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Leselupe.de > Ungereimtes
Grünlicht/mit Nichts
Eingestellt am 19. 07. 2009 22:56


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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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Grünlicht/mit Nichts


In den abstürzenden Zeiten
Jäh befallen von Gewissheit
Dass niemand dein Blackboxherz
Suchen wird spürst du
Nichts als deinen Flugzeugkörper
Bersten

Und du tauchst tief
In den Grünlichttunnel
Von Sommerregen trunkener Bäume
Die mit dir schwanken wollen
Mit nichts auf den Lippen
Als schmutzigen Liedern

Und du baust dir ein Nest
Aus frischen Illusionen darin du blühst
Wie repariert weil alles passiert
Das beschlagen wird
Von nichts als einem Muskel
Aus Fleisch und Blut



© Elke Nachtigall
Juli 2009









__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

Version vom 19. 07. 2009 22:56

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Bei soviel Begeisterung, liebe Elke, wage ich kaum, etwas Kritisches anzumerken:

quote:
Grünlicht/mit Nichts


In den abstürzenden Zeiten
Jähe befallen von Gewissheit
Dass niemand dein Blackboxherz
Suchen wird spürst du
Nichts als deinen Flugzeugkörper
Bersten

Und du tauchst tief
In den Grünlichttunnel
Von Sommerregen trunkener Bäume
Die mit dir schwanken wollen
Mit nichts auf den Lippen
Als schmutzigen Liedern

Und du baust dir ein Nest
Aus frischen Illusionen darin du frisch blühst
Wie repariert weil alles passiert
Das beschlagen wird
Von nichts als einem Muskel
Aus Fleisch und Blut



© Elke Nachtigall
Juli 2009

Jetzt bitte Heidrunen nicht steinigen, Ihr alle , mir klingen aber die Originalformulierungen an den zwei kritisierten Stellen zu gestelzt ...

Ansonsten kann ich mich natürlich auch nicht der weisen Schönheit des Gedichts entziehen. Besonders mundet mir "das Blackboxherz."

Herzliche Grüße

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Liebe Elke,

die ersten zwei Strophen wirken auf mich wie die Beschreibung eines Schockzustandes. Nun habe ich schon mehrmals einen Schock erlitten, also Zeitpunkte, in denen das Gehirn aussetzt und man nur noch mechanisch funktioniert ohne dass man zur Kenntnis nehmen könnte, dass man unter einem Schockzustand steht.

Anschließend hat sich das allmählich ganz von selbst wieder reguliert. Ich erinnerte mich an alles, ich wusste, dass ich einen Schockzustand gehabt hatte und wie der sich anfühlt und alles war wieder so wie immer.

In Deinem Text verhält es sich damit anders. Im Leben des Lyri hat sich Grundlegendes verändert. Da nicht nach der "Blackbox gesucht" wird, muss es zusehen, wie es ganz allein aus der unerträglichen Situation wieder herausfindet.

Dass Du die Gedanken über diesen Punkt mit "frischen" = neuen Illusionen bezeichnest, lässt mich herauslesen, wie ängstlich das Lyri einen Optimismus bei der Suche nach neuen Wegen zu vermeiden trachtet, denn anscheinend hat es sich schon öfter zugetragen, dass der neue Weg sich nicht als haltbar erwies.

Dennoch: Das Lyri hat die Sehnsucht, Butter bei die Fische zu tun, wie es im Volksmund heißt; und so stellt es sich einen neuen Lebensraum vor, von dem es weiß, dass er sich auch verwirklichen wird, weil aus der Vorstellung eine Tat, und schließlich etwas Reales aus Fleisch und Blut werden wird.

Und so wird in diesen "abstürzenden Zeiten" etwas Neues zum Vorschein kommen.

Schön, wie Dein Unterbewusstsein einen Flugzeugabsturz in eine Baumgruppe und einen Nestbau miteinander in Beziehung bringen konnte, so dass Du schlüssig für viele Menschen in drei Strohpen das zum Ausdruck bringen konntest, was sie bewegt und auch zuletzt einer Hoffnung einen großen Raum geschenkt hast.

Ich bewundere immer an Deinen Texten, wie Du Gegenstände benutzen kannst um "Inwändiges" auszusagen wie beispielsweise bei Deinem "Eiszapfenfahrrad".

Liebe Grüße
Vera-Lena


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Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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ENachtigall
Foren-Redakteur
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Liebe Heidrun,

vielen Dank für Deine Vorschläge und den Kommentar; ich habe mir Deine Änderungsvorschläge ein paarmal angesehen und ausprobiert. Ich kann nachvollziehen, dass Dir meine Rede ein wenig gekünstelt erscheint. Die Sprache gibt diese Formulierungen her und sie liegen mir - auch wenn mir bewusst ist, dass sie nicht uneingeschränkt gemocht werden. Mir selbst erscheint der Fluss der Sprache so durchgängiger und auch das Wort "befallen" passt sich in meine Aussageintention hervorragend ein, deshalb möchte ich nicht darauf verzichten. Ich weiß, das ist okay für Dich und darum: nicht Steine, sondern

liebe Grüße, Elke
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ENachtigall
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Liebe Vera-Lena,

Deine Kommentare zu lesen ist mittlerweile nicht minder spannend, als ein Gedicht zu schreiben ;-) Es birgt für mich immer einen Schatz an Sichtweisen, die sich schreibend nicht eröffneten, weil - wie Du richtig benennst - viele Bilder sich unbewusst hoch- und zusammenarbeiten und man beim Schreiben oft die Distanz zum eigen Text verliert (was durchaus auch Vorteile birgt).

So fasziniert mich deine Assoziation mit dem Schockzustand; allerdings ist Strophe zwei bei mir schon der besänftigende Übergang zu Bodennähe, Sommergrün, Tunnelschutz - und somit gleich nahe an drei. Die Veränderung (die Du sehr treffend herausgestellt hast) ist vielleicht auch die, vom der Überflieger-Mentalität zur habe-/nichts-/nutzen Lebendigkeit.

Meinen ganz lieben Dank für Dein einfühlsames Lesen und die Zeit zu kommentieren.

Grüße von Elke
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