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Leselupe.de > Gereimtes
Graf Adrian zu Hoheneck
Eingestellt am 23. 10. 2011 13:44


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Wittgenstein
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Graf Adrian zu Hoheneck


So lauschet alle denn der Kund, die ich Euch itzo bringe:
Graf Adrian zu Hoheneck ich wonniglich besinge,
Graf Adrian zu Hoheneck, den wohlfeil edlen Recken,
der ├╝bervoll an Heldenruhm vom Haupthaar bis zum Becken,
der ├╝bervoll an Heldenruhm vom Becken zu den Zehen
und derart reich mit Samt beh├Ąngt, dass er kaum kunnt noch gehen.

So schritt er stolz zum Burghof hin, geleitet von Sibylle,
der Herzogin zu Greifenstein mit Porsche-Sonnenbrille,
und rief: "Mir d├╝nkt, Euch d├╝rstet gar nach k├╝hlem Trank vom Stand da!".
Die Herzogin entgegnete: "Ich h├Ątte gern 'ne Fanta."
Da frug der Graf den Burgschenken: "Was kost es an Dukaten?",
der sprach: "Zwei Euro f├╝nzig Cent, wie sonst am Automaten."

Der Burgschenk gab Graf Adrian vom K├╝hlschrank eine Dose,
der reichte sie der Herzogin in w├╝rdevoller Pose:
"Am prickelnd Saft der Citrusfrucht m├Âgt Ihr Euch wohl erquicken",
so sprach er und umgarnte sie mit minnetollen Blicken.
Da kam ein Spielmannszug des Wegs samt Trommeln und Fanfaren,
der spielte "Yellow Submarine" zur Kurzweil der Barbaren.

Graf Adrian verlangte forsch: "Lasst diese Weis verklingen,
stimmt lieber Melodeien an von Hildegard von Bingen,
an Bardenklang und Minnesang gar wollen wir uns laben,
an frohem Jux und Gauklerspiel woll'n Gaudium wir haben."
Da sprach die Herzogin zum Graf: "Ich simse Karl dem Starken,
der soll den Parkschein hol'n f├╝r uns und die Getr├Ąnkemarken."

"So haltet ein", befahl der Graf, "mit neuzeitlich Geplapper".
Dann bat er um Silentium und reichlich Handgeklapper,
denn itzo k├Ąm der Gaukler Sven mit sein'm Diabolo.
Darauf die Herzogin zum Graf: "Ich geh auf's Dixi-Klo":
"Hier gilt strikt Mittelaltersprach!", gab der mit strengem Wort kund,
als just ein Ritter vor ihm stand: "Die Bayern f├╝hr'n in Dortmund!".

So lauschtet Ihr gar wohl der Kund, die ich Euch itzo brachte:
Was heute auf Burg Hoheneck Graf Adrian so machte,
was heute auf Burg Hoheneck von Bettlern und Jongleuren,
von Junkern, Rittern, Edelsleut samt Hofstaat war zu h├Âren.
Und morgen schon ab dreizehn Uhr, so k├╝nden Harf' und Psalter,
hei├čt's wieder auf Burg Hoheneck: "Ein Tag im Mittelalter".








__________________
Wittgenstein

Version vom 23. 10. 2011 13:44
Version vom 25. 10. 2011 20:59
Version vom 29. 10. 2011 23:10
Version vom 30. 10. 2011 09:25
Version vom 11. 11. 2013 22:23
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So, entschuldige die lange Wartepause, viel um die Ohren.
(Also, eigentlich nicht "viel" im ├╝blichen Sinne, aber wann brauchte es je _viele_ Frauen, um Drama und Hysterie zu erzeugen? Eine alleine schafft das locker...)
Hier meine Gedanken zum Holpern im Text:

Porsche Sonnenbrille:
Hier w├╝rde ich entweder Porschesonnenbrille oder lieber noch Porsche-Sonnenbrille draus machen, zumindest ich mache beim Lesen sonst eine leicht zu lange Pause, weil ja "mit Porsche" auch schon sinnig ist - und wenn dann die Sonnenbrille kommt, muss ich kurz denken:
"Mit Porsche _und_ Sonnenbrille? Nein, mit Porsche-Sonnenbrille!"

