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Leselupe.de > Ungereimtes
Goldene Zeit
Eingestellt am 02. 08. 2004 10:42


Autor
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Walter Walehn
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2001

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Goldene Zeit

Mein Blick h├Ąngt
an der goldenen Taschenuhr
die mir geblieben ist
er verweilt an dem hektisch
wie ein Dieb auf der Flucht
eilenden Sekundenzeiger
Sie verk├╝ndet
golden die Zeit
Ich schaue von ihr
hinauf auf den Hinterhof
der wie von
Gef├Ąngnismauern ges├Ąumt
im Elend erstickt
├ťberlaufende M├╝lltonnen
vor br├╝chigem Mauerwerk
und schrottreifen Autos
Ein Kunstwerk der Armut
grau in grau flie├čen die Farben
Ich suche vergeblich
das Gelb oder Rot einer Bl├╝te
und finde nichts
Geblieben ist mir
das goldene Zifferblatt meiner Uhr
doch ich vermag nicht zu erkennen
die goldene Zeit
ist sie f├╝r immer Vergangenheit

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Walter,


was schreibst du denn f├╝r traurige Sachen?
F├╝r mich ist dein Gedicht eine Erz├Ąhlung ├╝ber das Alter. Viele alte Menschen empfinden so und der Wehmut spricht aus deinen Zeilen.

Ein, zwei Dinge habe ich zu bemerken:
Goldene Zeit

Mein Blick h├Ąngt
an der goldenen Taschenuhr
er verweilt(an dem) den langsam
im gleichm├Ą├čige(n) Takt
wie ein Dieb auf der Flucht
(eine Formulierung w├╝rde ich hier streichen. Entweder als Beschreibung: im gleichm├Ą├čigen Takt oder wie ein Dieb auf der Flucht. Mir gef├Ąllt Letztere besser, allerdings hast du dann einen Wiederspruch in dem Ausdruck "langsam und schleichend" und "der Dieb auf der Flucht", das Bild ist etwas unstimmig)
Ich verdeutliche es hier einmal an einem Beispiel:

Mein Blick h├Ąngt
an der goldenen Taschenuhr
er verweilt an dem unruhigen
wie ein Dieb auf der Flucht
eilenden Sekundenzeiger
Sie verk├╝ndet
golden die Zeit
Ich schaue von ihr
hinauf auf den Hinterhof
der wie von
Gef├Ąngnismauern ges├Ąumt
im Elend erstickt
├ťberlaufende M├╝lltonnen
vor br├╝chigem Mauerwerk
und schrottreifen Autos
Ein Kunstwerk der Armut
(Ganz starkes Bild!!!
grau in grau flie├čen die Farben
Ich suche vergeblich
das Gelb oder Rot einer Bl├╝te
und finde nichts
Geblieben ist mir
das goldene Zifferblatt meiner Uhr
doch ich wei├č nicht zu sagen
die goldene Zeit
ist sie Vergangenheit

Hier hake ich nochmals an den drei letzten Zeilen.
Doch ich wei├č nicht zu sagen
die goldene Zeit
ist sie Vergangenheit
Vorschlag:
Doch ich vermag sie nicht zu lesen (erkennen?)
die goldene Zeit
Ist sie Vergangenheit?

Falls dies jedoch die Aussage zu sehr ver├Ąndert, w├╝rde ich lediglich ein Fragezeichen hinter Vergangenheit setzen.

Ich hoffe, ich habe deine Interpretation richtig gedeutet. Bitte sei mir nicht b├Âse, wenn ich ein wenig mit deinen Zeilen gearbeitet habe, aber mir bereitet es ein gro├čes Vergn├╝gen, mich in deinen Zeilen zu verkriechen . Die starke Aussage deines Textes ber├╝hrt mich sehr.

LG
Sandra

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Walter Walehn
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2001

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Hallo Sandra,

du machst mir ja richtig Arbeit :-) aber ich werde deine Anregungen ├╝berdenken und einarbeiten. Ich denke, dass es, so wie du es vorschl├Ągst, auch schl├╝ssiger ist. Ich habe mich gefreut, dass du dich so mit dem Text auseinander setzt. Ich wollte aber nicht ├╝ber das Alter schreiben, sondern dar├╝ber, dass viele Menschen immer ├Ąrmer werden und die goldene Taschenuhr steht f├╝r bessere Zeiten und sie ist das einzige, was geblieben ist. Kommt vielleicht nicht so r├╝ber, muss ich noch mal daran arbeiten. Aber schau du mal, wie es jetzt geworden, mit deinen Vorschl├Ągen.

LG Walter

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Walter,

Im Alter werden Menschen oft einsam und auch arm. Die Rente reicht hinten und vorne nicht, von daher ist das Bild des alten und armen Menschen nicht so weit voneinander entfernt. Somit hast du f├╝r mich trotzdem ausgedr├╝ckt, was zu sagen war. Ich kenne diese goldene Taschenuhr noch von meinem Opa, vielleicht dachte ich deshalb direkt an einen alten Menschen. So hat halt jeder seine Assoziationen
Dein Text gef├Ąllt mir sehr gut. Vorher auch schon , nun ist er f├╝r mich klarer formuliert, ich hoffe, du bist immer noch eins mit deinem Text, das ist wichtiger als alles andere. Ich besch├Ąftige mich gerne mit deinen Gedichten, sie haben Tiefe und die gilt es zu ergr├╝nden. Das mache ich furchtbar gerne.

Nur noch eine Frage: Ist dein letzter Satz eine Frage, dann w├╝rde ich das Fragezeichen noch hinter setzen.

LG
Sandra

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Walter Walehn
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo Sandra,

sch├Ân...so nette, aufbauende Worte von dir zu bekommen...schmeichelt sehr....:-) Es ist sicher mehr eine Frage, nur wollte ich keine Frage- oder andere Satzzeichen verwenden um Spielraum zu lassen.
Muss ich noch mal ├╝berlegen was richtiger (besser) ist.

LG
Walter

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heike von glockenklang
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hallo walter. vom stimmungsbild wieder mal sehr gelungen.
und was besonders auff├Ąllt, ist ein ganz ungwohnter aber interessanter text von dir.
was h├Ąlst du von meinem Vorschlag unten? das liest sich f├╝r mich fl├╝ssiger. ich stolperte ├╝ber die ersten zeilen beim lesen. obwohl die bilder und vergleiche wirklich toll sind.

Mein Blick h├Ąngt
an der goldenen Taschenuhr
die mir geblieben ist
er verweilt an dem hektisch
eilenden Sekundenzeiger
als sei er,
wie ein Dieb auf der Flucht
heike

__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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