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Leselupe.de > Horror und Psycho
Grüner Mond
Eingestellt am 20. 07. 2003 11:18


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Burnie
Hobbydichter
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Grüner Mond

Ich wachte auf und sah auf die Uhr. Unmöglich! Das konnte doch nicht wahr sein! Der Wecker zeigte 18 Uhr 19 an. Ich konnte doch nicht wirklich eine ganze Nacht und einen ganzen Tag verschlafen haben. Zur selben Zeit erwachte Ralf neben mir. Auch er war sehr verstört darüber, dass es so spät war. Ich konnte nur daran denken, dass das alles ein böser Traum sein müsse, und dass wir einen ganzen Tag unentschuldigt im Büro gefehlt hatten.

Ralf öffnete das Moskitonetz, stieg aus dem Bett und ging ins Bad. Ich starrte weiterhin ungläubig den Wecker an. Dann viel mein Blick plötzlich auf ein Fax, das auf meinem Nachttisch lag. Ein Fax? Auf meinem Nachttisch? Wer hatte es dorthin gelegt? Unser Faxgerät funktionierte zudem noch nicht einmal. An das, was in dem Fax stand, kann ich mich nicht mehr erinnern, aber oben in der rechten Ecke stand „When please...“ Ich wusste sofort, dass dieses Fax von einem früheren Arbeitskollegen aus England stammte. Seltsam. Wieso schickte mir ein ehemaliger Kollege aus England ein Fax mit der Frage, wann ich im Büro eintreffen würde? Und wieder überkam mich die Frage, woher dieses Fax kam und wie es auf meinen Nachttisch gelangte.

Ralf kam vom Badezimmer aus wieder zurück ins Bett. Er war noch immer sehr müde und konnte sich nicht überwinden aufzustehen. Als er sich wieder hinlegte, überkamen ihn Krämpfe. Er zitterte am ganzen Körper, gab merkwürdige Geräusche von sich und ich dachte er stirbt. Ich war fassungslos und entsetzt und legte ihm meine Hand auf den Arm und fragte, was los sei. Ich bekam keine Antwort. Das Zittern wurde schlimmer und meine Angst wuchs. Genauso plötzlich wie das Zittern begann, hörte es nach einiger Zeit auch wieder auf. Ralf stand erneut auf und ging zurück ins Bad. Nach einiger Zeit rief er mich ins kleine Zimmer gleich neben der Eingangstür. Dort steht normalerweise ein Sofa, ein großer Schreibtisch und mein Computer und etlicher Bürokram. Als ich in das kleine Zimmer trat, standen dort nur ein paar Kartons, und lauter Krimskrams lag verstreut und unordentlich herum. Ralf wühlte in einem der Kartons und suchte offensichtlich etwas. Dann bat er mich, ihm wieder ins Schlafzimmer zu folgen. Dort angekommen bemerkte ich sofort, dass etwas nicht stimmte. Unser Bett mit dem darüber hängenden Mosquitonetz war noch dort. Aber anstelle unseres Kleiderschrankes stand dort nun eine furchtbar hässliche hellbraune Schrankwand, die man normalerweise in Wohnzimmern findet. Das ganze Zimmer sah verändert aus. Ich bekam wieder Angst. Dann zeigte Ralf aus dem Fenster und sagte, ich solle es mir ansehen. Ich sah hinaus und blickte in einen grünen Himmel. Nicht nur der Himmel war grün, alles dort draußen, was ich vom Fenster aus sehen konnte, hatte eine grüne Färbung. Selbst der Mond war grün. Nun bekam ich es richtig mit der Angst zu tun. Mir lief ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Was ging hier vor? Dann sah ich mir Ralf etwas genauer an und bemerkte mit einem Mal, dass er nicht mehr 1.70m und dunkelhaarig, sondern mindestens 1.85m und hellblond war. Aber es war Ralf, daran bestand absolut kein Zweifel. Als er bemerkte, dass ich begriff, dass etwas Unheimliches und Furchteinflössendes im Gange war, gab er sich zu erkennen. Er änderte plötzlich wie auf Kommando seine Persönlichkeit und schaute mich verächtlich und hasserfüllt an.

