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Leselupe.de > Horror und Psycho
Gier
Eingestellt am 29. 07. 2003 20:05


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MelP
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Gier

Die B√§sse dr√∂hnen aus den gewaltigen Boxen, das Licht zuckt, die Luft ist rauchig und hei√ü, erhitzte Leiber pressen sich im Rhythmus der hypnotischen Melodie aneinander und die Gesichter wirken entr√ľckt und ekstatisch. Meine Gier l√§sst sich angesichts der N√§he der Opfer kaum mehr z√ľgeln und die Lust steigert sich ins fast Unermessliche. Ein schmerzhaft s√ľ√ües Ziehen in der Magengegend schwillt mit dem Takt der Musik an und nimmt ab bis ich mich kaum noch z√ľgeln kann. Direkt vor mir ein blonder Junge mit blasser Haut, durch die am Hals verf√ľhrerisch die Hauptschlagader schimmert. Sie kontraktiert heftig angesichts der Anstrengung. √úber seine Stirn zieht sich ein fein schimmernder Schwei√üfilm und sein K√∂rper bewegt sich wie ferngesteuert zu den B√§ssen. Ich lenke meine Gedanken in seine. Ich dringe in seine trance-beruhigten Gedanken ein, die ziellos vor sich hinschwimmen. Ich lenke sie ein wenig in verschiedene Richtungen umher, wie um seinen Geist an meine Leitung zu gew√∂hnen. Er √∂ffnet die Augen und sieht mich direkt an.

Ich bemerke, wie sein Bewusstsein ein wenig aus dem vernebelten Zustand auftaucht und mein Anblick in ihm Begierde weckt. Ich manipuliere seine vagen Gedanken und verst√§rke seine Lustempfindung. Ich nicke ihm zu und er folgt mir an die Bar. Ich steuere auf eine dunkle Ecke zu und lasse mich geschmeidig auf einen Barhocker gleiten. Bewundernd blickt er an mir herunter, nimmt meine makellose Figur unter der knappen Lederhose wahr und l√§sst seinen Blick eine Weile auf meinen strammen kleinen Br√ľsten ruhen. In Anbetracht der N√§he meines Opfers ver√§ndert sich das Aussehen meiner Pupillen, ich wei√ü, dass sie nun dem einer Raubkatze √§hneln. Gleichzeitig gewinnen meine Fangz√§hne an L√§nge und werden spitz wie Dolche. Mein gesamter K√∂rper ist sprungbereit und meine ohnehin schon √ľbermenschlichen Kr√§fte wachsen noch weiter an. Fast willenlos geworden stellt sich der Blonde dicht neben mich und ich kann seine Lust durch meine Gedanken fast k√∂rperlich sp√ľren, was wiederum meine Gier noch steigert. Ich kann das durch ihn pulsierende Blut sp√ľren, kann mich seinem Duft nicht mehr entziehen und mit einer blitzartigen Bewegung schlage ich meine Fangz√§hne in seinen Hals. Hei√ü und klebrig schie√üt sein Blut mit Druck in meinen Mund, mein K√∂rper steht in Flammen und schreit auf vor Verlangen nach mehr. Der Blonde h√§lt still, seine Gedanken kommen f√ľr Sekunden zum Stillstand, sind gel√§hmt. Sein Blut flie√üt in einem best√§ndigen, hei√üen Strahl in meinen K√∂rper und sp√ľre, wie es sich warm und wohlig in mir verteilt.

Ohne Vorwarnung rei√üt sich der Blonde von mir los, schreiend. Er presst seine Hand auf die Wunde an seinem Hals, dreht sich ohne einen weiteren Blick auf mich um und rennt davon. Meine Gedanken √ľberschlagen sich. Wie konnte er sich losrei√üen, was hat unsere Verbindung gekappt und ihm die M√∂glichkeit zur Flucht geebnet? Ich blicke mich um und bemerke erleichtert, dass niemand seinen Schrei geh√∂rt oder seine √ľberhastete Flucht registriert hat. Ich muss ihm folgen, um ihn endg√ľltig zu erlegen. Waidwunde Beute darf nicht hinterlassen werden. Es darf keinerlei Erinnerung an mich und den Biss bestehen bleiben. Ich konzentriere mich kurz und finde schnell den Kontakt zu seinen Gedanken wieder. Er rennt. Er sucht instinktiv einen Ort, an dem viele Menschen sind. Er l√§uft Richtung Bahnhof. Der Bahnhof ist auch nachts voller Menschen.

