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Leselupe.de > Horror und Psycho
Griff nach den Herzen Dr. Deal
Eingestellt am 18. 02. 2003 22:46


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bluesnote
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Griff nach den Herzen
Dr. Deal


Phillips Heimweg von der Schule fĂŒhrte ĂŒber den Marktplatz. Diesmal gab es dort etwas neues zu sehen. Ein HĂ€ndler baute seinen rollenden Verkaufsstand auf. Der Junge betrachtete die ausgelegte Ware. Der VerkĂ€ufer klappte soeben eine Wand des Wagens hoch.
- Klasse -, dachte er. Was es da zu sehen gab, alles konnte Phillip gebrauchen. „Variety Warriors“, die goldene Aufschrift eines PC – Spiels leuchtete ihm entgegen. Der HĂ€ndler hatte die Arme hoch erhoben, arretierte die Sonnenblende und sah augenzwinkernd ĂŒber seinen Schultern hinweg den Jungen an. > Spitze was, das Spiel meine ich. < Der Mann besaß Geschmack bei der Auswahl seiner Ware, fand Phillip und trat nĂ€her heran.
> Wie wÀrs mit einem kleinen Handel, Phillip? <
Der Junge schreckte aus seinen Betrachtungen hoch, > woher wissen sie meinen Namen? <
> Steht doch auf deinem T-Shirt. < Phillip sah an sich hinunter – stimmt. Das Spiel wĂŒrde er sich nie leisten können, also fragte er, > und an was fĂŒr einen Handel dachten sie? <
> Nun, nur ein kleiner Deal. Ich weiß, wie sehr du den Hamster deiner Schwester haßt. <
- Nun ist es aber gut. Phillip war der Meinung, soviel IntimitÀten auf einem Marktplatz ausgeplaudert waren zuviel des Guten. > Woher wissen sie davon? <
> Ich weiß so manches. Also, was ist, du willst doch das Spiel. < Die Goldschrift flammte erneut auf in der Sonne. Ja, er wollte dieses Spiel.
Der Mann kam nĂ€her, drĂŒckte ihm ein Pulver in die Hand, > vergifte den Hamster und bring mir sein Herz. Dann ist das Spiel dein Eigentum. <
Es stimmte. Er konnte das lausige, stÀndig mit seinem Laufrad lÀrmende Mistvieh nicht ausstehen. > Ich kann ihn nicht sezieren. <
> Dann bring ihn mir ganz, aber bring ihn mir. <
> Was ist, wenn das GeschÀft nicht klappt <, wollte der Junge wissen. > Schaffst du es nicht, nehm ich mir etwas, was dir am Herzen liegt! <
Der HĂ€ndler hielt ihm seine grobe Hand hin. Und Phillip schlug ein. Kleine Jungen machen viele Fehler.

Beates Hormone spielten heute zum xten Mal verrĂŒckt. Sie wollte etwas unsinniges tun, wie sie es ausdrĂŒckte.
Und da kam ihr der kleine Marktstand gerade recht. Sie strich noch einmal den Pulli ĂŒber ihren gewölbten Bauch glatt, dann trat sie heran. – Mein Gott, was fĂŒr ein Glitzerkram!
> Kleiner Handel gefĂ€llig, Madame? < Überrascht sah Beate den Gaukler an, > was heißt hier Handel? Ich will diese Kette kaufen. < Sie zeigte auf das Objekt ihrer Wahl.
> Oh nein, so einfach ist das nicht. Nur fĂŒr Geld gebe ich das schönste meiner SchmuckstĂŒcke nicht her. < Der Gaukler kam nĂ€her und senkte seine Stimme zu einem FlĂŒstern. > Stehlen sie mir ein Herz aus Zuckerguß und ich lege ihnen diese Kette persönlich um den Hals. < Beate schlug ein. Top, die Sache gilt.

