Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92241
Momentan online:
72 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Goethe-Fund
Eingestellt am 03. 04. 2004 10:03


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Rudolfus
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2004

Werke: 23
Kommentare: 61
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Rudolfus eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Bekanntlich h├Ârt Goethes balladeskeskes Liebesgedicht der Sesenheimer Sturm-Zeit folgenderma├čen auf:

... Doch, ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen K├╝ssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standtst und sahst zur Erden
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Gl├╝ck, geliebt zu werden!
Und lieben, G├Âtter, welch ein Gl├╝ck!

Eine kleine Sensation war es, als in den verschollen geglaubten Hinterlassenschaften der Frau von Stein, Goethes gro├čer platonischen Liebe, folgende, offenbar von ihm sp├Ąter unterdr├╝ckten Strophen auftauchten, die Professor Doktor von Itzenplitz ans Licht der Welt gef├Ârdert hat. Die literarische Welt dankt ihm f├╝r diese m├Ąeutische Gro├čtat:

... Ich sprengte fort, erf├╝llt vom Gl├╝cke
Genoss'ner Liebe. - Doch mein Herz,
Es hing an ihr, an ihrem Blicke.
Da f├╝llt mein Innr'res sich mit Schmerz.
Ich wandt' das Ross und kehrte wieder,
Du standest reglos an dem Fleck.
Ich beugte mich vom Pferde nieder,
Umarmte dich und wollt' nicht weg.

"Du bist mein Sinnen und mein Trachten",
So sprach ich, "nimmer bleib' ich fern!
Ich k├Ânnte l├Ąnger mich nicht achten,
In deiner N├Ąhe bin ich gern."
Und Tr├Ąnen florten ihre Augen,
Sie rannen s├╝├č von dem Gesicht.
Ich musst' sie mit den Lippen saugen -
Und um uns war das Himmelslicht...

Professor Doktor von Itzenplitz r├Ątselt in seinem wissenschaftlichen Beitrag ├╝ber die Gr├╝nde, die Goethe zu der Unterdr├╝ckung veranlasst haben k├Ânnten und vermutet:
"Der bindungsscheue, im Grunde solipsistische Goethe wollte solch ein finales Gest├Ąndnis, solch eine absolute personale Hingabe, solch r├╝cksichtslose, geradezu trivial anmutende Selbstentbl├Â├čung im Alter nicht ├Âffentlich machen, zumal er seine Jugendliebe dann doch verlassen hat...

Viel Vergn├╝gen und einen sonnigen Fr├╝hlingstag w├╝nscht

Rudolfus
__________________
Sieh auf zu den Sternen, hab' acht auf die Gassen...

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10342
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Vera-Lena eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Willkommen und Abschied

Lieber Rudolfus,

in die Beurteilung ├╝ber die Bindungs├Ąngste von Herrn Goethe stimme ich komplett mit ein.

Deine Fortsetzung von "Willkommen und Abschied" finde ich genial und Friederike von Seesenheim w├Ąre ├╝bergl├╝cklich gewesen, w├Ąre die Sache f├╝r sie so ausgegangen, sch├Ątze ich mal.

Dir ein sch├Ânes Wochenende!
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Bearbeiten/Löschen    


1 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Gereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!