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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Großes Herz...
Eingestellt am 10. 11. 2006 19:17


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Naoto
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2006

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Großes Herz und kleine Hände


Eines Tages wurde das Gras rosa, der Regen süß und die Luft undurchsichtig, denn nichts war wie damals, als ich noch mit blassen Augen sah. Die Blumen dufteten und meine Lippen formten das Lächeln auf meinem Gesicht.
„Leise rieselt der Schnee.... leise blutet das Kind..... ruhig prasselt der Regen.... ruhig platscht es in die Pfütze.... Das Blut.“, summte ich leise. „So sehr liebe ich dich....“, meine Lippen waren trocken und durch sie drangen Worte, die ich nicht verstand. Die ich noch nie verstanden habe. Das Leben war für mich so kalt. Ich sitze hier, hinter einem Gitter und summe. Summe das kleine Leid. Kleines Leid aus meinem kleinen Herz. Große Herzen sind mir begegnet. Sie klopften zu leise und doch waren sie groß. Ihre Klopfgeräusche konnten meine Melancholie nicht verschlechtern. Wieso klopft es nicht so laut wie meines? Es macht mich traurig. Wenn ich meine Handfläche in die eines der erschöpften Herzen lege, sind sie viel zu klein. Zu klein um zu greifen, zu klein um zu betteln und zu flehen.
Heute regnete es. Durch das Gitter, sehe ich die bewegten Pfützen. Ein Kreis und ein zweiter. Sie sind so schön und das Geräusch beruhigt mein Herz. Meine Kunden finden das nicht. Sie fluchen über das Wetter und machen sich über mich lustig. Lachen, das mag ich nicht, denn ich kann das nicht. Es sieht so fremd aus. Kunden lachen über mich, brauchen mich aber anscheinend. An diesen Regentagen kommen viele. Bringen mir Essen oder Kleider mit. Dafür gebe ich ihnen was ihnen gefällt. Manche sind nett mit ihrer Stimme und ziehen ihre Lippen lang. Ich will das nicht, es sieht aus, als würden sie wieder über mich lachen. Dennoch meinen sie es gut, streicheln mich und bringen mir schöne Sachen mit. Sie tun mir doch alle weh. Weil sie ihre Lust stillen wollen, diese Männer. Wenn so ein lieber Mann auf meinen nächsten Kunden an der Tür trifft, schaut er mich immer traurig an. Es macht mich froh, dass sie verschieden sind, die Leute.
Heute war meine Tante da und hat gefragt wie es mir geht. Kuchen und Schokolade hat sie mitgebracht. Sie hat mir ein Glas Milch auf meinen Nachttisch gestellt. Es tut ihr Leid mich so allein zu lassen. Auch sie hatte viel zu tun. Ich brachte kein Geld ein, aber sie brauchte sich keine Sorgen machen, dass ich verhungern würde. Meine Stammgäste waren alle von ihr. Sie mögen mich, hatte sie oft gesagt. Der liebe Karl mag mich sogar so sehr, das er mich am liebsten mitnehmen würde. Er kommt jedes mal mit einem Korb Essen. Jede zweite Woche. Gerne würde er öfters kommen. Meine Tante würde mir nie solche Leute schicken, wie die, die in der Zeitung unterm Bett liegt, stehen. Manche bringen nämlich nach der Lust die Mädchen um, mit denen sie Sex hatten. Manchmal sind auch Bilder der Angehörigen dazu. Total verweint. Ja, das arme Kind ist tot. Hätte er es doch gehen lassen.
Nach kurzer Zeit ging sie wieder. Als sie die Tür geöffnet hatte, kam ihr der Karl entgegen. Lächelnd und mit einer einladenden Geste ließ er ihn herein und verabschiedete sich noch einmal von mir. Ich winkte zurück. Karl schaute mich traurig an. So nass wie er war, sah es fast so aus, als würde er weinen. Das machen Männer aber nicht. Sie haben dazu zu große Hände. Meine Gedanken blieben unausgesprochen. Er kniete vor meinem Bett um den Teller mit den Bröseln vom Kuchen aufzuheben. Leicht berührte ich mit meinen Händen seine nassen Haare. Meine sauber geriebenen Hände berührten das Draußen. Das unendliche weite Draußen. Niemand von uns beiden rührte sich. Wir beide warteten auf Worte des Anderen.
„Ich habe dir Schuhe mitgebracht...“, fing er an.
„Danke.“




