

Aber trotzdem:
Meinen Geschichten haben etwas Besonderes.
Sie allein haben etwas, was allen anderen fehlt.
Es ist wie das Salz in der Suppe; - versteht ihr?
Ohne Salz schmeckt alles fad!

Meine Geschichten haben nämlich viele Fehler; - gespickt sind sie davon.
Rechtschreibfehler, Interpunktion und Grammatik; oft ist das bei mir beliebig.
Damit bin ich überfordert; - und zwar total.

Glaubt mir, ich achte die deutsche Sprache, achte auf die Regeln.
Ich achte das Gesetz.
Doch es ist kraftlos in mir.

Ich bin Legastheniker müsst ihr wissen.
Und ich stehe dazu.
Zu mir und zu meinen Geschichten.

Legasthenie ist eine Krankheit und kein Spaß.
Albert Einstein war auch Legastheniker, habt ihr das gewusst?

Wer nähmlich mit "h" schreibt, der ist dämlich!
Ätsch! Du Dumpfbacke, du Arschgesicht.
Vahrrad und Faterland! Zu blöd, zum schreiben!

Als Linkshänder haben sie mich auf die Finger geschlagen, ganz heftig mit dem Lineal; -
immer drauf; -
nur damit ich rechts schreibe.
Nur mit rechts schreiben ist gut.
Nur so denken ist richtig!

In mir hat sich dann alles verdreht.
Verwickelt und verdreht.
Was ist richtig, was ist falsch?

Ein Literaturforum ist kein sozialer Dienst; - das habe ich schon verstanden.
Darum höre ich jetzt auf damit.

Ich will ja zum Höhepunkt der Geschichte kommen.
Den Spannungsbogen nicht überziehen.

Irgendwann habe ich also (nähmlich) aufgehört für Kritiker zu schreiben.
Aufgehört, das zu sagen was euch gefällt.
Es so zu sagen, dass es ankommt.
Und nicht anders.

Ich wollte es so sagen, wie es aus mir herauskommt.

Ich wurde richtig ungezogen!
Ich wurde frech!
Irgendwann wurde ich dann frei von dem Gedanken, zu schreiben um anderen zu gefallen. – Irgendjemand Unbekanntem.

Ich habe aufgehört im Schreiben die Liebe von euch zu suchen!

Wisst ihr was ich dann gefunden habe?
Den Lohn des Dichters, habe ich gefunden!

Was ist der Lohn eines Dichters? Kennt ihr den?
Was ist der Lohn für seine Mühe?
Was ist der Lohn für deine Tränen?
Was ist der Lohn dafür, dass die Seele weint beim Schreiben?

Der Lohn des Dichters ist, das Werk, das er geschrieben hat.
Wenn deine Seele nicht geweint hätte, Dichter – pass auf:
dann wäre das Gedicht nie geschaffen worden.
Nie geschrieben!

Wir dürfen es nie vergessen; niemals:
Gedichte leben!
Sie leben mit ihren Fehlern; sie leben trotz ihrer Fehler; -
Und meine leben nur, weil sie Fehler haben.
Wie meine Kinder.
Wie Ich!


(c) 11.03.2005 11:22 von Zarathustra

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Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

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flammarion
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he,

das ist jetzt aber nicht dein ernst, oder? bleib bitte bei uns. mindestens in mir hast du einen geneigten leser. und für - besser gegen - rechtschreibfehler haben wir die schreibwerkstatt! ich korrigier dir deine sachen gerne durch.
lg
__________________
Old Icke

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Zarathustra
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natürlich bleib ich hier....

sowieso und natürlich bleibe ich hier...

das war nur ein Sylvestergeständnis.

Abschied ist nicht mein Ding.

Aber irgendwann war es doch an der Zeit,
mich zu outen...

Grüsse aus München..
Hans

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flammarion
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seufz!

da bin ich aber froh. du bist nicht der einzige legastheniker auf der lupe. und wenn du es nicht zugegeben hättest, wäre ich nicht drauf gekommen. mein großer bruder und einer meiner söhne weisen auch diese schwäche auf, und gerade die beiden haben stets die besten ideen. wenn das kein guter ausgleich ist, dann weiß ich auch nicht. also - auf ein glückliches neues jahr!
lg
__________________
Old Icke

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Zarathustra
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Ich verrate dir was Flammarion:

Eigentlich habe ich diese Geschichte für eine Bekannte geschrieben; - sie wollte sich in der Lupe anmelden; - hatte aber viele Probleme angenommen zu werden:

Die Fehler waren zu viel.
Sie hat auch einen Hang zur Legasthenie...

Letztenendes habe ich aber diese Geschichte zurückgezogen um sie nicht bloss zu stellen.

Nun aber, an Sylvester - habe ich sie wieder ausgegraben.

(Ich war irgendwie frustriert und hatte wohl ein Glas Sekt zu viel ;-)

Grüsse Hans
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flammarion
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nun,

der bekannten kannste auch die schreibwerkstatt empfehlen. da wird dann so lange am text gefeilt, bis er gut genug für eins der anderen foren ist.
lg
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Old Icke

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rosste
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Hallo Zarathustra,
fehler machen ist o.k.
die ganze welt ist voller fehler. die welt würde ohne "fehler" gar nicht bestehen können.
wir menschen machen besonders viele fehler. und die auch noch immer wieder.
das macht uns nervig oder auch sympathisch.
der größte fehler ist, nicht zu seinen fehlern zu stehen.
wenn du dazu stehst, bist du vielen voraus.
auf lange sicht verarmt man, wenn man nicht zu seinen fehlern steht.

quote:
Meinen Geschichten haben etwas Besonderes.
Sie allein haben etwas, was allen anderen fehlt.
Es ist wie das Salz in der Suppe; - versteht ihr?
Ohne Salz schmeckt alles fad!

Meine Geschichten haben nämlich viele Fehler; - gespickt sind sie davon.

fehler auf diese oder jene art - sie gehören zu dir - und du gehörst dazu.

lg

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