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Leselupe.de > Ungereimtes
Gott
Eingestellt am 21. 08. 2003 13:36


Autor
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black sparrow
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Registriert: Jun 2002

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Gott


Am Anfang war Dunkelheit
und Gott und Langeweile,
und Tod und Teufel
schufen die Welt.


Vor lauter Eifersucht
warf Gott sie aus dem Himmel
und schrieb ein Buch dar├╝ber.


Auf diese Weise
wurde er auch seinen Sohn los,
schrieb eine Fortsetzung,
und ver├Âffentlichte beide Teile
in einem Band.
Es wurde das meistverkaufte Buch
aller Zeiten.


Gott wurde reich
und trank nur noch Blut,
aber seine Langeweile
wurde er nicht los.


Er plagte sich ein weiteres Jahrtausend,
klebte sich einen Schnurrbart an,
und ging nach Deutschland.


Alle Deutschen mussten an ihn glauben
und Heil statt Amen sagen.
Dort schrieb er, unter anderem,
ein drittes Buch.
Viele fanden es gut.
Die Kritiken waren schlecht.
Nach dem Krieg wurde es verbrannt.


Der Krieg war nicht heilig, aber total,
und auf die Frage, warum er sowas mache,
antwortete Gott:
Ich habe Hunger und werde nicht satt,
ich hatte eine ungl├╝ckliche Kindheit
und f├╝hle mich so leer.


So beschlo├č Gott,
ein Buch ├╝ber seine Kindheit zu schreiben,
aber Gott ist krank.
Gott hat Schreib- und Ladehemmung.
Er f├╝rchtet, da├č ihm keiner glaubt.
Er ist sich nicht mal des Titels sicher.
Kultur und Krieg, irgendwas mit K.
Gott mag W├Ârter mit K.
Und Worte mit T,
und R, aber am liebsten
irgendwas mit K...

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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

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*gg* Er sollte einen Schreibzirkel besuchen, um seine Blockade zu l├Âsen *gg* (fiel mir spontan ein)

Hallo Black,

ich musste schmunzeln und fand es neben dem Am├╝sement, auch sehr gut geschrieben.

liebe Gr├╝├če
Rene├Ę

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Parsifal
Guest
Registriert: Not Yet

Gott

Hallo black sparrow,

es kommt ganz auf meine Stimmung an, ob ich Gedichte wie Deins mag. Wenn man die Bibel als "Gottes Wort" nimmt (was ich nicht tue), m├╝├čte Gott sich an deren Aussagen messen lassen, als da w├Ąre, da├č kein Vogel vom Himmel und kein Haar von unserem Kopf f├Ąllt, ohne da├č Gott es will. Die Kirchen winden sich ja auch mehr oder weniger gekonnt, wenn sie z.B. mit diesem Satz konfrontiert werden.

Manchmal kommt Gott mir vor wie jemand, der in einem Ameisenhaufen stochert und zuschaut, was passiert. - Ernst Barlach stellt im "Blauen Boll" die Frage, ob wir Gott brauchen, oder er uns. Man kann sehr lange dar├╝ber nachdenken.

Im ganzen m├Âchte ich aber eher Mephisto zustimmen, der sagt:

ÔÇ×Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag,
und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.
Ein wenig besser w├╝rd' er leben
h├Ąttst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;
er nennt's Vernunft und braucht's allein,
nur tierischer als jedes Tier zu sein.ÔÇť

Viele Gr├╝├če
Parsifal

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Mirko Kussin
Foren-Redakteur
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Registriert: Jun 2002

