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Leselupe.de > Kurzprosa
Gletscherlied
Eingestellt am 30. 03. 2008 15:10


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Joh
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Dieser Text geh├Ârt zu einer Reihe, die ich ÔÇ×Atemlos-ProsaÔÇť nenne. Ich bin gespannt auf Eure Meinung.





GLETSCHERLIED




Sturm zerzaust die Baumkronen vor dem Fenster und meine Gedanken, die im Regen tanzen, fortgewaschener Grautag, dazu singen die B├Âen, und ich trudele auf ihnen bis in die Wolken hinauf, auf einem Sonnenschiff geht es gen Norden, wo die wei├čen Riesen in ihrer kristallenen Welt nach Beute suchen, unwissend siechend an unseren gasigen Wohltaten, die sie mit ihrem Fang verschlingen, und die Sonne, die nun endlich Einla├č durch die h├╝llenden Pforten gefunden, die Gletscherm├╝tter in immerw├Ąhrenden Wehen br├╝llen l├Ą├čt, die sich in unaufhaltsamen Str├Âmen verzehren, ihre K├Ąlberflut in die kalten Wasser sto├čen; keine Reise mehr gen S├╝den, milchigwei├č, Jahrtausende alte Luft ausschmelzend, werden sie zu kreisenden Lebensfl├Â├čen der wei├čen Pelziger und Wasserhunden in verhungernden Meeren, deren Rahm von st├Ąhlernen B├Ąuchen und Grasm├Ągen verschlungen wird; seid froh ihr eisigen Kinder, m├╝├čt euch nicht an ├Âligen K├╝sten die Leiber zersch├╝rfen, nicht mit Landfl├╝chtigen die verwesenden Reste verschlungener Seew├Ąlder suchen, und den verirrten Albatros h├Âren, der in den sterbenden Wehensang einf├Ąllt; ich reise mit ihm, sehnend nach Leben, ungetr├╝bt - nur noch in Erinnerungen, und s├╝dlichen Winden, die mich nach Hause bringen, zum Regen . . .





Johanna Pless
3.2008



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Joh
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Hallo Franz,

ja, ich gebe zu, beim schreiben ist etwas mit mir durchgegangen . Die Atemlostexte entstehen eben aus dem Bauch heraus und werden sp├Ąter zwar ├╝berarbeitet, aber ich belasse die Assotiation, da├č beim schreiben vorherrschende Gef├╝hl erhalte ich, dieses Mal war es wohl ein bi├čchen zu heftig. Aber daf├╝r poste ich ja auch, um zu erfahren, wie die Geschichte auf andere Menschen wirkt.

Ich danke dir auf jeden Fall f├╝r Deinen freundlichen Kommentar und werde mir auf jeden Fall den Poe zu Gem├╝te f├╝hren.

ein Abendgru├č an Dich, Johanna

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KaGeb
Guest
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Liebe Johanna,

das ist einfach zuviel des Guten. Federn m├╝ssen erst zu Boden gleiten, um erkannt zu werden.
"Atemlos" macht es wirklich, doch verfehlt es dadurch viele Aussagen, die bedacht werden wollen.
Die Kraft ist zu gewaltig, um nachdenken zu k├Ânnen.
Probiere es "portionsweise" und mit Abs├Ątzen.
Du jonglierst mit der Sprache in einem Tempo, dass flirren l├Ąsst.
M├Ąchtiger Epos, der in Unverst├Ąndnis f├╝hrt und nur, weil das Tempo zu schnell ist.
Du hast Potential - gro├čes - doch lasse es wirken!

LG, KaGeb

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mori
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Hallo Johanna,
das Atemlose habe ich gerade erst endeckt.Dieses intuitive Schreiben macht frei und l├Ą├čt Bilder wachsen. Man muss es nicht unbedingt ├╝berarbeiten.Es hat als Bilderflut auch so Bestand.Eine M├Âglichkeit: Die sch├Ânsten "Traum"-Bilder weiterverwenden. Ich habe mich nur mal aus Spa├č dar├╝ber hergemacht.Etwas gek├╝rzt ...und Punkt und Komma...und so weiter...
Viel Spa├č und liebe Gr├╝├če
Annette




Sturm in den Baumkronen vor dem Fenster und meine Gedanken, die mit dem Regen tanzen- fortgewaschener Grautag und singende B├Âen.Ich trudele in die Wolken, auf einem Sonnenschiff gen Norden.
Die wei├čen Riesen in ihrer kristallenen Welt suchen nach Beute.Unwissend und siechend an unseren gasigen Wohltaten, die sie mit ihrem Fang verschlingen.
Die Sonne hat Einla├č durch die h├╝llenden Pforten gefunden.L├Ą├čt die Gletscherm├╝tter in Wehen br├╝llen und sich in unaufhaltsamen Str├Âmen verzehren. Ihre K├Ąlberflut st├Â├čt in die kalten Wasser.Keine Reise mehr gen S├╝den.
Milchigwei├č, werden sie zu kreisenden Lebensfl├Â├čen in verhungernden Meeren.
Seid froh ihr eisigen Kinder, m├╝├čt euch nicht an ├Âligen K├╝sten die Leiber zersch├╝rfen, nicht mit Landfl├╝chtigen die verwesenden Reste der Seew├Ąlder suchen, und den verirrten Albatros h├Âren, der in den sterbenden Wehensang einf├Ąllt.
Ich reise mit ihm, sehne mich nach nach Leben, ungetr├╝bt nur die Erinnerungen- und die s├╝dlichen Winde - die mich nach Hause bringen, zum Regen . . .

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