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Leselupe.de > Kurzprosa
Gestern
Eingestellt am 10. 03. 2008 14:56


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Franka
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Gestern


Gestern, ein Tag, ein Jahr, ein Leben. Mein Leben.

Du schaust mich an. Deine Augen sind feucht. Ich w├╝rde dir ein Taschentuch reichen, wenn ich es k├Ânnte. Die Blumen in deiner Hand zittern. Der Strau├č ist sch├Ân, aber es sind nicht meine Lieblingsblumen. Hast du es vergessen, oder ihm erlaubt sie auszusuchen?

Er steht neben dir. Sein Arm liegt besitzend um deine Taille. Weshalb hast du ihn mitgebracht? Gerade heute. Dies ist mein Tag. Du wei├čt, wie sehr ich ihn hasse. Auch daf├╝r, dass du ihm immer mehr glaubst als mir. Besonders gestern. Doch wann war gestern? Vor einem Tag, vor einer Woche, vor einem Jahr? Gestern hatte immer einen Fu├č in meinem Heute. Er hatte daf├╝r gesorgt.

Schau ihm endlich in die Augen. Sieh, selbst jetzt ist da noch Geilheit. Diesen Blick sah ich zum ersten Mal, als ich zehn war.

Nun gib mir schon die Blumen, damit man die N├Ągel in das Holz treiben kann und dann geh, k├╝mmere dich verdammt noch mal um meine Schwester, auch sie wird bald zehn.


Version vom 10. 03. 2008 14:56
Version vom 11. 03. 2008 10:59

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KaGeb
Guest
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Hallo Franka,

am meisten macht mich der letzte Satz betroffen. Die Schwester, der Ähnliches bevorsteht, wenn sie nicht endlich aufwacht.

Du schaust mich an. Deine Augen sind feucht. Ich w├╝rde dir ein Taschentuch reichen, wenn ich es k├Ânnte. K├Ânnte man vielleicht drauf verzichten, weil nachfolgend die Blumen in der Hand zittern - m.M.n. ausreichend

Nach Art der Sprache ist das M├Ądchen also ├Ąlter, hat sich nur der Mutti anvertraut, die ihr nicht geglaubt hat.

quote:
Auch daf├╝r, dass du ihm immer mehr glaubst als mir.
So gewollt? Als Kinderdenken? Sonst: glaubtest als mir. (?)

W├Ąre es besser, wenn die Kleine, zehn Jahre alt, diesen Horror nur einmal, n├Ąmlich gestern, erlebt?

Nur Gedanken,

LG KaGeb

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Odilo Plank
Routinierter Autor
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Gestern

Hallo Franka,
auch von mir die Bewunderung, weil Du ein ganz und gar bitteres Thema eindrucksvoll bew├Ąltigt hast.
Zu KaGebs Einwand: Die Protagonistin verf├Ąllt, obwohl ├Ąlter, in den kindlichen Klageton. Wie oft habe ich ihn geh├Ârt...
Herzliche Gr├╝├če! Odilo
__________________
Odilo P.
"Wer ├╝ber sein Leid spricht, tr├Âstet sich bereits." A. Camus

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Pola Lilith
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Hallo Franka,

ein guter Text; pr├Ągnant, nichts ├ťberfl├╝ssiges !

Nur grammatikalisch:
Sollte es nicht hei├čen, ...hatte immer "einen" Fu├č in meinem Heute?

Freue mich auf weitere Texte dieser Art.

Gru├č, Pola

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Franka
Foren-Redakteur
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Hallo zusammen,

danke f├╝r das positive Feedback.

Lieber Karsten, fast h├Ątte ich den Satz gestrichen (Ich w├╝rde dir ein Taschentuch reichen, wenn ich es k├Ânnte.), aber er soll schon mal andeuten, dass sie nicht mehr in der Lage ist es zu tun und, dass sie noch Mitleid f├╝r ihre Mutter empfinden kann.
Deine andere Frage hat Odilo schon f├╝r mich beantwortet. Sie ist ja auch noch ein Kind (oder war es).

Liebe Pola,
es sollte nicht, es muss nat├╝rlich "einen" hei├čen. Der Fehler ist behoben. Es gibt ├╝brigens zu diesem Thema von mir schon verschiedene Texte auf der Lupe.

Lieben Gru├č
Franka

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