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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Gleich und Gleich
Eingestellt am 11. 02. 2004 20:57


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Senerva
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Gleich und Gleich ... gesinnt sich gern.

© Janine Greis, 11.02.2004


Ich hatte nie gewollt, dass es soweit kommt.

Ich konnte Dir nicht einmal in die Augen sehen, als wir uns gegenüber saßen. Ich konnte es einfach nicht. Nervös spielten meine Finger miteinander und meine Augen waren fest auf sie fixiert – nur, damit sie einen anderen Punkt fanden, den sie anblicken konnten.
„Wie geht es Dir? Alles in Ordnung?“
Nichts war in Ordnung! Ăśberhaupt nichts.
Ich blickte nicht auf, ließ nur ein schwaches Nicken zu. Es fiel mir so schwer, mich überhaupt zu bewegen. Du bist ein Teil von mir gewesen, meine bessere Hälfte, wie man heute sagen würde; doch damals bist Du einfach gegangen und mir entrissen worden. Ich wollte nicht, dass dieser Teil nun zurückkehrt.
„Hör mal, wenn Du nicht willst …“
Wieder schüttelte ich den Kopf, bevor er den Satz vollenden konnte. Ich atmete tief ein. Seine Stimme rief Gefühle in mir wach, die ich in der letzten Zeit verdrängt hatte, um keine Schmerzen leiden zu müssen. Es reichte schon, wenn ich jede zweite Minute an Dich denken musste.
„Es ist wirklich alles in Ordnung. Du kannst jetzt nicht von mir verlangen, dass alles wieder wie früher wird.“
Ich blinzelte leicht und blickte auf. O Gott, diese wunderschönen braunen Augen!
Ich spürte, wie meine Hände zitterten, und ließ sie unauffällig unter den Küchentisch gleiten, der uns beide noch voneinander fern hielt.

Es war ein Tag wie jeder andere gewesen.
Ich hatte von Deinem besten Kumpel, wie Du Patrick mit Vergnügen nanntest, erfahren, dass Dein Computer kaputt war und Du deswegen erst später zu mir kommen würdest.
Uns war beiden klar, dass die Freundschaft, die wir aufgebaut hatten, viel mehr als nur diese Freundschaft war. Doch, o weh, jemand von uns könnte sprechen – die Freundschaft wäre zu Bruch gegangen, wie ein Spiegel, der auf den Boden traf.
Ich habe gewartet. Lange. Ich habe zuerst die Stunden gezählt. Als das nicht mehr genügte, die Tage. Auch das reichte bald nicht mehr und ich musste in Wochen zählen. Immer habe ich gewartet. Doch wurde nicht ein jeder irgendwann des Wartens Leid?


„Ja, ich weiß. Die Zeit muss bei uns wohl entscheiden.“
Du versuchtest zu lächeln, was Dir kläglich misslang. Ich wusste, Du wolltest mir niemals so wehtun. Weshalb hast Du es dann getan?
Meine Hände zitterten stärker. Ich seufzte leise und senkte den Kopf langsam wieder. Mein Blick fiel auf Deine Hand. Oh, wie oft habe ich die meinige in der Deinen gewusst, ohne, dass ich es wirklich realisierte. Heute war alles anders. Du hast mit Deiner Flucht vor Deinen eigenen Gefühlen alles verändert. Oder bist Du nicht vor mir geflüchtet?
„Hast Du meinen Brief erhalten? Ich hoffe, Patrick hat ihn Dir geschickt.“
Ich nickte wehleidig. Natürlich hatte ich den Brief erhalten. Der, der mein ganzes Leben verändern sollte.

Die Zeit des Wartens wurde unerträglich für mich. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich war nervlich und physisch am Boden. Meine Freunde zogen mich damit auf, dass ich Dir auf diese Weise hinterher trauerte. Tief in mir begann ich zu verstehen, weshalb Du gegangen bist. Doch vielleicht wollte ich es einfach nur nicht wahrhaben …
Ich wollte Patrick nicht länger mit der Frage löchern „Wo ist er?“ Doch auch an diesem Tage konnte ich nicht widerstehen. Doch, bevor ich ihn erreichen konnte, hatte er sich schon an mich gewandt.
„Er hat Dir einen Brief geschrieben. Ich schick ihn Dir.“
Wie hart sich diese Worte doch in meinen Ohren anhörten.


„Du bist einfach gegangen“, meinte ich leise. „Und Du hast mir nur ein einfaches Stück Papier zurückgelassen, dass all das erklären soll, was Du getan hast und besonders warum Du es getan hast.“
Du blicktest auf, wagtest es jedoch nicht, mich anzusehen, und starrtest hinter mich.
„Es sollte Dir erklären, warum ich gehen muss …“
„Du hast gar nichts gemusst!“
Ohne, dass ich es vielleicht wollte, war ich auf den Beinen. Meine Fingernägel gruben sich in die Tischplatte und hinterließen blutige Spuren.
„Ich musste Doch … versteh doch … Ich wollte nicht“, stammeltest du und blicktest zu mir auf.
Am liebsten hätte ich Dich gewürgt, geschlagen, Dir einfach nur die Vergangenheit ausgeprügelt. Meine Hände machten eine hoffnungsvolle Geste zu Deinem Hals hin, hielten aber in der Bewegung inne.
„Du hast alles zerstört! Alles! Ich will keine Freundschaft mit jemandem, der vor seinen Gefühlen wegläuft.“
Langsam zog ich die Hände von der Tischplatte fort und wandte mich langsam um. Ich wollte, dass Du mir nachläufst, mich zumindest aufhaltest – doch von Dir kam nicht mehr als ein leises Stöhnen.
„Ja … in Ordnung. Wie Du meinst“, flüstertest Du nur leise und senktest den Kopf langsam.
Du lauschtest noch meinen Schritten – dann umwog Stille Dich.

Ich weiĂź, Gleich und Gleich gesinnt sich gerne. Denn, so wie Du, laufe auch ich vor meinen wahren GefĂĽhlen davon. Verzeih mir.

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mye
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hallo,

eigentlich ja ein thema, das einem nahe gehen sollte, in irgendeiner form berühren, doch leider hat es das nicht sonderlich. stattdessen liest es sich einfach so runter und auch der schluss reisst da nicht mehr wirklich etwas. sorry. aber sprachlich gefällt es mir teilweise ganz gut... doch das sagte ich -wenn ich mich recht erinnere- auch schon zu anderen werken von dir.

liebe grĂĽĂźe

mye
__________________
man findet keine freunde mit sala-at, man findet keine freunde mit sala-at... (die simpsons)

www.moviereporter.net

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Senerva
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Registriert: Sep 2003

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Hallo mye.

Mh ... Erst einmal danke fĂĽr Deine Kritik. Klar, das Thema, dass ich mir ausgesucht habe, ist schwer. Aber ich habe es zumindest versucht, mh?

Ich gelobe Besserung - meine eigenen Geschichten hauen mich momentan sprachlich, sowie gefühlsmäßig überhaupt nicht vom Hocker. Ich verbesser sie und überarbeite sie gründlich!

GrĂĽĂźe,
Sene

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