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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Glücksmoment
Eingestellt am 08. 08. 2011 16:53


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Arno Abendschön
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Registriert: Aug 2010

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Wie alt allein schon das Papier war … Ben gab den Text neu ein und speicherte ihn ab. Dann verglich er die stark verblasste Erinnerung mit der frischen Beschreibung von damals. So war das also gewesen … Mal eben zum Ficken für drei, vier Tage nach Amsterdam fahren, und da gab es dieses Café an der Amstel, wo sie am Sonntagabend immer hingingen, alle sehr locker, gut gelaunt, kontaktfreudig.

Er stand auf einmal neben diesem Paar, Mark und Albert, zwei junge Holländer in schwarzem Leder, und einer von beiden sprach ihn an. Sie redeten eine Weile, dann nahmen sie ihn mit und … Das Übliche also, was soll Besonderes daran gewesen sein? Er sah sie nicht wieder und vergaß sie doch nicht. Alle konkreten Details verschwanden langsam aus seinem Gedächtnis, er behielt nur die allgemeine Überzeugung, es sei damals eine selten runde Sache gewesen. Feine Kerle, auch als Paar imponierend. Und einer der beiden hatte etwas in ihm berührt, das noch immer nachklang. Was war da gewesen?

Das Gespräch kam anfangs etwas mühsam in Gang. Albert war Mitte zwanzig, Mark Anfang dreißig. Albert war zuerst auf Ben zugegangen, er war in allem der aktivere der beiden Freunde. Ben fand ihn sehr lebendig, hübsch, vielleicht ein klein wenig eitel. Mark dagegen, zurückhaltender, wirkte schon deutlich gereift. Er hatte ein herbes männliches Gesicht mit breiten Backenknochen. Ben sah ihn gern an.





Die beiden zeigten ihm erst noch eine Bar in der Nähe, dann nahmen sie ihn mit in ihre Wohnung hinter der Heineken-Brauerei. Ihr Gespräch wurde lebhaft. Sie waren auch lustige Vögel, gleichzeitig vernünftige Menschen voll guten Willens. Seit zwei Jahren lebten sie zusammen und waren sichtlich stolz auf ihre Beziehung, auf das Vertrauen, mit dem sie einander begegneten. Sie erklärten Ben: Wenn sie gemeinsam unterwegs seien und einen Neuen kennenlernten, schlafe entweder der eine oder der andere von ihnen mit ihm – oder alle drei täten sich zusammen. Mark klagte darüber, Amsterdam sei zu promisk geworden. Es sei zu einfach, Partner fürs Bett selbst auf der Straße zu finden. Ben fragte sich im Stillen: Gilt das jetzt auch für mich?

Albert zog Ben die Klamotten aus. Als Ben nackt und fragend dastand, führte ihn Albert zum Nebenzimmer. Mark schloss sich zögernd an. Er schien jetzt unsicher, ob er in seinem eigenen Schlafzimmer willkommen sei. Diese plötzliche Schüchternheit wirkte rührend an ihm, dem gereiften, vitalen Mann. Ben umarmte und küsste ihn auf der Schwelle. In diesem Augenblick spürte er: Mark war wirklich überrascht, ein tiefes Glücksgefühl war dabei, sich in ihm auszubreiten, ihn ganz zu erfüllen. Es strahlte aus und Ben tauchte selbst darin ein. Albert sah auch beglückt aus. Sie gingen hinein.

Sie blieben drinnen eine Zeitlang wie auf einer Hochebene beisammen. Doch der Gipfel der Freude lag schon hinter ihnen – er war schon mit dem Durchschreiten der Tür erreicht worden. Und er kam so, in dieser Konstellation, für Ben nie wieder. Hätte er es gewusst, er würde schon damals Trauer empfunden haben. Andererseits: Wie relativ muss gelebte Zeit sein, wenn bereits ein Moment des Glücks die langen Jahre danach durchmessen kann wie das Licht eines sehr fernen Sternes?

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