Stand da:
Das ist etwas unelegant, finde ich, weil man es k├╝rzer sprechen muss als gewohnt, und der Reim zu Fanta trotzdem schmutzig bleibt.Was richtig sch├Ânes f├Ąllt mir gerade nicht ein, muss mal Getr├Ąnkenamen w├Ąlzen. Fixer Gedanke:
und rief: "Euch d├╝rstet sicher sehr! Ein Hei├čgetr├Ąnk vom Stande?".
Die Herzogin entgegnete: "Ich nehm 'nen Kaffe, grande!"

Burgenschenken:
Das Wort muss ich verdreht betonen, damit es in den Rhythmus passt, vielleicht lieber: Da frug der Graf den Mundschenk schnell: "..."?

Dr├╝bn:
Bl├Âd zu sprechen (und zu denken), evtl "dort", "sonst", "auch",...?

mit w├╝rdevoller Pose:
Ich f├Ąnde _in_ w├╝rdevoller Pose passender.

Wenn man oben den Kaffee nimmt statt Fanta muss nat├╝rlich noch mehr umgebaut werden, also sowas wie:
Der Burgschenk reichte Adrian zwei randgef├╝llte Tassen
und der gab sie der Herzogin, dabei betont gelassen:
"Am hei├čen Saft der Kaffeefrucht m├Âgt Ihr Euch wohl erquicken",


minnestoll:
Das s klingt zu viel, ich w├╝rde wenn dann eher "mit minnetollen Blicken" schreiben, aber warum nicht mit liebestollen?

bemerkte forsch:
Ich finde, er darf ruhig verlangen statt zu bemerken:
Graf Adrian verlangte forsch: "...".

erlaben:
Das Word klingt sehr seltsam, lieber:
an Bardenklang und Minnesang, da wollen wir uns laben,

woll'n:
Wiederholung macht das verk├╝rzte Ding nicht sch├Âner, vielleicht wenn es in der einen Zeile wie oben vorgeschlagen zu "wollen" entsch├Ąrft ist beim zweiten Mal einfach "soll'n draus machen?

Diabolo/Dixi Klo:
K├╝rzere Zeilen als sonst und ein seltsamer Reim.
Gedankenspiel:
Denn mit seinem Diabolo k├Ąm itzo Gaukler Hugo
Darauf die Herzogin zum Graf: "Ich geh' noch schnell auf's Plumpsklo!"
oder
Darauf die Herzogin zum Graf: "Ich geh' auf's Dixi-Plumpsklo!"

Hoffe, ich konnte aufzeigen, wo ich mich schwer tue, vielleicht gef├Ąllt ja der ein oder andere Vorschlag!

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Wittgenstein
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Lieber Jan,

ich bin erst jetzt dazu gekommen, mir Deine Verbesserungsvorschl├Ąge durch den Kopf gehen zu lassen.

Zun├Ąchst einmal: Vielen Dank f├╝r die au├čergew├Âhnliche M├╝he, die Du in meine Nachfrage investiert hast. Das sind Anregungen, wie man sie sich in dieser F├╝lle und in dieser Detailliertheit nur ertr├Ąumen kann.

Zu den Punkten im einzelnen:

Porsche-Sonnenbrille: wird umgesetzt
Burgschenken: wird verbessert
dr├╝bn: wird umgesetzt
in w├╝rdevoller Pose: wird umgesetzt
verlangte statt bemerkte: wird umgesetzt
soll'n statt woll'n: wird umgesetzt

Die Sache mit dem "Burgschenk" und mit dem "soll`n" hatte ich auch schon in der Ursprungsversion so wie von Dir ger├╝gt auf dem Papier.

Die Kritik am "Stand da" ist zwar grunds├Ątzlich berechtigt, allerdings finde ich das "Fanta" wegen dem stark neuzeitlichen Bezug wesentlich st├Ąrker als den Kaffee. Daf├╝r w├╝rde ich den "Stand da" in Kauf nehmen.

Vielleicht b├Âte sich hier ein Reimpaar an wie "Stola" und "Cola"?

Das "erlaben" werde ich auch beibehalten, da der seltsam altert├╝mliche Begriff f├╝r die Sprache des Erz├Ąhlers gerade gewollt ist. Genauso das "minnestollen" als Vorl├Ąufer von "liebestollen".

Der Erz├Ąhler ist Minnes├Ąnger und bringt die Ballade im mittelalterlichen Duktus: Graf Adrian bem├╝ht sich mit m├Âglichst mittelalterlicher Sprache nach besten Kr├Ąften authentisch zu wirken, w├Ąhrend der Rest der Truppe sich um rein gar nichts schert.

Nochmals:

Fetten Dank

und herzliche Gr├╝├če
von Wittgenstein




__________________
Wittgenstein

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