Als er das Schlafzimmer wieder verließ, schloss er die Tür hinter sich. Ich griff nach meinem Handy, das merkwürdigerweise ebenfalls auf meinem Nachttisch lag, und versuchte meinen guten Freund Douglas in England anzurufen, von dem das Fax auf meinem Nachttisch war. Ich wählte seine Nummer einige Male, bekam aber nie Anschluss. Dann kam der blonde Typ zurück ins Schlafzimmer, grinste mich böse an und verlangte, dass ich ihm mein Handy gäbe. Ich ging rückwärts weiter ins Zimmer, um ihm auszuweichen. Als er das Handy nicht bekommen konnte, sagte er mir, dass ich nicht einmal im Traum daran denke solle, mit dem Handy jemanden anzurufen. Er würde es spüren, wenn ich telefoniere. Er sagte, er verspüre dann ein Zucken, wie kleine elektrische Schläge und dann würde es mir schlecht ergehen. Ich war inzwischen halb wahnsinnig vor Angst und Verwirrung darüber, was hier eigentlich geschah. Ich konnte mir auf all das keinen Reim machen. Ich wusste nur, ich musste hier raus und zwar schnell. Irgendwann kurz danach ging die Schlafzimmertür erneut auf und ein anderer Mann kam herein. Ich weiß nicht einmal mehr genau, was er wollte, ich sah nur, dass er völlig verängstigt war. Dann kam der Blonde wieder dazu. Ich kann mich nicht an alles erinnern, nur daran, dass die Schlafzimmertür etwas weiter aufging, als wir alle drei dort drinnen waren und draußen vor der Tür stand Ralf. Er glich dem Blonden aufs Haar. Aber es war ganz eindeutig mein Ralf. Wir sahen uns in die Augen und wussten, dass wir etwas unternehmen mussten, um diesen blonden Irren loszuwerden. Ralf hatte plötzlich einen ganzen Stapel Bücher in der Hand und als der verängstigte Mann rückwärts aus dem Schlafzimmer ging, um dem Blonden zu entkommen, der seinen Blick mir zugewandt hatte, ließ Ralf den Bücherstapel auf den Verängstigten fallen. Dieser ging bewusstlos zu Boden.

Das letzte woran ich mich erinnerte war Ralfs entsetzter Gesichtsausdruck, als er seinen Fehler erkannte. Er hob seine verbundene Hand und hielt sie sich vor den Mund, um nicht zu schreien. Ich weiß noch genau, dass ich überlegte, wieso er denn eine verbundene Hand hatte, und dann stieß der Blonde die Schlafzimmertür vor Ralfs Nase zu. Ich war mit dem Blonden allein im Schlafzimmer. Es gab kein Entkommen mehr. Er sah mich hasserfüllt an und kam mit drohend erhobenen Händen auf mich zu, so als wolle er mich erwürgen.

Und dann bin ich aufgewacht, weil der Wecker klingelte und oh Gott, unmöglich! Das konnte doch nicht war sein...

__________________
Zu jeder bedeutenden Tat gehört eine gewisse Naivität, um nicht vor der Grösse des Vorhabens zurückzuschrecken.
(Elsa Rentrop, 1907 -1994, dt. Lyrikerin u. Aphoristikerin)

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Lyan Nethil
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Ehrliche Meinung?

Puh - schlecht ist wohl der richtige Ausdruck für das was ich meine.

