Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92200
Momentan online:
420 Gäste und 17 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Geträumt
Eingestellt am 24. 05. 2006 00:09


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Geträumt


Ja, dieser und auch jener von den Lüsten
Bin ich an ihren weißen Hals gehangen.
Bin nah getreten und zu weit gegangen
Und tief getaucht zwischen den Pfirsichbrüsten.

Getrieben wie gezogen vom Verlangen
Tat ich, was alle Klugen lassen müssten,
Wenn sie es bleiben wollten. Wenn die wüssten!
Zwischen den Schenkeln, da lag ich gefangen

Und fühlte mich so stark, so schön, so frei.
Dort lag ich tageweis und durch die Nacht
Gewiss des schönen Scheins. Ach, einerlei,

Ich nehm es, wie es kommt, hab ich gedacht:
Es kommt die Zeit, da ist der Spaß vorbei,
Am End will ich es sein, der heimlich lacht.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Inu
Häufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2002

Werke: 120
Kommentare: 2153
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Inu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Walther


Wie kriegst Du immer nur so perfekte Sonette hin?


Ja, dieser und auch jener von den Lüsten
Bin ich an ihrenm weißen Hals gehangen.
Bin nah getreten und zu weit gegangen
Und tief getaucht zwischen den Pfirsichbrüsten.

Getrieben wie gezogen vom Verlangen
Tat ich, was alle Klugen lassen müssten,
Wenn sie es bleiben. (Punkt weg) wollten. Wenn die wüssten!
Zwischen den Schenkeln, da lag war (zweimal lag)
ich gefangen ( wegen der Betonung würde ich das Komma hinter Schenkeln weg lassen)
Und fühlte mich so stark, so schön, so frei.
Dort lag ich tageweis und durch die Nacht
Gewiss des schönen Scheins. Ach, einerlei,

Ich nehm es, wie es kommt, hab ich gedacht:
Es kommt die Zeit, da ist der Spaß vorbei,
Am End will ich es sein, der heimlich lacht.

__________________


Es ist wohl wichtig bei einem Sonett, dass jede neue Zeile mit einem Großbuchstaben beginnen m u s s?

Ein gut gelungenes, tief ehrliches, aussagekräftiges Gedicht, finde ich. Besonders der letzte Vers

Liebe Grüße
Inu

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Inu!

quote:
Wie kriegst Du immer nur so perfekte Sonette hin?
Na, sind sie wirklich so perfekt? Sagen wir einmal: Ich arbeite dran, und das (be-)ständig. Sonst kriege ich hier noch den Überzwerch, und dann folgt bei jedem Ikarus der Absturz. Kurz: Ich bemühe mich weiterlich redlich.

Man(n) sollte meinen, nach einige Hundert Sonettversuchen sollte wenigstens die Form einigermaßen klappen. Der Inhalt schwächelt manchmal, aber dazu bin ich ein bekennender Lyrikdillettant. Dem muß es erlaubt bleiben, nicht immer nur Höchstleistungen "zu zaubern".

Zu Deinen Anmerkungen:

(1) ... an den Hals gehangen ... versus ... an dem Hals gehangen ...
Beides ist schreibbar. Das Erstere meint den Akt des noch Hinhängens (also die Handlung), das Zweitere beschreibt den Zustand des schon Hängens. Ich finde, das ist Geschmacksache. Ich könnte mit beiden Varianten leben, empfände aber die von mir gewählte die stärkere. Es gibt in der Tat beide Varianten des Gedichts.

(2) Der Punkt ist wirklich falsch von mir gesetzt; das Gedicht wurde bereits in der Fassung oben geändert.

(3) Ersetzen des ersten "lag" durch "war": Das kann man tun, ohne den Sinn zu entstellen, war aber bewußt so gewählt, um die Dauer des Liegens zu beschreiben. Man(n)- frau auch - kann ja nun in gewissen Lebensphasen in der Tat - und auch immer wieder gern - seine Zeit in gleich- und oder ungleichgeschlechtlichen Vielheiten in Betten verbringen. Da gibt es so Einiges zu entdecken und zu erleben, wie wir wissen. Auch hier gilt: Die vorgeschlagene Version ist für mich in Ordnung, allerdings geht dann meine Intention des doppelten Liegens zur Verstärkung der Metapher verloren.

(4) Große Anfangsbuchstaben: Das ist nun in der Tat Geschmacksache. Manche machen das mit der Gedichtschreibung, wie ich es mache. Andere schreiben in der Lyrik ebenfalls groß und klein, wie sonst auch, andere wieder nur klein. Laß mir meine Marotte. Sie tut ja niemandem wirklich weh.

Danke für Deine Hinweise und Deine lobenden Worte. Sie haben mir sehr gut getan, in jeder Hinsicht.

Liebe Grüße an Dich und die dichtende und lesende Runde

W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Inu
Häufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2002

Werke: 120
Kommentare: 2153
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Inu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Walther

das zweimalige 'lag' .. da hab ich gewusst, dass es von Deiner Seite kein Flüchtigkeitsfehler war, sondern genau durchdacht. Und ich wusste auch schon im Voraus um Dein Argument. Nur mir persönlich hätte halt die andere Lösung... usw

Mit den großen Anfangsbuchstaben in der Zeile ... nein, ich wollte Dir 'Deine Marotte' nicht nehmen, es interessierte mich einfach, ob Du da lyrischen Gesetzen gefolgt bist, die bei klassischen Gedichten wie einem Sonett eingehalten werden müssen ... war eine Frage der Neugier ...

ich finde Deinen Text nicht nur von der Form her, sehr gelungen

Ich habe ein einziges Mal im Leben ein Sonett gemacht und zwar für einen Wettbewerb ( weil diese Form gefordert war ) und ... es ist unheimlich schwer


Einen schönen Vatertag
wünscht Dir
Inu

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Gereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!