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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Gundolf und Alena. Alena.
Eingestellt am 23. 07. 2002 00:52


Autor
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schumpo kaladze
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jun 2002

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Ein grauer, wohlriechender Sommer. Am Abend, wenn alle sich wieder verstecken kommt Gundolf hinaus, und setzt sich an den Strand des gro├čen st├Ądtischen Badeteiches. Er sp├╝rt die W├Ąrme des Bodens, und genie├čt den angenehmen Anblick des kultivierten Wassers. Die Stadt, dieser pulsierende Moloch ist dann so weit weg, dass es ihm fast gut geht.

An diesem Abend war er sehr gebrochen und m├╝de. Er ├╝berlie├č sich der Atmosph├Ąre. Unerwartet stand eine nasse junge Frau vor ihm. Gundolf sp├╝rte sofort, dass ihm hier ein au├čergew├Âhnliches Wesen begegnet war.

Mit einer aufr├╝ttelnd reinen und ehrlichen Stimme bat sie ihn um ein Pflaster. In ihren unglaublich tiefen Zigeuneraugen war so viel Verletzlichkeit und so viel Leid, dass Gundolf nicht anders konnte als alles f├╝r sie zu tun.

Er bedeckte ihre glatten und stolzen Schultern mit einer Decke und schwang sich mutig und bereit auf sein festes und lauffreudiges Pferd, und holte ein Pflaster aus seinem armseligen und unpers├Ânlichen Versteck.

Sie sagte, sie hei├če Alena. Ihr Hund Djuro war auf einen Rosendorn gestiegen und blutete. Sie waren schon vor Jahren voller Hoffnung aus S├╝dserbien in die Alpen gezogen.

Sie f├╝hrte ihn in ihr Haus, wovor Djuro, der traurige Hund Emmigrant auf dem ungeliebten Boden lag und es ablehnte in diesem politischen System zu bellen.

Alena hatte sich ein gutes Leben aufgebaut, nur DjuroÔÇÖs Zustand bedr├╝ckte sie.

Gundolf versprach ihr zu helfen, jede erdenkliche M├╝he auf sich zu nehmen. Er wollte nur, dass Alena gl├╝cklich sein kann.

Er ging tief in den finsteren und guten Alpenwald, f├Ąllte den besten Baum und baute ein schnelles und sicheres Boot. Alena verabschiedete ihn mit einer liebevollen und z├Ąrtlichen Ber├╝hrung, als er ins Boot stieg.

Gundolf trieb die braune und m├Ąchtige Donau flussabw├Ąrts, bis das Boot aus Alpenholz ihn in das flache und laute Zigeunerland brachte.

Er fand seinen Weg durch die G├Ąnse und das Schilf und traf Schabban, den m├Ąchtigen K├Ânig der Donauzigeuner. Schabban liebte Alena, so wie er alle liebte, und war gewillt ihr zu helfen.

Schabban, der m├Ąchtige K├Ânig der Donauzigeuner rief Hatidje, die leidensf├Ąhige und sch├Âne Schamanin und ersuchte sie um Hilfe.

Hatidje ging zu einem Haufen getrockneten Schafdunges, und holte mit blo├čer Hand 4 schwarze Schlangen heraus. Sie suchte die gr├Â├čte aus, und vollf├╝hrte ein zuckendes und energisches Ritual.

Sie badete einen Albinohasen in unschuldigem Kuhblut und lies die Schlange den zitternden Hasen verschlingen. Der Hase war sehr gro├č und die Schlange weinte und blutete.

Nach drei Tagen nahm Hatidje die Schlange und k├╝sste sie in ihr Maul. Sie saugte das ganze Schlangengift heraus und spuckte es dann in ein Fl├Ąschchen.

Djuro solle dieses Gift trinken, dieses w├╝rde seine Traurigkeit t├Âten und seinen Trotz brechen.

Schabban lie├č die wertvollsten Geschenke f├╝r die geliebte Alena in der Fremde bereit machen. Schinken, T├╝cher, Spiegel, Federn und Brot, gesundes und weiches Heimatbrot.

Gundolf lie├č sich von einem rostigen rum├Ąnischen Tanker die tr├╝be Donau aufw├Ąrts ziehen, bis er im Land der Alpen war. W├Ąhrend seiner R├╝ckreise dachte er fast ohne Pause an Alena. Diese drei Tage im Reich de Zigeuner hatten ihn nachdenklich gemacht.

In den Alpen angekommen wurde er herzlich von Alena empfangen. Er sp├╝rte kaum die Sehnsucht nach seinem Versteck.

Alena lachte so ansteckend und ehrlich als sie ihm die Geschenke pr├Ąsentierte.

Djuro, der Hund Emigrant, wurde geheilt, und bellte und bellte.

Alena umarmte ihren treuen und felligen Freund. Wie lang hatte sie ich nicht mehr bellen geh├Ârt, endlich konnte sie ohne schlechtes Gewissen ihr Gl├╝ck ausleben, im aufregenden und ordentlichen Land der Alpen.

Gundolf sa├č auf dem saftigen Alpengras in Alenas Garten und f├╝hlte eine warme Genugtuung. Alena schien gl├╝cklich.

Das was er anfangs f├╝r Verletzlichkeit in ihren Augen hielt, erkannte er jetzt als die tiefe, unersch├╝tterliche Offenheit die alle Kinder der Zigeunerdonau in sich trugen.

Gundolf blieb bei Alena, und sie lebten so bewusst wie man nur leben kann.

Im Garten bellte Djuro, der gute und gute Hund Emmigrant.

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