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Leselupe.de > Ungereimtes
Glücksuche
Eingestellt am 04. 05. 2010 21:38


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Walther
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Glücksuche


Dann war da noch die Vergebung
Verpasster Gelegenheiten
An fernen Ufern gelegen
Türmten sich Lebensträume auf

Doch waren da auch Sonne
Mond und Sterne im Blau
Im Schwarz im Grün sah ich
Tau blitzen Liebste Türen öffnen

Sich an Kirchenschiffen
Die Türme stechen den ganzen Himmel
Ab und der Vogelflug kündet
Nichts Gutes nur von Frühling Herbst

Und da war viel mehr Meer gewellt wie
Dein Blondhaar du Engel du
Ewiges Weib Verrufene wie
Angebetete zeigst dich am Fenster

Wie Gott dich schuf dass
Mann dich sehe und verfalle
In Maulaffenfeil im Dunkel der
Alten Platanen das leise Getuschel

Verschatteter Gestalten auf sommer-
Hitzig kretischen Marktplätzen
Dem Weine geneigt dem Kaffee
Zugetan ein Carpe diem tropfend

Ein Laissez faire - laissez passer süß
An den Lippen hängend und da war
Dann die Gelegenheit endlich die Glück-
Suche als vergebens einzustellen


Version mit Satzzeichen (Vorschlag Marie-Louise)

Dann war da noch die Vergebung
verpasster Gelegenheiten:
an fernen Ufern gelegen
türmten sich Lebensträume auf;

Doch waren da auch Sonne
Mond und Sterne im Blau,
im Schwarz; im Grün sah ich
Tau blitzen, Liebste! Türen öffnen

Sich an Kirchenschiffen,
die Türme stechen den ganzen Himmel
ab, und der Vogelflug kündet
nichts Gutes, nur von Frühling, Herbst!

Und da war viel mehr Meer gewellt wie
dein Blondhaar, du Engel; du
Ewiges Weib, Verrufene wie
Angebetete, zeigst dich am Fenster

Wie Gott dich schuf, dass
Mann dich sehe und verfalle
in Maulaffenfeil. Im Dunkel der
Alten Platanen das leise Getuschel

verschatteter Gestalten auf sommer-
hitzig kretischen Marktplätzen:
Dem Weine geneigt, dem Kaffee
zugetan, ein Carpe diem tropfend

ein Laissez faire - laissez passer süß
an den Lippen hängend. Und da war
dann die Gelegenheit, endlich die Glück-
suche als vergebens einzustellen ...

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 04. 05. 2010 21:38
Version vom 05. 05. 2010 09:49

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Rhea_Gift
Häufig gelesener Autor
Registriert: Apr 2003

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Inhaltlich gefällts mir wirklich sehr gut - aber die Form - finde ich etwas - zu verschachtelnd - mit den ganzen Umbrüchen - passt nicht zu den eher mit leichte Feder gemalten Bildern - da wünschte ich mir mehr lässigen Schwung - wie in den letzten zwei Strophen

Nur ne Idee:

Und da war noch die Vergebung
so manch verwelkter Gelegenheit
Winkend von fernen Ufern
Türmten Träume sich ungelebt

Doch da war auch Sonne
Mond und Sterne hell im Blau
Im Schwarz im Grün sah ich Tau
blitzen und Liebste die Türen öffnen

Sich weit an Kirchenschiffen
Die Türme stechen den Himmel ab
und dunkler Vogelflug kündet
Nichts Gutes nur von Frühling Herbst

Und da war viel mehr Meer gewellt
wie Dein Blondhaar du Engel du
Ewiges Weib Verrufene wie Angebtete
zeigst lächelnd dich am Fenster

Ganz wie Gott dich schuf
dass Mann dich sehe und verfalle
In Maulaffenfeil dort im Schatten
Alter Platanen das leise Getuschel


Verschatteter Gestalten auf sommer-
Hitzig kretischen Marktplätzen
Dem Weine geneigt dem Kaffee
Zugetan ein Carpe diem tropfend

Ein Laissez faire - laissez passer süß
An den Lippen hängend und da war
Dann die Gelegenheit endlich die Glück-
Suche als vergebens einzustellen


??