Der Text hat überhaupt keine Spannung, mir fehlt absolut die wörtliche Rede. Du haspelst alles einfach runter, teilweise ohne Zusammenhang. Es fehlen Details.
Du sprichst von Angst der Protagonistin, in der sie eigentlich vor Panik kreischen müsste, sie ist verwirrt, wenn ihre Gedanken rasen sollten was da los sein könnte.
Einzelne Elemente sind völlig haltlos einfach eingesetzt und machen keinen Sinn. Das Fax - welche Rolle spielt es überhaupt von wem es ist, wenn das Fax ansich nicht wirklich wichtig ist?
Und wenn mein "Ralf" morgens neben mir aufstehen würde und plötzlich blond wäre und größer, dann würde ich trotz seltsamer Verwirrung das bestimmt nicht so spät feststellen.
Völlig unstimmig und verwirrend ist die Szene wo die beiden Ralfs aufeinander treffen. Wer hat Bücher in der Hand, wo kommen sie her, und wer geht rückwärts, und warum ist bitte wer bewusstlos?
Nur als Beispiel...

Mit ein paar neuen Einsätzen ist es hier nicht getan. Der Text müsste nochmal komplett überarbeitet werden.


Sorry

__________________
Lyan Nethil

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Tanja_Elskamp
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Ui, das ist interessant!
Ich habe die ersten Zeilen der Geschichte gelesen, dann Lyans Kommentar und dann erst habe ich wirklich die Geschichte gelesen. Was daran so interessant ist? Naja, dass ich die ganze Zeit dachte "Das liest sich eher wie ein Traum" *grins*.
Trotzdem ich diesen Punkt als sehr erfüllt ansehe, denke auch ich, dass der Text noch ein wenig intensiverer Arbeit bedarf. Ich versuche mal, ein paar Sachen zu verdeutlichen, die mich zu diesem Schluss bringen.

quote:
Der Wecker zeigte 18 Uhr 19 an. Ich konnte doch nicht wirklich eine ganze Nacht und einen ganzen Tag verschlafen haben.
Wieso eine ganze Nacht und einen ganzen Tag? Ist die Person um 20 Uhr (oder so) ins Bett gegangen? Genau diese Information fehlt hier, denn so, wie es jetzt ist, habe ich mir diese Frage gestellt und es hat mich sofort aus der beginnenden Geschichte gerissen.

quote:
Ralf öffnete das Moskitonetz, stieg aus dem Bett und ging ins Bad. ... Ralf kam vom Badezimmer aus wieder zurück ins Bett. Er war noch immer sehr müde und konnte sich nicht überwinden aufzustehen.
Der Ausdruck ist hier falsch, denn er ist ja bereits aufgestanden und muss sich nicht erst dazu überwinden. Vielmehr kann er sich wohl nicht dazu überwinden, wach zu bleiben, aktiv zu werden, nicht wieder einzuschlafen...


quote:
aber oben in der rechten Ecke stand „When please...“
Zum einen kann ich mir den Faxaufbau nicht ganz bildlich vorstellen, wenn offenbar inhaltlicher und zudem Satzanfang oben rechts stehen - in England fährt man ja links, aber man schreibt dort noch von links nach rechts, hehe.
Zum anderen ist "When please" nicht richtig formuliert. An sich stünde im Englischen etwas wie "When (Sie das und das tun) please (denken Sie dann auch an das und das" oder im Bürofall hieße es wohl eher "Please, when will you arrive at the bureau?" oder "When will you arrive at the bureau, please?" oder ähnlich. Man kann jetzt natürlich damit argumentieren, dass der Faxende auf Kriegsfuß mit der Muttersprache steht, aber dieses gern genutzte Vorteil würde nicht unbedingt auf einen Briten zutreffen...

quote:
Und wieder überkam mich die Frage, woher dieses Fax kam und wie es auf meinen Nachttisch gelangte.
Zum einen fände ich die Formulierung besser "Noch immer stellte ich mir die Frage" besser. Des weiteren ist die Frage der Herkunft doch an diesem Punkt nun schon teilweise geklärt. Offen ist, wie das Fax gefaxt gefaxt werden konnte und auf den Tisch gelangte, nicht aber, wer es gefaxt hat, darum ist die Formulierung etwas unglücklich.

