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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Gewalt
Eingestellt am 09. 03. 2002 19:26


Autor
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Otto Lenk
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2001

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Gefangen
in der Spirale
des Irr-Sinns
drehen sie an der
Schraube der Gewalt
und vergessen dabei
das jedes Gewinde
einmal ein Ende hat




Am 24.12.2001 wurde Jesus geboren. In einer Stadt namens Bethlehem. Vater und Mutter waren stolz auf ihren Sohn. Zweifel nagten an Ihnen. Zehn Jahre lang der Wunsch nach einem Kind. Aber die Zeiten waren dunkel. Krieg und Hass beherrschten die Seelen der Menschen. Immer wieder stellten sie sich die Frage, was aus ihrem Kind einmal werden w├╝rde, in einer Welt, die dass L├Ącheln verloren hatte. Die Stra├čen, die einst einmal das Leben bedeuteten, waren mit Blut gepflastert. Es war nicht mehr sch├Ân, das Haus zu verlassen.
Gewiss! Man hatte ihr Land erobert. Sogenannte Kolonialherren waren gekommen, um ihnen den Weg zu weisen. Einen dornenreichen Weg. Die Herren verschenkten ihr Land an andere Herren. Ihre Heimat war zum Spielplatz der Macht verkommen. Keiner fragte nach Recht oder Unrecht. Siedler begannen ihr Land zu kultivieren und dabei, so nebenher, ihre Kultur zu begraben. Doch die Menschen wollten weder Land, Kultur noch Herkunft aufgeben. In ihnen wuchs der Traum nach Heimat und mit ihm der Hass auf die Herren.
Der Mann und seine Frau gingen nicht mehr auf die Stra├če. Sie war ein verdorbener Platz des Hasses. Zu oft hatten die Zwei dort in die Augen der Wut geblickt. Sie waren zutiefst friedfertige Menschen und davon ├╝berzeugt, dass das Gute irgendwann siegen werde, auch wenn sich die rasenden Blicke der Kinder in ihre Herzen eingebrannt hatten. Immer wenn die Panzer kamen, rissen sie (die Kinder) die blutgetr├Ąnkten Pflastersteine aus der Erde, um ihre Herren zu erschlagen. Der Kreislauf des Lebens war zum Kreislauf des Todes geworden.

Wenn die beiden abends in der K├╝che sa├čen, sprachen sie oft ├╝ber die Kinder und ihre Eltern. Sie konnten nicht verstehen,das Eltern den Dorn des Hasses in die Augen der Kinder pflanzten, anstatt die Bl├╝ten der Liebe zu s├Ąen. Beide glaubten fest daran, dass nur der Weg der Liebe zum Ziel f├╝hrt. Aus diesem Grund entschlossen sie sich, Eltern zu werden. Ein Kind der Liebe, der Hoffnung und der Zukunft. Am 24.12.2001 wurde er geboren. Jesus sollte er hei├čen. Der Name der Zuversicht auf das Leben und die Liebe.
Kurz nach der Geburt kamen die Panzer wieder. Steine und Geschosse. Tagelang. Die Granate schlug ein, w├Ąhrend Mutter und Vater in der K├╝che sa├čen. Beide rannten ins Schlafzimmer und sahen ihr von der Zimmerdecke erschlagenes Kind. Sie schauten sich in die Augen und erkannten darin den Hass der Kinder.

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annabelle g.
Guest
Registriert: Not Yet

hallo otto,

das gedicht finde ich gut - trifft den nagel auf den kopf - und die sprache auch.
auch wenn ich deine pointe verstehe, so ist sie mir angesichts der vorg├Ąnge in israel nicht mehr als eine pointe.
die taliban haben in afghanistan die musik verboten und
jesus christus hat nie in seinem leben gelacht. bei allem respekt zeigt sich das in seiner religion, mit der ich nicht einmal ├╝ber eine pointe etwas anfangen kann.
"jesus died for somebody else but not me." (patti smith)
aber das gedicht, otto.
annabelle

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ingridmaus
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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hi Otto,
ein duesterer Text, der nicht viel Platz fuer Hoffnung laesst - aber wo ist schon Hoffnung in all den Nachrichten aus Israel? Also gut eingefangen.
hi annabelle,
ich weiss ja nicht, von welchem Jesus Du sprichst, aber meiner hat eigentlich schon ziemlcih oft gelacht...
Gruss
ingrid
__________________
Never wake a sleeping dragon!

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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???

Liebe Annabelle,
als nicht bibelfester, aber interessierter Mensch w├╝rde ich ernsthaft gern wissen, ob es irgendeine konkrete Quelle gibt, die belegt, da├č Jesus nie gelacht hat.
Vor vielen, vielen Jahren las ich mal Rudolf Augsteins "Jesus Menschensohn". Der hat sogar eine Quelle aufgetan (leider habe ich vergesen welche), die belegt, da├č Jesus gern auf Hochzeiten geschunkelt habe.
G├Ânnen wir's ihm von Herzen....
"People what have you done,
locked Him in His golden cage." (Ian Anderson)

Liebe Gr├╝├če,
Zefira

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annabelle g.
Guest
Registriert: Not Yet

auch nicht bibelfest

(ich sehe otto nicken)

nein, keine konkrete quelle, ich werde es gelesen oder geh├Ârt haben, aber vielleicht gibt es ja einen teilnehmer, der uns den satz ..., lachte Jesus. zeigen kann.
vielleicht lese ich im sommer mal ein evangelium, da m├╝sste es ja drin stehen.
ich wei├č nur, dass die genesis furios geschrieben ist, kann man sich so manches scheibchen von abschneiden.
und wie findest du, liebe zefira, deine anteilnahme nicht versagend, ottos text? herzliche montagsgr├╝├če annabelle

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Also, ganz ehrlich gesagt...

... da Du mich danach fragst: ich bin eine reine Geschichtenerz├Ąhlerin und m├Âchte lieber auch nur reine Geschichten bewerten. Das ist die einzige Plattform, auf der ich mich zu Hause f├╝hle.

Texte wie dieser, die mehr ein Statement als eine Story vorstellen, rezensiere ich nicht so gerne. Damit will ich nicht sagen, da├č ich nichts davon halte. Nur, da├č ich sie nicht so gern bespreche, da ich im Hinblick auf die anzulegenden Ma├čst├Ąbe unsicher bin, genauso wie etwa bei Gedichten.

Es ist schon merkw├╝rdig, da├č mir in diesem Text genau das Thema wiederbegegnet, das vor zwei Wochen auf einer anderen Site (http://195.58.162.90/textwelt/) leidenschaftlich diskutiert wurde: die Frage, ob in einer Welt, in der das T├Âten bereits industrialisiert ist, das g├Âttliche Versprechen auf Erl├Âsung und Sinn im Leiden noch als gegeben angenommen werden kann. Irgendwie scheint das Thema in der Luft zu liegen....

Liebe Gr├╝├če,
Zefira

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