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Leselupe.de > Ungereimtes
Großstadtlyrik - Berlin - Teil 5
Eingestellt am 15. 11. 2006 17:26


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Franka
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Großstadtlyrik - Berlin - Teil 5



an der Eberswalder
Begrüßung in Prenzelberg
er empfängt mich mit Gerüchen
türkische, afrikanische, indische und thailändische
International denkt meine Nase
so zwischen Gerüsten, Graffiti
frischem Putz und vernagelten Geschäften

bin nicht hungrig, nur neugierig
koste Falafel und Bratwurst von “Konopke”
die Ampel grinst schon lange für mich grün
doch farbenblind flitzen die Zweirädrigen

die Gerüste erpressen Umwege
manch Kleinod bliebe ohne unentdeckt
finde Märchenland, Moderne und “Zille” Hinterhöfe
entdecke den “Kollwitz” Platz
aus dem Lyrikcafe erklingt Musik
ein Cello lockt
zu Bier oder Milchkaffe
zu heute unbekannten Autoren

die Nächte sind kurz
zu kurz für die Länge der Tage
Straßen wispern ihre Geschichte
die rote und die braune, die der Stadt
und eines Tages auch meine

junge Leute lachen, trinken, tanzen
küssen die Nacht und die Liebste
nicht einmal quietschende Straßenbahnen verhindern,
dass ich den Pulsschlag höre
hier verführt die Stadt zum Bleiben
die Touristen, die Berliner
und vor allem aber mich


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lapismont
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Hallo Franka,

quote:
“Wer noch ne gültige Fahrkarte übrig?”
Finde ich als Einleitung nicht gut. Der Fragesteller taucht nicht mehr auf, der Bezug zum restlichen Text ist gering.

quote:
Begrüßung in “Prenzelberg“
im?
Gänsefüßchen braucht es meiner Meinung nach nicht.

quote:
an der “Eberswalder”
er empfängt mich mit Gerüchen
er bezieht sich auf Prenzelberg, aber die Eberswalder ist dichter, daher vielleicht sie?

quote:
türkische, afrikanische, indische und thailändische
internationales Flair denkt meine Nase
internationales Flair klingt nicht gut

quote:
nur in Hanoi, sagt man, soll er mehr davon geben

es
zudem finde ich den Vergleich übertrieben, Berlin ist keine Fahrradstadt. Gibt es diese Sage wirklich? Oder ist das nur eine Prenzelberger Großkotzigkeit

quote:
aus dem Lyrikcafe erklingt Musik
ein Cello lockt
zu Bier oder Milchkaffe
zu heute noch unbekannten Autoren
das noch könnte wegbleiben
schöne Verbindung übrigens

quote:
nicht einmal quietschende Straßenbahnen verhindern
Komma

quote:
bestimmt hier ist der Bär zu Hause
ach nö, der Bär ist so untypisch für Berlin, das ist eher Touristenslang

Aber ein gelungenes Gedicht!

cu
lap
__________________
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Franka
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So, ich habe deine Anregungen aufgegriffen und noch ein wenig nachgebessert. Danke.

LG Franka

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flammarion
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die

nachbesserungen haben dem gedicht gut getan.
lg
__________________
Old Icke

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HFleiss
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Großstadtlyrik

Ich weiß nicht, Franka, ob man als Berlinerin
dieses kotzbunte Berlin-Prospektmaterial verinnerlichen sollte. Das ist so wie mit der "Berliner Luft", jeder weiß, an jeder Ecke stinkt sie anders, und allen Feinstaubregeln zum Trotz stirbt sie nicht aus. Das Gespenst von der Prenzelberger Gemütlichkeit geht seit Jahren um, und du bedienst es. In Prenzelberg, Franka, wohnt das Berliner Kleinbürgertum, das sich snobistisch einen intellektuellen Anstrich gibt. Nichts gegen das Kleinbürgertum, ich bin auch eine Kleinbürgerin, zum Glück zuwenig snobby, um auf die Fassade hereinzufallen. Was ich an diesem Gedicht vermisse, ist die Sicht "mit anderen Augen", naiven im guten Sinne, nachdenklicher, es ist mir einfach zu sehr Oberfläche. Was denkt denn so ein Prenzelberger, was sucht er? Schön angemalte Fassaden, kleinbürgerliche intellektuelle Gemütlichkeit mit einem Schuss internationalem Fresspaket, verpackt in unbeholfene Lyrik zum Milchkaffee? Das soll alles sein? Ich weiß nicht, ich kann mich nicht überreden, diese von dir geschilderte Idylle als diesen Teil des heutigen Berlins anzunehmen.

Ich bin mal in ein brandenburgisches Dorf gegangen - der erste Eindruck, und ich dachte dabei an dieses schreckliche geliebte Berlin und verglich: Kopfsteinpflaster, wunderhübsch, lieblich, niedliche Gardinchen, der so rare Kuhstallduft, hier wohnt die Gemütlichkeit, mit einem Wort: Heimat. Aber dann Gespräche mit den Einwohnern, und die heilten mich sehr, sehr schnell. Schau dahinter, geh nicht nur durch die Straßen, sieh auch mal in die Höfe und in die Herzen der Bewohner, sprich mal nach Feierabend mit einer Serviererin, zum Beispiel. Das würde sicher dem gesamten Zyklus guttun und die unpersönliche Glanzpapierglätte, die über diesem Gedicht schwebt, doch etwas aufrauen. Was hast du als allererstes empfunden, als du in der Eberswalder Straße standest? (Und Konopke, Franka, ist doch ein bisschen sehr ausgelatscht, die Bude ist doch schon durch alle alle Berliner Journaillen gerutscht. Ich war mal da: ein Imbissstand wie jeder andere, hier ist wohl eher die Legende Mutter der lyrischen Überhöhung.) Die Dichterin Franka jedenfalls lese ich aus diesem Gedicht nicht heraus. Und das finde ich wirklich sehr, sehr schade, denn was du vorhast, finde ich doch im Grunde sehr begrüßenswert: einen Zyklus über Berlin.

Gruß
Hanna



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lapismont
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Hallo Hanna,

Franka hat ja bereits etwas vom Touristenblick heraus genommen, aber!
Sie besucht hier tatsächlich einen völlig fremden Kiez. Wenn ich etwa zu Flammarion fahre, die ja quasi Zentralprenzlerin ist, ist es für mich auch nix anderes als Besuch einer Touri-Ecke.
Da bin ich genauso fremd, wie Franka hier berichtet.

Es geht glaub ich genau um diese Bekanntschaft. Nicht um das wahre Leben im Prenzlauer Berg, der genauso bunt ist, wie alle Berliner Bezirke. Von der Oderbruchkippe etwa ist der Kollwitzplatz soweit entfernt, wie der Mond von meinem Kanichenstall.


Eine Begegnung mit dem eigenen Spießbürgertum ist Stoff für ein anderes Gedicht. Nicht grundsätzlich wird durch die Themenwahl Tiefe erteilt, dass erscheint mir immer schwer.
__________________
Kunst passiert.

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