quote:
Er zitterte am ganzen Körper, gab merkwürdige Geräusche von sich und ich dachte er stirbt. Ich war fassungslos und entsetzt und legte ihm meine Hand auf den Arm und fragte, was los sei. Ich bekam keine Antwort.
Sorry, aber diese Stelle finde ich ausgesprochen witzig. Ich stelle mir vor, dass mein Göttergatte neben mir liegt und plötzlich zu zittern beginnt, merkwürdige Geräusche von sich gibt (wie merkwürdig eigentlich? wie klingend?). Ich denke also, er wird sterben und was mache ich? Beine hochlegen? Arzt anrufen? Mich anziehen, um in ein Krankenhaus zu fahren? Nö, ich lege meine Hand auf und frage "Schatz, stimmt was nicht?" - hehe, ich denke, meine Kritik an dieser Stelle ist klar? Ist aber auch frech ... antwortet der einfach nicht ...

quote:
Dort steht normalerweise ein Sofa, ein großer Schreibtisch und mein Computer und etlicher Bürokram.
Zeitwechsel

quote:
Als ich in das kleine Zimmer trat, standen dort nur ein paar Kartons, und lauter Krimskrams lag verstreut und unordentlich herum. Ralf wühlte in einem der Kartons und suchte offensichtlich etwas.
Was denn für Kartons? Schuhkartons oder Umzugkartons oder welche sonst? Und was für Krimskrams? Und wieso ruft Ralf, wenn er dann gar keine Notiz von der Hauptperson nimmt? Wieso reagiert er überhaupt nicht auf die Veränderungen?

quote:
Dann bat er mich, ihm wieder ins Schlafzimmer zu folgen. Dort angekommen bemerkte ich sofort, dass etwas nicht stimmte. Unser Bett mit dem darüber hängenden Mosquitonetz war noch dort. Aber anstelle unseres Kleiderschrankes stand dort nun eine furchtbar hässliche hellbraune Schrankwand, die man normalerweise in Wohnzimmern findet. Das ganze Zimmer sah verändert aus.

Warum bittet er darum? Wusste er schon vorher von der Veränderung? Warum das denn? Und den Ausdruck "bemerkte sofort, dass etwas nicht stimmt" halte ich für sehr aussageschwach an einer Stelle, wo jemand im Rahmen vielleicht weniger Minuten ein ausgewechseltes Mobiliar vorfindet, das auch nicht mal "eben" wer aus Spaß ausgetauscht haben kann. Dass das ganze Zimmer dadurch anders wirkt, das soll wohl sein, hehe, aber wieso eigentlich? Nur wegen des neuen Ambientes durch den neuen Schrank oder durch weitere Veränderungen bezüglich Tapeten, Teppich, anderen Möbeln, Form des Raumes etc.?

quote:
Dann zeigte Ralf aus dem Fenster und sagte, ich solle es mir ansehen. Ich sah hinaus und blickte in einen grünen Himmel. Nicht nur der Himmel war grün, alles dort draußen, was ich vom Fenster aus sehen konnte, hatte eine grüne Färbung. Selbst der Mond war grün.
Dieser Ralf ist absolut blass, den lässt das alles völlig kalt oder wie?
Zudem nutzt du in dem kurzen Stück 4x das Wort "grün". Blätter sind sowieso grün, Bäume sind aber nicht erwähnt. Lindgrün, giftgrün, tannengrün...hier fehlen Variationen. Und zuerst dachte ich, alles sehe aus wie angemalt, dann aber sprichst du nur noch von einer Färbung. Eben diese Färbung kann man aber besser beschreiben, weil in dem Fall ja die eigentlichen Farben durchscheinen müssten. Und was ist da überhaupt zu sehen? Ländliche Gegend? Dann würde das Grün wohl nicht so oder erst recht auffallen. Stadt? Ein gegenüberliegendes Wohnhaus zu sehen oder eine Skyline? Mir ist ja nicht einmal klar, ob die Personen da nun im Erdgeschoss wohnen oder aus einer Dachluke schauen.

