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Leselupe.de > Kurzprosa
Gierschlündin
Eingestellt am 23. 09. 2005 14:52


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coxew
???
Registriert: Jun 2005

Werke: 36
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Gierschlündin

Bevor ich zur Uni muss, radle ich schnell zu den Gaberndorfern Walnussbäumen. Mal eben eine Handvoll Walnüsse ernten. Mitten auf dem Gaberndorfer Feldweg steht da ein Auto mit Erfurter Kennzeichen. Ein Bursche, eingepennt auf dem Fahrersitz, einen Arm und den Kopf halb aus dem Fenster. Sein Mund ist geöffnet. Der Bursche sieht aus wie tot. Ich, Panikmacherin, fürchte immer gleich das schlimmste oder verharmlose die Dinge. Also fahr ich erst nach Gaberndorf, Walnüsse holen. Komm ich zurück und der Bursche liegt immer noch so da, rüttel ich ihn. Ich radle nun weiter den Walnüssen entgegen durch diesen Bilderbuch-Herbsttag. Voll die Sonne und wenn Wind, dann angenehm mild.

Nicht viele Walnüsse finde ich. Muss wohl schon wer anders da gewesen sein. Egal, umso schneller bin ich zurück.

Das Auto steht tatsächlich noch auf dem Feldweg. Aber der Arm und der halbe Kopf sind von der Autotür verschwunden. Die Frontscheibe spiegelt den Himmel mit seinen weißen Wattewolken. Was hinter der Frontscheibe ist oder vor sich geht, kann ich nicht erkennen. Ich radle heran und nehme erwartungsfroh die Sonnenbrille ab. In Gedanken wähle ich schon die Einseinsnull. Und genauso sehr wie ich aufgeregt bin, ahne ich schon die sichere Enttäuschung. Kein Arm, kein halber Kopf zu sehen. Aber unmittelbar davor erkenne ich, die beiden Vordersitze sind hochgeklappt und der Bursche aufgewacht. Er hat es sich auf der Rückbank bequem gemacht, Füße hoch. Klar doch, ist ja sein Auto.
Unverhohlen gaffe ich ihn an. Er ist hübsch, sorgenfrei, neunzehn.

Tja, nix mit Mordkommission, nix mit Zeugenaussage und so. Aber ich muss dem Kommissar auch nicht erzählen, dass ich in Gaberndorf Walnüsse genommen habe. Womöglich hätte man dort nach Zeugen gefragt. Und so käme das mit den Walnüssen ans Licht. Und dann nähmen vielleicht noch andere von den Walnüssen, die ich verdammt noch mal (Pfui, schäm dich) alle für mich haben will.

Jetzt muss ich nur noch zur Uni.

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Anhalli
Hobbydichter
Registriert: Sep 2005

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Gierschlündin

Hallo coxew

Der gesamte Text war für mich recht gut zu lesen, und
im ersten Absatz ist dir das Erzeugen von Spannung bestens gelungen. Der gewisse Moment, an dem man weiterliest.
Das sich die Geschichte dann doch nicht so spannend entwickelt, bedaure ich etwas. Nichtsdestotrotz ist sie witzig und hat Pointe. Nur, woher weißt du, dass ein 19jähriger sorgenfrei ist? Klingt mir zu generell und pauschal. Er hat es dir ja nicht mitgeteilt. So bleibt das eine Unterstellung, auf die ich im Text verzichten würde.
Den Titel Gierschlündin finde ich nicht so passend, weiß aber auch keinen anderen.

Viel Spaß beim Schreiben weiterhin
Anhalli

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coxew
???
Registriert: Jun 2005

Werke: 36
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gierschlündin

hallo anhalli,

stimmt, dass 19-jährige generell sorgenfrei sind, ist pauschal. ich werd's umformulieren. danke für den tipp.

liebe grüße

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Perle
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo coxew,

also, mich konnte dieser Text nicht mitreißen.
Im ersten Teil stört mich das viele "Gaberndorf". Dann schreibst du, sie ist eine Panikmacherin, aber gleichzeitig verharmlost sie die Dinge. Was nun?

Den zweiten Teil finde ich gelungen, bis auf: "Er ist hübsch, sorgenfrei, neunzehn." Hübsch kann sie sehen, aber den Rest?

LG
Perle


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coxew
???
Registriert: Jun 2005

Werke: 36
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gierschlündin

hallo perle,

was ist so ungewöhllich an einem menschen, der verschiedene bzw. gegensätzliche charaktereigenschaften (panikmacherin - dinge verharmlosen) ein sich vereint?

lg

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Perle
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo coxew,

du schreibst:
"Ich, Panikmacherin, fürchte immer gleich das schlimmste oder verharmlose die Dinge."
Für mich heißt das, sie ist eine Panikmacherin und da passt dann eben das Verharmlosen nicht.

LG Perle

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