„Willst du sie anprobieren?“, fragte er.
„Ja.“
Papier raschelte. Es waren schöne Schuhe und sie passten sehr gut. Ich hob meine Wangen hoch.
„Freut mich wenn sie dir gefallen.“
„Nein.“
„Was? Gefallen sie dir nicht?“
„Nein, es freut dich nicht.“, berichtigte ich.
„Aber wieso sollte ich nicht? Sie passen dir, stehen dir und du magst sie doch.“
„Weil du dafür was bekommst. Ich habe es gesehen. Der eine Gibt eine Silbergoldene Scheibe und der andere gibt ihm das was er verlangt. Er verlangt es und er freut sich nicht darüber.“
„Unter uns ist es aber was anderes“
„Ist es das?“, fragte ich ihn.
„Ja, was wäre denn für dich Geld?“
„Das was ich dir gebe.“, antwortete ich.
Meine Stimme war wie immer. Ich kannte keine anderen Töne dieser. Gleichbleibend melancholisch.
„Das willst du doch?“
„Ja, aber es ist kein Geld. Es...“
„Es ist für dich.“, langsam griff ich unter seinen Arm, er stand auf, setzte sich neben mich auf mein Bett. Es war weiß bezogen. Nach so vielen stutzenden Worten, die er nach all unseren Gesprächen hatte, sprach er immer noch wie ein Kind zu mir. So saß er jetzt mit trauriger Miene an die Wand gelehnt. Oft saßen wir nur so da. Ich schaute ihn an und er schaute die Wand gegenüber an, bis er wieder Fragen stellte und ich sie wieder ungenau beantwortete und ihm das gab was er wollte.
„Magst du das, was du da tust?“, fragte er endlich.
„Ich verstehen nicht was du meinst.“, gab ich als Antwort und zog meine Beine ein. Kurz bevor meine Finger seinen Arm berührten schob er sie weg und sagte mir ins Gesicht: „Wenn ich mehr Geld hätte, dann würde ich dich mitnehmen.“
„Wohin?“
„Irgendwohin, wo es dir besser geht.“
Darauf gab ich nur ein: „Das dachte ich mir.“, schob mich näher an ihn und legte meine Hand auf seinen Oberschenkel. Er zuckte schon seit längerem nicht mehr, wenn ich ihn da berührte.
„Machst du das bei den anderen auch?“
„Das? Nein.“, er hätte es sich doch eigentlich denken können, dass die anderen suchtgetriebener waren. „Nein, nur bei dir, wieso fragst du?“
„Weil, ach nein, nur so.“
Ich setzte mich auf seinen Schoß und er ließ sich leicht zurücksinken. Nichts konnte ich wirklich an allen Männern leiden, außer dieses Zucken, was er mal machte. Andere Sagen auch was sie am liebsten hätten und drückten mich auf die richtige Stelle, aber er war so still, dass ich sogar noch das prasseln draußen hören konnte. Er lag da, sein Oberkörper bis zum Hintern auf dem Bett und ich saß auf seinem Schoß, zog leicht seinen Pullover hoch. Er roch nach Essen. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust. Dort schlug leise sein Herz. Sein großes Herz. Meine Hände glitten langsam zur Hose. Als ich sie erreicht hatte ging ich auf die Knie und er rückte nach oben. Dort war es. Weich und so widerlich. Es ließ ihn so schwach atmen. Das mochte ich schon immer. Jeder atmet so, wenn ich es berühre. Einzig und allein, das mag ich an alledem. Ich mache ihm den Gefallen und nahm es in den Mund. Lutschte es, so wie eine Stück Schokolade und er stöhnt leise. Wieder glitten meine Hände über seinen Körper. Seine Hände griffen die Falten der Decke und drückte sie zusammen, dann wieder auf und wieder zusammen. Immer musste ich dafür sorgen, dass er mehr bekam. Nie verlangte er nach mehr, oft forderte er aber, dass ich aufhören soll, obwohl er es mochte. So griff ich in seine Hosentasche und holte ein kleines Plastikpäckchen heraus, riss es auf und nahm die Gummizusammengerollte Form heraus. Er schaute halb abwesend zu. Ich zog es ihm drüber, zog meine Unterhose aus und hielt es fest. Schob es langsam in mein Inneres. Es tat nicht weh. Damals hatte es oft geblutet. Heute kommt nur der fast weiße Schlamm heraus.