quote:
Nun bekam ich es richtig mit der Angst zu tun.
Jetzt erst??? Auch hier der Kritikpunkt der Blässe. Angst, viel Angst, mehr Angst, richtig Angst - ja und? Hier kommt ein ängstlicher Schauer ins Spiel, aber was ist mit dem Rest? Eine hölzerne Gangart, weil man sich von Angst eingeschnürt fühlt, schweißnasse Hände, ein ängstlicher Aufschrei, ein wie wild schlagendes Herz...irgendwelche Dinge, die die Angst greifbar machen und eine Steigerung bis hin zur Panik verdeutlichen.

quote:
Als er bemerkte, dass ich begriff, dass etwas Unheimliches und Furchteinflössendes im Gange war, gab er sich zu erkennen. Er änderte plötzlich wie auf Kommando seine Persönlichkeit und schaute mich verächtlich und hasserfüllt an.
Aber gab er sich nicht schon dadurch zu erkennen, dass er sein Aussehen änderte? Und er muss doch eh wissen, dass es die Hauptperson erschreckt, denn aus irgendeinem Grund muss er sie doch zwei Male gerufen und aus dem Fenster gezeigt haben. Und wie ändert er denn so eben seine Persönlichkeit? Nur, indem er böse guckt? Besser wäre zu schreiben: Er wirkte verändert, nicht nur seine Größe oder seine Haare...oder irgend so etwas.

quote:
Als er das Schlafzimmer wieder verließ, schloss er die Tür hinter sich. Ich griff nach meinem Handy, das merkwürdigerweise ebenfalls auf meinem Nachttisch lag, und versuchte meinen guten Freund Douglas in England anzurufen, von dem das Fax auf meinem Nachttisch war. Ich wählte seine Nummer einige Male, bekam aber nie Anschluss.
Warum geht er und was ist in der Zwischenzeit los? Man kann hier einige Vermutungen anstellen, aber jede wäre nicht schlüssig. Wenn er der Hauptperson schon irgendwas angetan hätte, wären spätere Drohungen sehr sinnlos. Wenn nichts passiert ist, macht der Absatz aber keinen Sinn, sondern es fehlen einfach einige Sätze.
Das Handy liegt vermutlich erst jetzt dort? Hier fehlt wieder die Möglichkeit, auch als Leser all diese Veränderungen nachzuempfinden bzw. nachzuvollziehen. Liegt das Fax eigentlich noch da? Wenn ja, erklärt es denn Versuch, den Freund (der anfangs noch ein ehemaliger Kollege war, von dem man sich wunderte, überhaupt zu hören) anzurufen. Wenn nicht, dann wären es wohl eher Mutter, Vater, Schwester, Bruder etc., die man in so einer Situation anrufen würde. Ist das Telefon tot? Dann wäre es ziemlich dumm, es trotzdem mehrere Male zu versuchen (es sei denn, die angebliche Angst / Panik würde damit transportiert). Oder ist besetzt, wird die Nummer nicht angenommen, knackt es im Telefon?

