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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Guten Morgen
Eingestellt am 06. 08. 2002 23:41


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Concorde
Manchmal gelesener Autor
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GUTEN MORGEN

Als er die T├╝r zum Bad ├Âffnete, rumort Silke schon seit einer halben Stunde in der K├╝che und bereitet das Fr├╝hst├╝ck. Er liebte es, wenn alles an seinem Platz liegt und alles bereitet ist, wenn er sich an den Tisch setzt.
Er schiebt die T├╝r auf, um sie gleich wieder hinter sich zu schlie├čen. Genie├čerisch kostet er aus, wie das hei├če Wasser aus der Dusche ├╝ber seinen K├Ârper rauscht. W├Ąhrend sich der Regen ├╝ber seinen Kopf ergie├čt, verliert er sich in Erinnerungen:

Mutter hatte ihn zum dritten Mal geweckt, aber diesmal blieb sie neben dem Bett stehen, bis er aufgestanden war. Als er die T├╝r zum Badezimmer ├Âffnen wollte, fand er sie verschlossen, und von innen h├Ârte er das Pl├Ątschern des Wassers. Er klopfte zaghaft an die T├╝r, worauf von innen nur ein m├╝rrisches "Ja, sofort" kam. Die T├╝r ├Âffnete sich, und vor ihm stand sein Vater, der muffig meinte, er solle lieber fr├╝her aufstehen. Mit dem Gedanken "Ich hasse Morgenmuffel" ging er ins Bad und lie├č das Wasser laufen.
Als er sich anschlie├čend an den Tisch setzte, h├Ârte er gleich die murrige Bemerkung, er habe wohl den Kamm nicht gefunden. Die Antwort, er, Vater, habe den Kamm doch mit aus dem Bad genommen, h├Ątte er lieber hinunterschlucken sollen, denn jetzt ging das Donnerwetter auf ihn herab. Wie es Vater so gern tat, schlug er mit dem Messer auf das Fr├╝hst├╝cksbrett, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen.
Bei dem Gedanken "Ich hasse Morgenmuffel" h├Ârte er nur noch das immer lauter werdende Klopfen des Messers.

Pl├Âtzlich aus seinen Erinnerungen gerissen, bemerkte er, dass das Klopfen von der T├╝r herkommt. Seine Tochter will ins Bad. So unfreundlich gest├Ârt, knurrt er nur: "Ja, gleich", beeilt sich mit dem Duschen und greift zum Handtuch. Beim Rasieren kommen wieder diese Erinnerungen:

Vater tat seinen gewohnten Griff zur Zeitung, welche - wie immer - ordentlich zusammengerollt neben dem Besteck lag, und studierte die Leitartikel. Mutter goss den Kaffee ein, und Vater griff zur Tasse um den ersten Schluck zu machen. Mit einem Schrei, die Br├╝he sei viel zu hei├č, setzte er die Tasse abrupt ab. Als Mutter darauf sagte, sie habe das Kaltkochen noch nicht gelernt, sch├Ąumte Vater erst recht auf. Jetzt war das Ei auch nicht richtig und so weiter. - Ich hasse diesen Morgenmuffel. -

Er stellte das Rasierzeug zur├╝ck und legt noch etwas Rasierwasser auf. Mit der Bemerkung "Wo warst du denn wieder die halbe Nacht?" ├╝berl├Ąsst er seiner Tochter das Bad. Er geht in die K├╝che und setzt sich an den Fr├╝hst├╝ckstisch.
"Guten Morgen mein Schatz" kommt es von Silke, worauf nur ein knappes "Morgen" zur├╝ckkommt. Er greift zur Zeitung und bl├Ąttert zum Sportteil. Als seine Tochter hereinkommt, tut er einen Blick ├╝ber den Zeitungsrand. "Mit dem Fummel willst du doch wohl nicht in die Schule gehen" entf├Ąhrt es ihm. "Nein, Bernd f├Ąhrt mich mit seinem Auto!" entgegnet seine Tochter verschmitzt. Diese Antwort l├Ąsst es nur so aus ihm heraussprudeln. Drei Worte seiner Tochter lassen ihn pl├Âtzlich schlucken: "Ich hasse Morgenmuffel!"

__________________
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herb
???
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hallo concorde,
alles so h├╝bsch altmodisch erz├Ąhlt, und dann gibt es was zum gr├╝beln.
normalerweise hat solche "altmodische" erz├Ąhlweise einen durchg├Ąngigen helden, aber hier ist es, jedesmal durch den absatz gekennzeichnet, ein anderer, wenn ich es richtig verstehe. eine gro├čfamilie mit dem lieblingsspruch: "ich hasse morgenmuffel", lach, und alle sind sie welche. zwei sachen st├Âren mich, zum einen zeitspr├╝nge innerhalb eines satzes, die ich nicht nachvollziehen kann.
zum anderen dieser eine satz: "diese antwort l├Ą├čt es nur so aus ihm heraussprudeln"
aber es sprudelt nichts.
falls meine kritik berechtigt ist, bin ich mir sicher: du wirst es schon machen.