Dr. Deal beschĂ€ftigte sich damit, seine Ware zu richten, als Claudia mit ihren topmodischen Outfit bekleidet um die Ecke bog. Der HĂ€ndler bot fĂŒr ihren Geschmack genau das, was „In“ ist. Sie kramte ihr frisches Taschengeld hervor, > diese Bluse muß ich haben. Wie hoch ist ihr Preis? <
> Aber, aber, MĂ€dchen. Zahlen ist doch so was von out. Du mußt nur einen Handel wagen, und das herrliche StĂŒck gehört dir. <
Der blanke Preis des KleidungsstĂŒckes ĂŒberstieg eh ihre Finanzen. Also hörte sie zu, was der Gaukler ihr vorschlug. > Brech das Herz eines Menschen! < Den Blick auf das Textil gerichtet, ergriff Claudia die knorrige Pranke des Dr. Deal. > Gute Idee, daß! <
Kleine MĂ€dchen kommen auch ĂŒberall hin, und wenn der Weg direkt in die Hölle fĂŒhrt.

Zumindest unter den Buchhaltern ab heute die Nummer Eins.
Selbst das muß gefeiert werden. Bernd seufzte. Etwas Besonderes wollte er sich und seinen Lieben schenken. Er sah den Stand und alles lief wie geschmiert. Nach guten Tag und ach, wie schön: > MĂŒder Krieger. Zeige Mut und riskier mal was. Fang das Herz einer jungen Frau und bring sie zu mir. <
> Aha. Und dann? < Dr. Deal zeigte auf all seine Ware. > Dann such dir aus, was immer du dir aussuchen möchtest. <
Dr. Deals vorerst letzter Kunde war gegangen. Er rieb seine HĂ€nde. Er hatte die Weichen richtig gestellt. Wetten das!

Bernd erreichte tatsĂ€chlich, die junge Praktikantin in sein einigermaßen temperamentvolles Auto einzuladen.
Er machte ihr den großen Zampano, fuhr erst rasant an den staunenden Arbeitskollegen vorbei und dann mit Tempo durch die Stadt. Er gab den Gaukler recht, bei diesen Flirt lebte er auf, das ganze sollte bei einem Spaß bleiben.

Nicht die in der Auslage ausgestellten Törtchen meinte der HĂ€ndler, sondern das Herz des VerkĂ€ufers in der Konditorei, Beates heimlicher Schwarm – nach diesem Herz soll ich also greifen.

Hamster erledigt, Gewissensbisse bekommen. Das Tier verfiel in erste Zuckungen, nachdem Phillip das „Brausepulver“, wie er es nannte, an dem armen Kerl verfĂŒtterte. Er wußte, wo seine Mutter hin wollte. Sie half immer! Vorsichtig nahm er das Tier auf und rannte los.

Einige Minuten spĂ€ter erschien Claudia am Tatort. Neben dem HamsterkĂ€fig fand sie ein FlĂ€schchen mit FingerabdrĂŒcken aus Schokolade. Eine Aufschrift – Arsen. Schluchzend brach ihr eigenes Herz.

> Oh nein, das geht schief! < Der junge VerkĂ€ufer schaute schreckensbleich an Beate vorbei. Ein Junge ĂŒberquerte in vollem Lauf die Strasse, auf der rasend schnell ein ihr bekanntes Auto fuhr. Sie hörte sich schreien, stĂŒrmte hinaus, um ihren Sohn zu retten.
Eigentlich paßte Bernd die ganze Zeit schon nicht auf, zu schnell gefahren, zu spĂ€t gebremst. Er schaffte es tatsĂ€chlich, seine junge Familie ĂŒber den Haufen zu fahren.