quote:
Dann kam der blonde Typ zurück ins Schlafzimmer, grinste mich böse an und verlangte, dass ich ihm mein Handy gäbe. Ich ging rückwärts weiter ins Zimmer, um ihm auszuweichen. Als er das Handy nicht bekommen konnte, sagte er mir, dass ich nicht einmal im Traum daran denke solle, mit dem Handy jemanden anzurufen. Er würde es spüren, wenn ich telefoniere. Er sagte, er verspüre dann ein Zucken, wie kleine elektrische Schläge und dann würde es mir schlecht ergehen.
Erst versicherst du, dass der Typ tatsächlich Ralf wäre, der sich aber verändert. An dieser Stelle ist er nur noch ein blonder Typ, also definitiv wie Ralf, aber nicht wirklich Ralf. Wie kommt die Hauptperson jetzt auf einmal auf diesen Wandel?
Das Handy lag auf dem Nachttisch und üblicherweise stehen Nachttische wie auch Betten an eine Wand geschoben. Ist es hier anders? Dann gehört es beschrieben. Wenn es so ist, dann kann man nicht rückwärts weiter ins Zimmer gehen, weil man eben im mindesten dicht vor einer Wand steht.
Der Ausdruck "nicht daran denken, sonst..." ist falsch, denn offenbar hat er ja bereits gespürt, dass sie telefonieren wollte, sonst wäre er nicht da, oder?
Er spürt gleich 2x in zwei Sätzen und die Schilderung seiner Aussage ist umso erstaunlicher, weil er vorher nie was sagte, nichts dachte und auch nichts empfand...

quote:
Ich war inzwischen halb wahnsinnig vor Angst und Verwirrung darüber, was hier eigentlich geschah. Ich konnte mir auf all das keinen Reim machen. Ich wusste nur, ich musste hier raus und zwar schnell.
Wieder die nicht beschriebene und somit unglaubwürdige Angst. Was geschieht, das ist der Hauptperson meiner Meinung nach jetzt schon länger klar, nur nicht, was es bedeutet oder wie sich das begründet. Was passiert denn bei der Erkenntnis, raus zu müssen? Mal abgesehen von der Panik jetzt - Pläne schmieden? Wirre Gedanken? Aus dem Fenster springen wollen?

quote:
Irgendwann kurz danach ging die Schlafzimmertür erneut auf und ein anderer Mann kam herein. Ich weiß nicht einmal mehr genau, was er wollte, ich sah nur, dass er völlig verängstigt war. Dann kam der Blonde wieder dazu. Ich kann mich nicht an alles erinnern, nur daran, dass die Schlafzimmertür etwas weiter aufging, als wir alle drei dort drinnen waren und draußen vor der Tür stand Ralf.
Irgendwann? Und in der Zwischenzeit?
Was denn für ein anderer Mann? Klein, groß, dick, häßlich? Und was macht der da? Steht der da so ängstlich rum und macht einen guten Eindruck?
Wieso kommt der Blonde dazu? Der ist gar nicht weggegangen!
"Ich kann mich nicht an alles erinnern" ... ach, das Ganze wird erzählt? Ein wenig unglücklich, das an dieser Stelle und auf diese Art anzubringen, im übrigen falsche Zeit.

quote:
Wir sahen uns in die Augen und wussten, dass wir etwas unternehmen mussten, um diesen blonden Irren loszuwerden. Ralf hatte plötzlich einen ganzen Stapel Bücher in der Hand und als der verängstigte Mann rückwärts aus dem Schlafzimmer ging, um dem Blonden zu entkommen, der seinen Blick mir zugewandt hatte, ließ Ralf den Bücherstapel auf den Verängstigten fallen. Dieser ging bewusstlos zu Boden.
Bitte? Also dieses tiefe Blicken in die Augen kann ich mir mit entsprechender Phantasie noch vorstellen, auch wenn es mangelhaft beschrieben ist, aber was soll denn die Aktion mit den Büchern? Warum sieht der Blonde die Hauptperson an und warum bemerkt er dann nicht, dass sich da wer tief in die Augen blickt? Was kann der Ängstliche dafür, dass er die Bücher abbekommt? Welchen Sinn soll das haben?

