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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Grandi-Reihe
Eingestellt am 03. 12. 2017 17:03


Autor
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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2273
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Gott schuf die Welt aus dem Nichts,
Grandi bewies es.
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Nimm eins minus eins
und plus eins minus eins,
dazu eins minus eins
und noch eins minus eins,
und immer so weiter und weiter ...
Ist der erste Vers null und der zweite Vers null und der dritte Vers null, gibt der Vierte Vers null, bleibt die Summe bei null, das ist alles.

Aber:
Nimm eins und dazu
minus eins und plus eins
minus eins und plus eins,
minus eins und plus eins,
und immer so weiter und weiter ...
Ist der erste Vers eins und der zweite Vers null und der dritte Vers null, gibt der Vierte Vers null, bleibt die Summe bei eins, das ist alles.

Denn nimm eins, das ist eins,
minus eins, das ist null,
und plus eins, das ist eins,
minus eins, das ist null,
und immer so weiter und weiter ...
Ist der erste Vers eins und der zweite Vers null und der dritte Vers eins, gibt der Vierte Vers null, bleibt die Summe nicht klar, das ist alles.

Grandi sah und er sprach:
aber bitte, gemach,
das ist einfach, es ist eine Summe.
Nimm die Summe mit k
von der null an und da
sollst du sie bis unendlich summieren,
wenn Du stets potenzierst
minus eins mit dem k
und die Glieder dann immer addierst,
dann erh├Ąltst du einhalb,
bist du nicht grad ein Kalb,
denn es ist ja ganz einfach zu sehen.


Doch Cesaro begann
eines Tags, irgendwann,
von allem den Durchschnitt zu bilden,
er erhielt so eins durch zwei,
und er blieb dann dabei,
er erhielt so einhalb,
und von ihm wich ein Alp,
denn so konnte er endlich summieren.


Ist Eins also Null? Oder Null also Eins?
Oder wechseln sich beide gar ab?
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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JonesD
Hobbydichter
Registriert: Jan 2018

Werke: 2
Kommentare: 8
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Ohne in die Thematik einge├╝bt zu sein, bleibe ich etwas auf der Spur. Ich sp├╝re trotzdem eine gewisse geistige Erregung.
Ich halte den Anfang f├╝r sehr stark, auch durch den Rhythmus. Der nimmt im Anschluss ab, bleibt aber bestehen. Das n├Ąchste, formale Merkmal, das aufscheint, sind Reime, die auf mich sehr deplaziert wirken, willk├╝rlich, unn├Âtig. Da mich insbesondere vierte und f├╝nfte Versgruppe aussperren, w├╝rde ich sie verknappen, weglassen oder umformulieren. Wer die Sache nicht kennt, kann sowieso nicht folgen, darum ist es m.E. auch nicht n├Âtig, die Sache expliziter zu machen. Mit den Schlussfragen hast du mich verloren.
Ich bin nicht der ideale Leser f├╝r dieses Gedicht, da ich kein guter Mathematiker und Wissenschaftshistoriker bin, aber mir gef├Ąllt es insgesamt gut, aber eingeschr├Ąnkt.

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