In seinem Wagen lachte der Gaukler ein Lachen, von der Art, welches man nur fĂŒr sich lacht. Dann hob er den Deckel einer Tonne. Aller Gestank dieser Welt, hervorgerufen von der Sud des Lebens, trat heraus. Er griff hinein in die FlĂŒssigkeit, gĂ€render Abschaum quoll ĂŒber den Rand. Einige StĂŒcke rohen Fleisches holte Dr. Deal vom Grund des BehĂ€lters, band sie an dĂŒnnen FĂ€den und hĂ€ngte sie wie TrophĂ€en ĂŒber den ganzen erbĂ€rmlichen Tand.
UnglĂŒck ist sein GeschĂ€ft, tief und dröhnend lachte er erneut. Mit den Menschen trieb er seinen Handel und er stellte fest – wie schmutzig ihr doch alle seid!

... wer von euch ohne SĂŒnde ist, der werfe den ersten Stein.
Doch nimm dich in acht, DĂ€mon, die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

Klick, machte es in Bernds Kopf.
Als er Blumen neben seiner Frau auf das weiße Laken legte. > Dummkopf! Auf der Fensterbank steht eine Vase < , sagte Beate. Phillip, sein Sohn wĂŒrde auch wieder gesund und zuhause wich seine Tochter Claudia nicht mehr von der Seite ihres Hamsters. – Klick, machte es noch mal. Er hatte noch etwas gut bei jemanden.

> Und, Alter. Habe ich nicht das Herz des jungen MĂ€dchens erobert! <
Es gab Dinge, die gelten selbst fĂŒr einen Teufel wie Dr. Deal. Das Einlösen getĂ€tigter GeschĂ€fte gehörte dazu. > Also, such dir aus, was du haben willst. < Bernd zeigte auf die Brust des Gauklers. > Dein Herz will ich als einziges.< Und Dr. Deal mußte seinen Handel erfĂŒllen.

- Schiebt den ganzen Krempel in die Garage -, hörte er seinen Vater rufen. Phillip saß vor einem Monitor, probierte sein neues Spiel aus. Über ihm hing ein VogelkĂ€fig an der Decke. Grelle Farben, welche aus dem Bildschirm traten, flammten zwischen den StĂ€ben hindurch; trafen auf etwas, das aussah wie ein schwarzer, verschrumpelter Stein.
Phillip wĂŒrde noch ĂŒben mĂŒssen, um das Spiel zu beherrschen. Zwei Worte flammten auf:

GAME OVER!


... kleiner Handel gefÀllig.


Im Westen, Februar 2003


Ich muss die Wahrheit sagen.
Zu gern hÀtt ich das Ding in das Forum Kindergeschichten gesetzt. Doch dann hab ich mir gesagt: Lass es, Udo, lass es! Es könnte am Ende ein schlechter Handel sein.

Viele GrĂŒsse

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flammarion
Foren-Redakteur
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also,

der einzige horror an der geschichte ist die rechtschreibung. wenn er das brausepulver an dem armen tier verfĂŒtterte, war er ganz dicht dran an dem tier und es hat nichts gefressen. es bleibt offen, wem es eingegeben wurde. wenn das brausepulver aber an das tier verfĂŒttert worden wĂ€re, dann wĂ€re es auch krepiert.
__________________
Old Icke

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Marcus Richter
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Hi bluesnote,
die Idee deiner Geschichte finde ich sehr interessant. Ich hatte plötzlich wieder Max von Sydow vor Augen, wie er den DÀmon in "In einer kleinen Stadt" spielte. Das Problem bei mir, er spielte ihn einfach zu perfekt.
Deine Geschichte folgt eigentlich einem einfachen geraden Weg. Der HĂ€ndler - die Handelnden, die beabsichtigten Verwicklungen(des HĂ€ndlers) , die unbeabsichtigten Verwicklungen(daß einer sich sein Herz aussucht). Ich glaube, du hast diesen geraden Weg zum Schluss verlassen und hast angefangen, herum zu springen.
Oder ist die Geschichte einfach nur zu kurz? Es wurde mir nicht genau klar(also direkt), was den Handelnden zum Schluss wiederfĂ€hrt. Auch kommt die eigentlich Pointe nicht klar rĂŒber.
Ach kurz um, wenn du die Geschichte ĂŒberarbeiten willst, wird sie gut.