quote:
Das letzte woran ich mich erinnerte war Ralfs entsetzter Gesichtsausdruck, als er seinen Fehler erkannte. Er hob seine verbundene Hand und hielt sie sich vor den Mund, um nicht zu schreien. Ich weiß noch genau, dass ich überlegte, wieso er denn eine verbundene Hand hatte, und dann stieß der Blonde die Schlafzimmertür vor Ralfs Nase zu. Ich war mit dem Blonden allein im Schlafzimmer. Es gab kein Entkommen mehr. Er sah mich hasserfüllt an und kam mit drohend erhobenen Händen auf mich zu, so als wolle er mich erwürgen.
Wieso wieder "das letzte, woran ich mich erinnerte"? Warum die verbundene Hand nicht weglassen, wenn sie eh keinen Sinn macht? Wieso sollte Ralf schreien? Wieso kommt der Blonde nun auf die Hauptperson zu, anstatt sich um Ralf zu kümmern, der da plötzlich auftaucht und diese Aktion ja auch getätigt hat?


Ich glaube, ich habe trotz der frühen Uhrzeit einen ganz guten Überblick gegeben, was so alles nicht so gut bis schlecht ist an der Geschichte.
Träume sind oft wie Fetzen, die irgendwie zusammenhängen, aber das macht eine Geschichte zu oder über einem / einen Traum nicht besser. Um zu transportieren, was da los ist, wie man sich fühlt usw. kann man deutlich mehr und auch andere Mittel benutzen als eine simple Nacherzählung.

Die Idee selbst gefällt mir aber und mit der entsprechenden Arbeit am Text könnte daraus eine wirklcih gute Sache werden.

Liebe Grüße,
Tanja

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Burnie
Hobbydichter
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Grüner Mond

Wow....damit hätte ich nun nicht gerechnet..;-)

Also, diese Geschichte ist tatsächlich ein Traum, den ich vor kurzem hatte. Ich habe diesen Traum dann auch gleich aufgeschrieben und ein paar Mal nachgebessert, wenn mir wieder etwas Neues daraus einfiel und ich fand die Geschichte eigentlich gut. Klar, weil es ja mein Traum war und alles in diesem Traum genauso passierte. Aber ich muss nun doch einsehen, dass er für Aussenstehende sehr
"strange" und zusammenhanglos sein muss...hhhmm...da werde ich ihn wohl überarbeiten müssen.

Vielen Dank für Eure offenen Meinungen. Ich werde mir Eure Fragen und Tipps und Anregungen zu Herzen nehmen und schauen, wie ich die Geschichte umschreiben kann.

Das war im übrigen meine erste Kurzgeschichte. Bisher habe ich nur einige kurze Text in Form einer Kolumne für den Privatgebrauch geschrieben. ;-)

Vielen Dank und liebe Grüße,
Marion
__________________
Zu jeder bedeutenden Tat gehört eine gewisse Naivität, um nicht vor der Grösse des Vorhabens zurückzuschrecken.
(Elsa Rentrop, 1907 -1994, dt. Lyrikerin u. Aphoristikerin)

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think twice
???
Registriert: Jul 2003

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Hallo Burnie,

was hältst du davon, die Geschichte in der Gegenwart und etwas stichworthafter zu erzählen? (In der Art eines "Inneren Monologs" vielleicht?) Ich denke, damit könntest du dieses "es ist ein Traum" Gefühl verstärken und die fehlenden Informationen im Text würden nicht mehr stören. (Meine Meinung)

Um ein Beispiel zu geben, hab ich den ersten Absatz aus deiner Geschichte genommen und etwas umgeschrieben. Du kannst dir ja überlegen, was du davon hältst, und ob du die Geschichte in dieser Form umschreiben möchtest. (Ist nur so eine Idee von mir.)

Ich wache auf und werfe einen Blick auf die Uhr. Unmöglich! Das kann doch nicht wahr sein! 18 Uhr 19? Ich konnte doch nicht wirklich eine ganze Nacht und einen ganzen Tag verschlafen haben.

Ralf, der neben mir liegt, wacht auf. Auch er scheint verstört darüber, dass es schon so spät ist. Das muss ein böser Traum sein! Haben wir wirklich einen ganzen Tag unentschuldigt im Büro gefehlt?


Liebe Grüße
think twice

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