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hallo ersteinmal aus dortmund nach dortmund ;-)
mit dem text kann ich echt nix anfangen, den finde ich zu platt, zu sehr auf provokation konstruiert (vielleicht ganz nett f├╝r die poetryslam b├╝hne im subrosa - f├╝r alle dortmunder hier). klar ├╝ber gott herziehen, kann ja erstmal kreativ sein, aber ich glaube (nachdem ich mir auch noch den einen oder anderen text von dir hier angesehen hab), da├č du das besser kannst... die analogie hitler - gott find ich ganz spannened und als du dann mit dem heiligen krieg anfingst, h├Ątte ich mir gew├╝nscht, da├č auch etwas zur aktuellen politischen situation im nahen osten kommt... und vor allen dingen, wer ist gott denn da? bush? oder saddam? osama? irgendein pal├Ąstinenser mit zehn kilo semtex um den bauch geschn├╝rt? sharon?
wie gesagt... nette idee, aus der man was machen k├Ânnte, so wie sie da steht allerdings nicht viel mehr als brainstorming...
ach ja... und das ende... das hab ich nicht verstanden ;-)
gru├č mirko

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Stoffel
gesperrt
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Hallo,

es ist deine pers├Ânliche Interpretation und ich muss auch nicht immer alles verstehen.
Was mir am allerbesten gefiel:
"Gott wurde reich
und trank nur noch Blut,"

F├╝r mich ist Gott..die Kirche und die ist reich. Eine der reichsten Institutionen, durch ihre Gl├Ąubigen.
Und zweiteres..geht die Glaubenskriege an.
"..trank noch mehr Blut"...
F├╝r mich immer wieder unfassbar, das Menschen sich des Glaubens wegen bekriegen.
Noch weniger verstehe ich das in Irland.

lG
Stoffel

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black sparrow
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Oh Mann!

Tja,
ich wei├č gar nicht so recht, was ich alles sagen m├Âchte
zu euren Kritiken...
Zun├Ąchst mal, parsifal, ich denke nicht dass es von der
eigenen Stimmung abh├Ąngen sollte, wie ein Gedicht rezipiert wird, aber vielleicht meinst du auch nur das Thema.
Im ├╝brigen stimme ich Mephisto ebenfalls zu, besonders
seiner Darstellung im Faust, die ihn nicht als b├Âse zeigt,
sondern als jemand, der von den Menschen genervt ist,
so dass er ihnen in den Hintern tritt, damit sie was
merken, ein Lichtbringer eben.Und wenn schon der Teufel an den Menschen verzweifelt..
Und Mirko ( Gru├č aus Dortmund zur├╝ck), ich glaube es ist
genau das was ich mit meinen Gedichten erreichen m├Âchte,
ein Brainstorming, und warum sagst du "nur" ?
Ich bestehe schlie├člich auf der Freiheit meiner Leser,
und darum geht es in dem Gedicht.
(Der n├Ąchste slam ist ├╝brigens am 15.09. Vielleicht
sehen wir uns da ja, f├Ąnd ich spannened)
Das Gedicht ist nicht blasphemisch gemeint, also keine Kritik an Gott, eher an den Menschen.
Ich denke wir k├Ânnen ohne Glauben nicht leben, aber Gott
bedeutet Freiheit, und Menschen tragen den Mechanismus in sich, einen Papa oder gro├čen Bruder zu suchen, dem sie ihre
Freiheit vor die F├╝├če werfen k├Ânnen, ungeachtet des Preises, den sie daf├╝r zahlen m├╝ssen.
Der Weg f├╝hrt zwangsl├Ąufig zu Katastrophen.
Wir haben hier alles was wir brauchen, und doch sind wir zu bl├Âd f├╝r diese Welt..
Renee, sch├Ân dass wenigstens du dich am├╝siert hast!
Und stoffel, mir gehts genauso. Ich verstehe nicht,
warum Menschen sich ├╝berhaupt bekriegen.
Passt auf euch auf

black sparrow

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Mikasch
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2003

Werke: 7
Kommentare: 42
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black sparrow

Gott wird wie immer f├╝r alles herhalten m├╝ssen.
Aber welche Rolle spielt das, wenn es ihn doch gar nicht
gibt.
Black Sparrow, deine Verballhornung von Gott und Welt
ist mir zu durchsichtig, und deswegen kann ich gerade
mal wohlgef├Ąllig beim Lesen mir ein paar Grinser
abringen.
Dieses Terrain ist zu abgedroschen.
__________________
La solitude bleue et st├ęrile a fr├ęmi ...
(Mallarm├ę, Don du po├Ęme)

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