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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Gotteszahl - Anne Holt at her best
Eingestellt am 12. 02. 2012 11:22


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Winfried Stanzick
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2011

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Rezension zu:

Anne Holt, Gotteszahl, Piper 2012, 460 Seiten, ISBN 978-3-492-27361-9

Jeden einzelnen der letzten Romane von Anne Holt hat die norwegische Presse als ihren bisher besten hoch gelobt. Das mag der modernen Medienpolitik geschuldet sein, die ihr Publikum von einem Höhepunkt zum anderen führt mitten durch eine mehr und mehr verflachende Landschaft.

Doch Anne Holts Bücher bilden tatsächlich eine Ausnahme in der großen Zahl der Kriminalromane. Seit ihrem ersten Buch habe ich alle ihre Kriminalromane gelesen und bis auf nur wenige Ausnahmen bewegen sie sich durchgängig auf hohem, nicht nur literarischem, sondern auch gesellschaftlich-politischem Niveau mit erstaunlichen Reflexionen zu gegenwärtigen und zeitgenössischen Themen.

Dominierte in vielen früheren Büchern die legendäre Hanne Wilhelmsen, die, seit ihrem schweren Unfall im Rollstuhl sitzend, auch im neuen Buch einen kurzen Auftritt hat, in dem sie einer Protagonistin einen entscheidenden, zur Lösung des Falles zentralen, Hinweis gibt, sind seit etlichen Büchern der Osloer Kommissar Yngvar Stubo und sein Team und seine Ehefrau Inger Johanne Vik die ermittelnden Hauptpersonen in durchgängig spannenden Fällen.
Inger Johanne forscht als Juristin seit längerer Zeit schon zu gesellschaftlichen Phänomenen von Kriminalität – im neuen Fall ist es die sogenannte „Hass-Kriminalität“ – und Anne Holt lässt sie regelmäßig, oft unter Lebensgefahr, in die Fälle ihres Mannes verwickelt sein.

Im neuen Fall beginnt alles damit, dass die von der Bevölkerung geliebte Bischöfin Eva Karin Lysgaard am Weihnachtsabend in Bergen auf offener Straße ermordet wird.
Die Osloer Kriminalpolizei wird sofort hinzu gezogen und so verbringt Yngvar Stubo schon den ersten Feiertag dort. Der Ehemann der Bischöfin verhält sich seltsam und auch ihr Sohn Lukas scheint etwas zu verbergen.

Doch das ist nur ein Strang von vielen, die Anne Holt auf den ersten 100 Seiten geschickt und nur am Anfang verwirrend entwickelt. Handlungsstränge aus dem Privatleben von Yngvar und Johanne und ihren Kindern und welche mit weiteren Toten werden aufgewickelt, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen.

Langsam stellt sich heraus, dass Homosexualität auf der einen und eine in regelrechten Hass ausartende Homophobie auf der anderen Seite die Klammer sein könnte, die alles verbindet.
Der Leser wird mitgenommen auf eine spannende Reise in die Welt religiöser Fanatiker und eines christlichen Fundamentalismus, der in seinem Hass dem islamischen in nichts nachsteht.

Auf dem Hintergrund einzelner Lebensschicksale entwickelt Anne Holt ĂĽberzeugend ein Bild von einer Welt, in der der Hass auf bestimmte Gruppen AusmaĂźe angenommen hat, die einen erschrecken lassen.
Eine sympathische Patchworkfamilie um Yngvar Stubo und seine Frau mit ihren alltäglichen Problemen wird hineingezogen in schreckliche Verbrechen und erneut schweren Belastungsproben ausgesetzt.

Ein Kriminalroman, der das allfällige Lob aus Norwegen durchaus verdient.

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