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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Grün
Eingestellt am 31. 07. 2011 00:38


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anbas
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Grün

Ich trage heute ein grünes T-Shirt unter meinem schwarzen Hemd. Zum ersten Mal seit über dreißig Jahren trage ich etwas Grünes. Vielleicht ist es sogar noch länger her. Es gibt ein Kinderfoto von mir; ein Portrait, auf dem ich einen grünen Rollkragenpullover trage. Ich war etwa drei Jahre alt und kann mich an diesen Pullover noch erinnern. Es war ein dunkelgrüner, fast schon ins Oliv gehender Farbton.

Auf dem Bild habe ich kurze Haare, fast schon einen Meckischnitt. Und ich kann mich daran erinnern, wie noch ein oder zwei Jahre später deutlich ältere Mädchen, vielleicht waren sie dreizehn oder vierzehn – so genau kann man das als kleines Kind nicht einschätzen – wie diese Mädchen also über meinen Kopf strichen und sagten "Schau mal, ein kleiner Mecki." Daran erinnere ich mich nicht so gerne, wie auch an andere Dinge aus dieser Zeit. Doch den Pullover habe ich gerne getragen. Auf dem Foto lache ich ein wenig.

Irgendwann wollte ich dann nichts Grünes mehr anziehen. Auch Gelb und Braun habe ich selten oder gar nicht getragen. Rot, Blau, Schwarz und Weis wurden meine Favoriten. Seit einiger Zeit trage ich auch gerne mal Violett oder Pink. Möglichst aber kräftige Farben, keine Pastelltöne.

Neulich sah ich dann aber dieses grüne T-Shirt. Es war ein kräftiges, fast schon knalliges Grün. Mir gefiel es und so habe ich es gekauft. Nun trage ich zum ersten Mal seit so vielen Jahren wieder etwas Grünes. Doch keinem fällt das auf. Aber daran habe ich mich gewöhnt. Mein Nachbar sagte vor ein paar Tagen erstaunt: "Du hast dir ja einen Bart stehen lassen!" – Ich trage seit über zwanzig Jahren einen Vollbart. Das ist mir schon ein paar Mal passiert, dass den Leuten mein Bart erst viel später aufgefallen ist. Ich kann darüber grinsen und mich amüsieren.

Doch heute, das muss ich sagen, hätte ich mich gefreut, wenn mich jemand angesprochen hätte, weil ich etwas Grünes trage. Ich weiß gar nicht warum, aber gefreut hätte es mich wirklich.

Als nächstes werde ich mir wohl die Haare deutlich kürzer schneiden lassen als sonst. Es schimmert immer mehr Haut durch. Auf Fotos sieht das zum Teil schon ziemlich übel aus. Da werde ich wohl ran müssen. Aber noch nicht. Ein wenig Zeit gebe ich mir noch. Und eines Tages werde ich dann in einem grünen Hemd und mit ganz kurzen Haaren durch die Straßen gehen. Doch ich weiß, dass mir dann keine jungen Mädchen über den Kopf streichen werden. – Schade eigentlich…

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Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

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