Ich springe vom Barhocker auf und bemerke eine nie da gewesene Schw√§che in meinen Oberschenkeln. Ich kann den Sprung kaum abfedern. Auch meine √ľbrigen Gliedma√üen f√ľhlen sich an wie ausgeh√∂hlt. Die Musik dr√∂hnt schmerzhaft in meinen Ohren und √úbelkeit schn√ľrt mir den Hals zu. Ich stolpere durch die Menschenmenge zum Ausgang. Lasse mich drau√üen r√ľcklings gegen eine Mauer sinken und lausche in meinen K√∂rper hinein. Ich sp√ľre, wie das Blut des Blonden sich in mir ausbreitet, wie es mich schw√§cht, wie es einen Muskel nach dem anderen entkr√§ftet und mir zu Kopf steigt. Meine Gedanken werden langsamer. Ich kann den Kontakt mit dem Blonden kaum aufrecht erhalten. Ich glaube zu sehen, dass er schon die Lichter des Bahnhofs vor sich hat. Mein sonst so brillantes Sehverm√∂gen verschleiert sich und ich habe M√ľhe, die Augen ge√∂ffnet zu halten. Das fremde Blut rast wie eine Feuersbrunst durch mich hindurch. Schmerzen und Kr√§mpfe beginnen mich zu sch√ľtteln. Ich schleppe mich mit letzter Kraft um die n√§chste Hausecke, damit niemand meinen Zustand bemerkt. Der Blonde ist inzwischen am Bahnhof angekommen. Der mentale Draht zu ihm wird schw√§cher, ich muss die letzten Kraftreserven aufwenden, um ihm folgen zu k√∂nnen. Er beginnt das erstemal seit dem Biss klare Gedanken zu formulieren. Er nimmt an, schwere Halluzinationen durch den Genuss der neuen In-Droge aus Chile erlebt zu haben. Er greift erneut an seinen Hals, kann dort aber keine Wunde ertasten. Meine Bisswunden sind schon immer innerhalb weniger Minuten verheilt. Panik √ľberf√§llt meinen schmerzgesch√ľttelten K√∂rper. Ich hatte nichts von der neuen Droge geh√∂rt. Ich hatte nichts in seinem Blut geschmeckt. Der letzte Gedankenfetzen, den ich von dem Blonden auffange lautet: ‚ÄěWow, was f√ľr ein Trip!‚Äú

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Michael Schmidt
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Hallo MelP,

stilistisch ist es mir ein wenig zu pathetisch. Aber die Idee mit der Droge gefällt mir. Die Frage ist, warum gerade diese Wirkung? Warum wird er/sie geschwächt?

Bis bald,
Michael

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MelP
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Droge

Hallo Michael,
ich dachte mir, dass jede Substanz, die ein Vampir (au√üer Blut nat√ľrlich) zu sich nimmt, ihm grunds√§tzlich nicht bekommt. Und eine Droge ihm nicht nur einfach nicht bekommt, sondern ihn bzw. sie regelrecht vergiftet.
Den Schreibstil habe ich bewußt so gewählt um auzuprobieren, wie ich mit Sprache umgehen kann. Ein bisschen mit den Worten spielen eben...:-)
Vielen Dank f√ľr Deinen Kommentar, liebe Gr√ľ√üe
Mel
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Michael Schmidt
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Hallo Mel,

vielleicht w√§re eine Alternative zur Schw√§chung eine Idee, wie du die Story ausbauen bzw. der Geschichte noch eine √ľberraschende Wendung geben k√∂nntest.

Wäre eine Idee!

Bis bald,
Michael

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Michael Schmidt
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Hallo MelP,

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Ein Buch, wo der Vampir es auch mit einer Drogens√ľchtigen zu tun bekommt. Liest sich ganz gut an, bin aber noch nicht so weit gekommen.

Vielleicht interessiert es dich ja.

Michael

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MelP
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Buch

Hallo Michael,

danke f√ľr den Tip. H√∂rt sich ganz gut an, find ich!!
Gruß

Mel
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