Was wäre mein Traum? Mein Traum zu überleben? So viel Schokolade gegen all diese Taten auszutauschen? Mit Karl weggehen? Alles vereint sich irgendwie zu einem Lächeln. Ein trockenes und schüchternes. Anders wie damals auf dem Land. Da haben wir uns alle gern gehabt. Uns nichts angetan. Manchmal erinnert mich Karl an meinen Opa. Der ist aber schon längst Tod. Er war so lieb wie er, aber er war ein Aufpasser, deswegen hatte er so was ernstes.
Nach einigen Bewegungen murmelte er hastig was, auf das ich schon lange nicht mehr höre. Kurz danach sagte er, er sei fertig. Dann saß er mir wieder gegenüber, seine Arme auf meinen Schultern und mit dem Kopf zu meinen Knien. Die Haltung drückte seinen Zustand aus. Entspannt aber Schuldig.
„Wenn du mich unter vielen Menschen treffen würdest, was würdest du zu mir sagen?“
„Wie unter vielen Menschen?“
„Wenn viele Menschen auf einer Straße an dir vorbei gehen würden und ich auch.“
„Wenn ich dich kenne, dann würde ich <Hallo> sagen.“, sagte ich belustigt, aber immer noch im selben Tonfall, den ich von mir kannte.
„Willst du nicht mal mitkommen?“
„Ich kann nicht.“
Die Unterhaltung war zu Ende. Der Fluss verlor sein Wasser an einem Wasserfall, welcher in meinem Herzen mündete.
Er ging, schaute sich noch einmal um, wie er es immer macht und ging. Diesmal waren wir wirklich früh fertig. Waren es die langen Worte, die er weniger aneinander gekettet hatte oder war es mein Fehler, dass es sonst länger dauert? Ich hatte ein wenig Zeit mir einen Mund auszuspülen und ein Stück Schokolade zu essen. Mein Tag ist eben verplant und wenn ich mal Zeit hatte wartete ich, bis ich keine mehr Zeit hatte. Oder ich sehe das Wasser vom Himmel tropfen. An Regentagen wollten die Leute eher meine Dienste in Anspruch nehmen. Ich will sie nicht enttäuschen und auf sie warten.
Nächster Kunde. Den kenne ich noch nicht, aber ich begrüßte ihn mit einem: „Guten Abend.“
„Hallo Kleines. Wo ist denn deine Tante. Sie sagte sie kennt eine Ling.“
„Ich bin Ling.“, flüsterte ich.
„Äh, wie bitte?“, fragte er, damit ich wiederhole. Ich machte eine Geste, damit er herkommen soll. Das machte er auch und hielt mir seine Ohrmuschel hin.
„Ich bin Ling“,flüsterte ich wieder, aber diesmal in sein Ohr.
„Aha.... Sie hat gesagt, dass ich deine Dienste in Anspruch nehmen könnte.“
Der Mann war jünger als die anderen und er hatte schöne Haare, die zu seinem markanten Gesicht passten. Sein Mund wanderte sofort zu meinen und presste ihn auf meinen. Seine Zunge glitt durch meine Lippen und berührte meine. Das war neu für mich. Zärtlich strich er mein Haar aus dem Gesicht. Wieso hat er das gemacht? Streichelte mir den Rücken. „Was machst du?“, flüsterte ich und erkannte meine Stimme nicht mehr.
„Weil du das brauchst.“, meinte er prompt und das war wahr. Es machte mich lebendig. Ich mit meinen kleinen Körper fühlte, als könnte ich die Welt verschönern.
„Du siehst so niedlich aus, wenn du lachst.“, bemerkte er. Er führte wie bei einem Tanz. Keine Anweisungen, nur stille Führung. Es war tatsächlich anders als bisher.
Ich fühlte mich schwach, wollte danach schlafen. Mir war so schrecklich kalt. Vielleicht lag es auch an dem Messer was er mir in die linke Seite gestochen hatte.
Der nächste Tag war nicht mehr da...
Er war rot.
Wie in der Zeitung....

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