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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Gute Nacht, Olympia!
Eingestellt am 16. 08. 2004 14:29


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LuMen
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Gute Nacht, Olympia!

Rezension zu Beckmanns „Olympia Nacht“ - ARD vom 15.08.04


Wer dem scheinbar einzig und allein zu gr├Â├čeren Aufgaben bef├Ąhigten Sportkommentator und Showmaster Beckmann seine schludrigen Kommentare zur Fu├čball-EM verziehen oder sie vergessen und gestern seine „Olympia Nacht“ eingeschaltet hatte, der konnte erneut ein Musterbeispiel f├╝r den nachl├Ąssig unprofessionellen Umgang dieses Herrn mit dem ├Âffentlich-rechtlichen Medium der ARD und ihren Geb├╝hrenzahlern erleben. Verena Feldbusch durfte einen Gro├čteil dieses angeblich dem Sport gewidmeten Abends in ihrer gewohnten Schnattertanten-Manier zur Selbstdarstellung nutzen und ├╝ber ihre Olympia-Vorstellungen bei den Sandkastenspielen im Kindergarten plaudern! Und diesen unverzichtbaren Auftritt hat ihr Herr Beckmann von unseren Geb├╝hrengeldern bezahlt, weil die im Rufe notorischer „Sparsamkeit“ stehende Werbungs-Diva sonst m├Âglicherweise seiner Einladung nicht gefolgt w├Ąre. Oh, h├Ątte er doch wenigstens die Probe aufs Exempel gemacht! Die Dame sieht nun wirklich nicht danach aus, als sei auch sie schon von dem zur Zeit in Deutschland grassierenden Armuts-Virus infiziert!

Ich habe mich gefragt, in welcher Zeit wir eigentlich leben. Graf Coubertin mu├č sich angesichts dieses Spektakels im Grabe umgedreht haben! Von den wenigen am Originalschauplatz anwesenden deutschen Zuschauern, die sich ihre Eintrittskarten sicherlich mit viel M├╝he und gro├čem finanziellen Aufwand verschafft hatten, war eine ausdr├╝cklich Kritik nicht zu erwarten, ebenso wenig von den interviewten Sportlerinnen und Sportlern, denen der Feldbusch-Effekt f├╝r die eigene Werbung eher willkommen gewesen sein d├╝rfte. Aber konnte sich auch unser neuer Bundespr├Ąsident nicht an der Feldbusch „vorbeidr├╝cken“? Vielleicht ist er wirklich etwas zu sehr „Gentleman“, aber das will ich ihm in diesem Falle (noch) nicht ankreiden.

Da├č Rudi Carrel als kom├Âdiantisch auflockerndes Element in die Runde gebeten worden war, ist eine andere Sache. Immerhin hat er sich auf seine spezielle Art und Weise schon mit Sport und Leistungssport befasst – und bei dem ├╝bergeb├╝hrlichen Ernst, mit dem der letztgenannte im allgemeinen betrieben wird, kann eine humorvolle Note nichts schaden, sondern im Gegenteil den Stellenwert des Sports an den richtigen Platz r├╝cken helfen.

Herr Beckmann mu├č sich allerdings weiter fragen lassen, ob seine unkritische Behandlung der Playboy-Aktfotos deutscher Sportlerinnen an dieser Stelle nicht etwas deplaziert war. Das Motto ┬ź chacun a` son gout ┬╗ ist zwar heute sehr beliebt und mag auch in vielen F├Ąllen durchaus vertretbar sein, dennoch habe ich bei den ziemlich blau├Ąugig anmutenden Erkl├Ąrungen der Betroffenen ein ungutes Gef├╝hl. Geht es nicht vielmehr um ein symptomatisches Beispiel f├╝r den auch im Sport immer h├Ąufiger zu beobachtenden demoralisierenden Effekt des Geldes? Es w├Ąre anerkennenswert und mutig gewesen, h├Ątte Herr Beckmann gewagt zu fragen, was der „Playboy“ den ganzk├Ârperlich abgelichteten Sportlerinnen gezahlt hat.

Es ist nur dringend (wahrscheinlich aber vergeblich) zu hoffen, dass das Konzept der Sendung mehr auf den Sport und die Kommentierung des olympischen Geschehens ausgerichtet wird und nicht in billiger Effekthascherei versandet. Dies w├Ąre leider zu erwarten, wenn die Ank├╝ndigung eines gemeinsamen „Wasserspiels“ von Ex-Meisterschwimmer Gro├č und Verena Feldbusch f├╝r die n├Ąchste „olympische Nacht“ ernst gemeint gewesen sein sollte; dass der unbek├╝mmerte Beckmann mitz├Âge, d├╝rfte kaum zweifelhaft sein.

LuMen







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