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Leselupe.de > Kurzprosa
Gregor Muschku
Eingestellt am 04. 11. 2006 14:29


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Haarkranz
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Registriert: Oct 2006

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Gregor Muschku

Oft denke ich, stimmt ja alles garnicht! Ringelpitz, Blödsinn. Was rede ich mir ein? Bin Gregor Muschku und bleib Gregor Muschku! Wie lange hause ich schon in diesem Bienenstock? Zwanzig Jahre? Mitten im Arsch der Stadt. Wabe an Wabe, Summen, Flirren, Gurgeln, Türenschlagen, Scheißhausgeräusche, Fäkalkaskaden, einen halben Meter neben der Erbsensuppe durch die Wand. Nein, riecht nicht, siehste auch nicht, hörst sie nur rauschen und poltern die Scheiße, auf dem Weg nach unten. Geht hier überhaupt immer runter, heidewitzka, immer schneller abwärts. Um mich herum: Falten, Quellbäuche, Hängetitten, Glatzen, Triefnasen, ungepflegte, verkommende Debilität. Pennerasyl ? I wo, das fehlt noch.
Appartmenthaus. Rotationsspeicher. Spuckt aus, saugt ein. Ständig neue Gesichter, ach was Fressen. Alle halbe Jahre gibt’s ne Nutte. Die bemalt ihr Klingelschild rot, blau oder grün, schaltet dann ne Anzeige im Express.
Spezialistin in Französisch, Griechisch oder Sino-Baktrisch wartet auf dich, will dich verwöhnen. Dazu die Telefonnummer und der Hinweis auf die Klingelfarbe. Die Adresse sagt sie den Freiern, wenn die anrufen. Dann geht’s los. Zwanzig mal am Tag die Klingel. Geht dir tierisch auf den Keks, als Nachbar. Wohnt die Nutte über dir, ängstigt dich das Gerammel, fürchtest dass Bett, Nutte und Freier, dir gleich durch die Decke auf den Keks brechen.
Wenn’s zu toll wird, schließ ich die Haustür unten ab. Die Freier schellen, die Nutte drückt auf, is nich. Muss sie runter aufschließen. Gefährlich, wenn sie einen Luden hat. Der könnte dir auflauern, ist sauwütend weil du ihm die Tour vermasselst. Steht den lieben langen Tag vor der Tür, muss den Freiern aufschließen, wenn ich mal wieder abgeschlossen habe. Wenn der dich zwischen die Finger kriegt, Nacht Mattes! Gibt noch andere Tricks. Leg ihr den Türdrücker lahm. Fummele das Drähtchen vom Türdrücker raus. Kriegt der blöde Lude nicht repariert. Rückt der Hausmeister an, schellt bei mir.
„Warst du das, Gregor?“ Kenne den Franz gut, armes, unterbezahltes Schwein. Hat einen Hass auf alles. Besonders die Lauerluden kann er nicht ab. Ich nicke: „Drückerdraht.“
„Machste wieder fertig?“
„Bis wann, Franz?“
„Morgen Mittag?“
„Geht klar, Franz.“
Da steht die Nutte und ihr Loddel den ganzen Tag und Abend auf dem Schlauch. Zieht bald aus, ist man klar.

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