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Leselupe.de > Kurzprosa
Ginnungagap
Eingestellt am 02. 08. 2005 16:47


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cara
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Dec 2003

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Kleine schwarze Zeichen, zu hunderten werfe ich sie aufs Papier,
unerm├╝dlich. Ich schreibe. Dir. Nahe mich dir, und bleibe dir
dennoch unermesslich fern. Allein, was bleibt mir sonst an Trost?
Es ist der einzige Weg, mich dir noch zu n├Ąhern, selbst wenn
ich dich auf diese Weise erst recht nicht mehr zu erreichen
vermag.
Ich mache mir vor, mich auf den Weg zu begeben, zur├╝ck zu dir;
gleichwohl nicht ich es war, die floh. Ich versuche dich wieder
und wieder zu finden, dabei ist alles, was ich noch tun kann,
blo├č ein Warten in anderer Gestalt. Ich schreibe dir, und doch ist
auch das nur eine beredtere Form des Schweigens.
So viele Buchstaben, hineingeschleudert in hallende Stille, diese
g├Ąhnende Leere - sie sind bereits g├Ąnzlich verschluckt,
verschwunden schon nach Sekundenbruchteilen. Ginnungagap,
bodenloser Abgrund voll schwarzen Nichts, ich versuche
unabl├Ąssig dich zu f├╝llen, mit Feuer und Eis. Was sonst k├Ânnte
ich tun? Wie k├Ânnte ich mehr bewirken als die G├Âtter selbst?
Ich baue an einer Br├╝cke, deren Ende im Ungewissen verborgen
liegt. Dort stehe ich - am Rande meiner sichtbaren Welt, inmitten
der un├╝berbr├╝ckbaren Kluft, mein Br├╝ckenkopf das Verstehen,
die Erinnerung an tiefes Erkennen, so warmes Strahlen meine
Hege - und wei├č mir nicht zu helfen.
Wo ist unser Midgard? Welches Land wirft sich auf, uns zu
bergen, uns zusammen zu f├╝hren? Ich m├Âchte nicht von dir
getrennt sein, wollte das nie, doch vielleicht bin ich es schon,
dessenungeachtet? unwiderruflich. Du sagtest, wir seien
verbunden, was immer auch zwischen uns liegen m├Âge. Noch
kann ich einen Hauch ertasten, deine Hand erahnen, die meine
h├Ąlt und wiedergehalten wird, die Zartheit deiner Haut.
Doch auch dies ist nichts als das Abbild einer vergangenen
Wirklichkeit. Wo bist du selbst nun? Bist du noch da? Ich sehe
dich nicht mehr. Liegt das an den Tr├Ąnen, die mich blind
machen, weil ich sie nicht mehr weinen kann? Bin ich schon
stumpf, gefangen in glanzlosen Tiefen? Sehe ich denn die
Sonne noch, oder ist alles nurmehr ein Abglanz, Schatten
lichter Erinnerung? Umnebelt bist du. Wie kann ich dich so
finden?

Wo bist du, oder bist du schon nicht mehr?
__________________
Die Gedichte schreiben mich -
ich f├╝rchte sie nicht mehr.

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