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Leselupe.de > Kurzprosa
Großstadtfreunde
Eingestellt am 06. 01. 2010 18:49


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Gernot Jennerwein
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Registriert: Oct 2008

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Immer mehr in letzter Zeit hoffe ich auf das Läuten an der Haustür, aber die Klingel schweigt. Es ist einsam im Raum der Wohnung. Ich sitze am Tisch und rauche, denke über dies und jenes nach und betrachte den Schneefall draußen vor dem Fenster. Das ist wohl ein Fehler, aber es fällt mir nichts Besseres ein und so langweile ich mich dahin, ohne etwas zu verändern. Ich bin kein geselliger Mensch, bemerke jedoch, dass ich mir die Zeit mit Gedanken an andere Menschen vertreibe. Ich bin also grundsätzlich nicht anders als jeder andere Mensch. Nur die Mischung der Elemente ist verschieden, ein jeder verfügt über sein persönliches Verhältnis.
Im Treppenhaus, das allgemeine Hauptquartier der Unruhe, höre ich laute Schritte und dann eine vertraute Stimme.
„Hey, du Exote, mach schon die Tür auf!“
Es ist Sarah, die ungeduldig gegen die Pforte meiner Höhle schlägt. Ich klinke die Tür auf und sie kommt herein. „Was willst du, das Übliche?“, sage ich und lasse mich auf das Bett fallen, als wäre es meine Rettungsinsel.
Ohne Zeit zu verlieren, schlüpft sie aus ihren Sachen und legt sich neben mich. „Das Übliche“, säuselt sie, „ein bisschen Sex und ein Stück von deiner Brust zum Anlehnen.“
Ich betrachte sie und sage mir: „Wie eigenartig ist dieser Mensch! Wie bezeichnend und deutlich ist ihre Gleichgültigkeit gegen meine Gefühle. Sie ist eben zufrieden und das ist die Art ihrer Zufriedenheit, alles natürlich zu finden, was geschieht. Ihre Zufriedenheit macht sich nichts aus meinem Elend. Aber sie kann mich nicht täuschen; es ist eben doch nur ein Pfeifen, was sie produziert.
Wir kommen zur gleichen Zeit und es wird uns gleichzeitig schlecht. Wie immer. Wir rauchen noch eine Weile. „Adieu“, sagt sie, „es war schön“, lügt sie uns beide an und geht zurück zu ihrer Familie.
Ich schließe ab hinter ihr, setze mich wieder an den Tisch und warte. Eines Tages werde ich diese Stadt verlassen.


Version vom 06. 01. 2010 18:49
Version vom 07. 01. 2010 12:18

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revilo
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Nein, lieber Gernot! Ich finde Deine Geschichte nicht schlecht. Aber sie läuft irgendwo in Nirvana. Die Stärke Deiner Werke liegt darin, dass sie keinen Anfang und Ende haben. Du zwingst den Leser geradezu zum Weiterdenken. Das gefällt mir außerordentlich gut. Aber hier fehlt ein belebendes Element, ein Aha- Effekt, bei dem sich der Leser ver wundert die Augen reibt.Bau einen zusätzlichen Plot ein! LG revilo PS: Ich habe gut reden. Ich bekommen nur Gedichte zu Stande........

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