Wie gesagt, nur ne Idee - andere finden die ganzen Umbrüche vielleicht gut... ich find es umbruch-reduzierter besser...

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Heidrun D.
Guest
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Lieber Walther,
mir gefällt es wie dargeboten.

Du hast versucht, den Erinnerungen, die ja tatsächlich fetzenweise durchs Gehirn schießen, auch optisch Gestalt zu verleihen.

In den beiden Endabschnitten wird wieder die Jetztzeit aufgenommen, die heutige Sicht der Dinge, in reflektierender (alterweiser) Art.

Ich denke, dies ist eines deiner sehr guten Gedichte.

Herzliche Grüße
Heidrun

P.S.: Auch die Rhea`sche Version ist wirklich gelungen (in ihrer verspielteren Weise). Ich meine jedoch, sie passt nicht ganz zum intervallartigen Rückblick, ist aber dafür schmiegsamer ...

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Hallo Rhea_Gift,

danke für Deinen Formulierungsvorschlag, der wirklich überlegenswert ist, aber eine etwas andere Richtung nimmt als die von mir beabsichtigte. Es ist spannend, was ein solcher Assoziationsstrang, gebaut auf Formulierungen und Wortfetzen, die sich atemlos wie Perlen unterschiedlicher Form aneinander reihen, selbst wirken, und doch im Zusammenhang ein komplettes Bild ergeben, auszulösen vermag.

Es klappt durchaus nicht immer und bei allen Lesern, das Wagnis, damit zu scheitern, liegt nahe. Ich bin mir auch noch nicht sicher, was weitere Leser zu diesem Text sagen werden.

Herzlichen Dank für diese überzeugende Variante, die sehr überlegenswerte Aspekte anreißt, die aber eben ein wenig von meiner Intention abweichen.

LG W.


Lb. Heidrun,

das ist sicherlicher weniger altersweise als im String of Thinking logisch, was das LyrIch als Schlußvers zieht. Man kann dieses Gedicht als Tour d'Horizon unserer aktuellen Lebensart verstehen, das Glück in unerreichbaren Fernen zu suchen; ich nenne das das "Taube-auf-dem-Dach-Syndrom". Unsere Zeit versteht die Lebensklugheit dieses Spruches nicht mehr. Es ist in der Tat ein gutes Konzept, auch die Glückserwartung auf das realistischerweise Erreichbare auszurichten; nur, wer tut das am Ende schon.

Ansonsten habe ich einfach meine Ausgabe von Zettels Kasten bemüht, eine Methode, die ich in Vers libre Gedichten als die mir wohl gemäßeste entdeckt habe. Alle meine freien Rhythmen sind in dieser Grundform entwickelt. Anders bekomme ich den Vers libre nicht hin. Man sollte sich in seinen Grenzen bewegen. Dann ist das Risiko des Absturzes geringer, wenn auch nicht auszuschließen.

Danke und Gruß

W.

Lb. Marie-Louise,

Deinen Vorschlag habe ich aufgegriffen und umgesetzt. Der von Dir bemerkte grammatische Fehler ist beseitigt. Vielen Dank für das sehr aufmerksame Lesen. Ich habe ihn trotz mehrfacher Nacharbeit vor der Veröffentlichung schlicht übersehen.

Auch den Satz habe ich, etwas von Deiner Fassung abweichend, oben als Variante angefügt. Natürlich liest sich die von Dir inspirierte Version auf den ersten Blick flüssiger, das ist sicherlich richtig.

Allerdings geht dem Text damit eine bewußte Bedeutungsebene verloren, nämlich die, daß der Sinn sich im Lesen mit dem Text wandelt und verändert und damit mehrere Deutungsebenen entstehen, der Text also eine dritte Dimension bekommt. Das ist aber Geschmacksache, und Du siehst aus Deiner Sicht eben so, wie Du es kommentiert hast.

Ganz lieben Dank für Deine Bearbeitung und Deine Hinweise.

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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