PS: Deine Bemerkung zum Schluss war wirklich witzig. Lass sie auf jeden Fall drin. KönntŽn guter Handel werden

Gruss Marcus
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs GrĂŒnbein

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bluesnote
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Hallo flammarion

Die Rechtschreibung ist meiner Meinung nach nicht besser und nicht schlechter als wie die in den Gros der meisten Texte in der LL.
EinfĂ€lle in Geschichten umsetzen bedeutet, das man sich oft in die Nesseln setzt. Aber das ist fĂŒr mich nicht weiter schlimm.
Vielen Dank fĂŒr die Kritik.


Hallo Marcus

Ich wĂŒrde zu gern neue Ideen in das Forum Horror einbringen.
Aus gegebenen AnlÀssen in der Meat Space ist es mir zur Zeit selten möglich, mit der nötigen Ruhe daran zu arbeiten. Viele Autoren hier haben ihre EinfÀlle besser umgesetzt. Du gehörst dazu.
Vielen Dank fĂŒr die lobenden Worte.

Reichlich GrĂŒĂŸe

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Junkfoot
Möchtegern-Schreiber
Registriert: Feb 2003

Werke: 2
Kommentare: 5
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Tach Udo,

sag mal, hast du die Stephen King Story (In eine kleinen Stadt) gelesen, oder hast du dir diese Geschichte selber ausgedacht? Wenn du sie dir selber ausgedacht hast, dann tut es mir leid fĂŒr dich, denn der Einfall ist genial, aber halt nicht deiner. Und ich muß leider auch bemerken, dass die Grammatik in dieser Story schon sehr eigenwillige Hacken schlĂ€gt. Bestimmte Stellen lesen sich wie Konstruktionen, die ein AuslĂ€nder, der Deutsch lernt, einsetzen wĂŒrde.

Bernd erreichte tatsĂ€chlich, die junge Praktikantin in sein einigermaßen temperamentvolles Auto einzuladen.

Dieser Satz ist ein gutes Beispiel dafĂŒr.

Ich wĂŒrde dir empfehlen, die Grammatik (Rechtschreibung ist nicht so schlimm), speziell den Satzbau zu ĂŒberarbeiten, und die Geschichte etwas "aufzublasen", damit, wie Marcus schon bemerkt hat, man die Pointe auch versteht. Ich mußte deine Geschichte viermal lesen, bis ich verstanden hatte, worauf du rauswillst (und ich glaube nicht, dass du das beabsichtigt hast)

In diesem Sinn,
mfg

Junkfoot

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
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nun ja,

bluesnote schreibt vielleicht nach dem motto: "Die Drei ist die Eins des kleinen Mannes." unser pech, dass wir auch in der LL qualitÀt erwarten . . .
__________________
Old Icke

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bluesnote
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2002

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Hallo Junkfoot, hallo flammarion

In dieser Geschichte hakt nicht nur der Satzbau, sie bleibt auch bei den Lesern hĂ€ngen. Keine meiner Geschichten in der LL hatte mehr Erfolg als diese. Ich hab sie dann abgeschossen, fĂŒr mich wirkte sie von Anfang an konstruiert.
Um Gottes Willen nur nicht noch mehr aufblasen. Wie du mir aufgezeigt hast, sind nicht nur die SĂ€tze, sondern auch die Worte schon zu lang.
Ich habe nicht nur Stephen Kings Roman gelesen, sondern auch Peter Straubs Ideen von einem Gaukler. Das war dann auch der eigentliche Anlass, mich diesem Thema zu widmen.
Zuletzt habe ich mir gesagt - setz sie in die Leselupe und schau, was andere dazu sagen. Du kannst nicht mehr als daraus lernen.
Nun ja, und das ist dann auch passiert. Dank euch!

Mit freundlichen GrĂŒssen.

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