__________________
hier Es gibt nichts Gutes, au├čer man tut es. K├Ąstner

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Concorde
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@herb
Ja, diese Antwort l├Ąsst es nur so aus ihm heraussprudeln. Was da "sprudelt" ist eigentlich unwichtig und ich ├╝berlasse es der Fantasie des Lesers, dieses mit Inhalt zu f├╝llen. Sein Redeschwall wird eben nur j├Ąh durch diese drei Worte seiner Tochter unterbrochen: "Ich hasse Morgenmuffel" und die sind f├╝r die Geschichte wichtig.

Gru├č Kuno
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Critizen King
???
Registriert: Jul 2002

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Grammatik: Fehlerhafte Verwendung der Zeitformen, Trennung von Gegenwart und R├╝ckblende wird so unklar.
Beispiel: Als er die T├╝r zum Bad ├Âffnet//e, rumort Silke...

Stil: Der Erz├Ąhlflu├č wirkt an einigen Stellen holperig, Adjektivsammlungen machen den Text unn├Âtig tr├Ąge, nehmen dem Verhalten des Vaters die notwendige Sch├Ąrfe.
Beispiel 1: Mit dem Gedanken "Ich hasse Morgenmuffel" ging er ins Bad und lie├č das Wasser laufen.
Als er sich anschlie├čend an den Tisch setzte
>> Sprung vom laufenden Wasser zum Tisch.
Beispiel 2: W├Ąhrend sich der Regen ├╝ber seinen Kopf ergie├čt
>> Regen + ergie├čen - solch ein Bild zu verwenden pa├čt nicht in diese Geschichte. Zu blumig, zu pathetisch.
Beispiel 3: Er klopfte zaghaft an die T├╝r, worauf von innen nur ein m├╝rrisches "Ja, sofort" kam. Die T├╝r ├Âffnete sich, und vor ihm stand sein Vater, der muffig meinte, er solle lieber fr├╝her aufstehen. Mit dem Gedanken "Ich hasse Morgenmuffel" ging er ins Bad und lie├č das Wasser laufen.
Als er sich anschlie├čend an den Tisch setzte, h├Ârte er gleich die murrige Bemerkung

Sprache: Einige Formulierungen lesen sich gezwungen, einige sind unpr├Ązise.
Beispiel 1: Er liebte es, wenn alles an seinem Platz liegt und alles bereitet ist.
>> "bereit" oder "vorbereitet", au├čerdem ein und-verkn├╝pfter Satz mit 2 starken Verben (liegt und ist), Alternative: "...wenn alles an seinem Platz und bereit ist."
Beispiel 2: Als er die T├╝r zum Bad ├Âffnet...
Er schiebt die T├╝r auf, um sie gleich wieder hinter sich zu schlie├čen
>> die zweite T├╝r ist wahrscheinlich die der Duschkabine. Diese Information fehlt und wird durch das "schiebt...auf" nicht ausreichend geliefert, um eine schnelle Unterscheidung der beiden T├╝ren zu erm├Âglichen.

Zeichensetzung: Die Gedankenstriche "-" werden zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt. Mal Kommentar, mal "Anf├╝hrungs"-Zeichen f├╝r Gedachtes.

Inhaltliches: Hin und wieder zu oberfl├Ąchlich beschrieben - L├╝cken und Fragen entstehen.
(siehe Stil Beispiel 1)
Beispiel 2: Diese Antwort l├Ąsst es nur so aus ihm heraussprudeln.
>> siehe Vorredner



Fazit: eine Geschichte mit einer guten Pointe auf verhaltens-psychologischer Basis. Gerade die psychologische Komponente verlangt nach fein abgestimmter Wortwahl. An dieser Feinabstimmung hapert es noch. Es ist in der derzeitigen Fassung eher eine m├╝ndlich ├╝berlieferte Geschichte, als eine aufgeschriebene und f├╝r das Lesen bearbeitete.

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Concorde
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@Critizen King
vollkommen richtig :-)
Dieses war mein erster eigener Text und ich habe ihn in der Version gepostet wie ich ihn damals f├╝r ok gehalten hatte. Ich finde ihn heute betrachtet auch eher holperig und in vielen Formulierungen umst├Ąndlich, ja teilweise sogar gequ├Ąlt. Und das ist gut so, dass wir dies beide so sehen. Das ich ihn heute sicher anders schreiben w├╝rde ist f├╝r mich Teil eines wichtigen Entwicklungsprozesses. Danke!

Gru├č Concorde
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