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Leselupe.de > Krimis und Thriller
HALBE-HALBE
Eingestellt am 09. 01. 2005 17:36


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hwg
???
Registriert: Dec 2003

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Der "rote Fritz", so genannt wegen seiner auffallenden Haarfarbe, schlenderte gegen Mitternacht mit zerknittertem Gesicht durch die ungewohnt menschenleere Vorstadtstra├če. Er versuchte, sich zu orientieren. Pl├Âtzlich blieb er stehen. Einige Meter vor ihm sah er einen Mann regungslos vor sich hinstarren.
Durch sein Sakko fingerte Fritz nach dem kurzen Gummikn├╝ppel. "Vielleicht habe ich jetzt eine Gelegenheit, meine Brieftasche etwas aufzuf├╝llen", schoss es ihm durch den Kopf. Er ging auf den unbewegt dastehenden Mann zu. Und obwohl er m├Âglichst ger├Ąuschlos vorging, hatte dieser in doch schon geh├Ârt und wandte sich rasch um.
"Gib mir Feuer", sagte Fritz drohend, w├Ąhrend er mit der linken Hand die Zigarette zum Mund f├╝hrte und mit der rechten seinen Kn├╝ppel umklammerte.
Der fremde Mann machte einen raschen Sprung zur Seite, betrachtete den Wegelagerer und zuckte die Schultern. "Spiel nicht den Wilden", sagte er gelassen. "Du kommst mir gerade recht. Du kannst mir helfen!"
Fritz war perplex. "Helfen?", fragte er verwundert.
Mit einem Ruck seines Kinns wies der Mann auf eine Villa hin. "Was h├Ąltst du von einem Besuch in diesem Schmuckk├Ąstchen? Wir machen Halbe-halbe. Passt dir das?"
Entgeistert sah Fritz abwechselnd auf das Haus und den fremden Menschen. "Was ist das f├╝r eine Sache?", fragte er misstrauisch. Der Mann zuckte wieder mit den Schultern. "Du scheinst nicht viel Mut zu besitzen", meinte er."Ich hoffte bereits, einen unternehmungslustigen Kumpel gefunden zu haben..."
Fritz f├╝hlte sich in seiner Ganovenehre gekr├Ąnkt. "Was sagst du da?", begehrte er auf. "Ich und keine Courage? Kannst du dich denn nicht deutlicher ausdr├╝cken? Was willst du eigentlich?"
"Hast du's noch immer nicht kapiert? Also, die Bewohner dieser Villa sind verreist, und zwar eher als ich dachte. Ich glaubte nicht, heute schon den Bruch machen zu k├Ânnen. Deshalb habe ich auch kein Werkzeug bei mir", erkl├Ąrte der Fremde.
"Moment", erwiderte der "rote Fritz", w├╝hlte in seinen Taschen herum, zog verschiedene Instrumente heraus und begann am T├╝rschloss zu hantieren. "Wird es sich wenigstens auszahlen?", fragte er.
"Und wie", versicherte der unerwartet aufgetauchte Komplize. "Also, halbe-halbe, wie ausgemacht?" fragte Fritz vorsorglich. Der andere Mann nickte.
Fritz bearbeitete die T├╝r geschickt. Trotzdem dauerte es eine ganze Weile, bis das Schloss geknackt war. "Fertig!", sagte Fritz und fuhr sich ├╝ber die schwei├čnasse Stirn. "Das war keine Arbeit f├╝r St├╝mper. Meine H├Ąlfte der Beute habe ich mir redlich verdient. Allein w├Ąrst du damit nie zurecht gekommen. Schau'n wir nun hinein?"
Der fremde Mann ging voran.
"Wei├čt du denn hier so genau Bescheid?", fragte Fritz verwundert. Pl├Âtzlich hatte er das Gef├╝hl, als knalle ihm die Zimmerdecke auf den Kopf. Der "rote Fritz" fiel zu Boden. Als er wieder zu sich kam, blendete ihn das grelle Licht einer Schreibtischlampe.
"Geht's besser, Freundchen?", fragte eine ironisch klingende Stimme. Fritz wandte m├╝hsam seinen schmerzenden Kopf und sah seinen mittern├Ąchtlichen Kumpel gem├╝tlich auf dem Sofa sitzend.
"Was ist mit mir passiert?" st├Âhnte Fritz.
"Lass es gut sein", meinte der Unbekannte und griff nach einer Flasche Cognac. "Vorsichtshalber schien es mir angebracht, dich ins Land der Tr├Ąume zu schicken. So, und nun trink ordentlich!"
W├╝tend stie├č Fritz die Flasche zur Seite und griff unter sein Sakko. "Das hat keinen Zweck", belehrte ihn sein Gegen├╝ber lachend. "Den Gummikn├╝ppel habe ich dir abgenommen!"
Fritz glotzte den Fremden bl├Âde an. "Wer...wer sind Sie eigentlich?", stammelte er.
"Der Besitzer dieser Villa", lautete die knappe Antwort. Fritz schien das Herz stehenzubleiben. "Wie...?"
"Es ist schon so! Stell dir vor, ich habe meinen Schl├╝sselbund verloren. Es war mir unm├Âglich, in mein Haus zu gelangen.Einen Schlosser holen? Wo finde ich den um Mitternacht. Da hatte ich das allerdings zweifelhafte Gl├╝ck, dich zu treffen. Bleib ruhig und ├Ąrgere dich nicht!
Umsonst sollst du nicht gearbeitet haben. Hier hast du einen Hunderter f├╝r deine M├╝he - und nun trink noch einen guten Schluck!"

__________________
-hwg-

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MarleneGeselle
???
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Das richtige Werkzeug

Hallo hwg,

die Grundidee zu deiner kleinen Geschichte hat mir prima gefallen.

Leider ein paar Schwachstellen:

Warum ist die Vorstadtstra├če ungewohnt leer? In der Vorstadt ist selbst tags├╝ber nichts los. Da f├Ąllt jeder zu jeder Zeit auf, der nicht dort wohnt oder regelm├Ą├čig dort zu tun hat.

Es ist lediglich von einem Gummikn├╝ppel die Rede. Damit kann man doch keine Schl├Âsser knacken!! Was ist mit eventuell anderem Werkzeug? Das sollte noch auftauchen.

Der Villenbesitzer erscheint als kaltbl├╝tiger Zeitgenosse. Warum hat er dem M├Âchtegernschl├Ąger nicht einfach eine geknallt und ist seiner Wege gegangen und hat sich ganz einfach einen Stein besorgt, damit eines seiner Fenster eingeschlagen, um ins Haus zu kommen? Als Eigent├╝mer kann er das doch ohne Weiteres. Hier k├Ânnte der Gummikn├╝ppel gute Dienste leisten.

Dabei lie├če sich das Geld sparen, das der Villenbesitzer dem roten Fritz als Schmerzensgeld gibt, nachdem er ihn niedergeschlagen hat.

Ich hoffe, du kannst mit meinen Kommentaren etwas anfangen.

Gr├╝├če
Marlene

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hwg
???
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Mini-Krimi

Freue mich ├╝ber die Anmerkungen. Da der 'rote Fritz' ohnehin auf Einbruchstour unterwegs ist, kann die Mitnahme von Werkzeug, das er ja aus seinen Jackentaschen holt, vorausgesetzt werden. H├Ątte sich der Villenbesitzer so verhalten, wie Du 's vorschl├Ągst, w├Ąre die Pointe weg. Es ist eben eine Soft-Mini-Krimi *g*, den schon mehrere Zeitschriften ver├Âffentlicht haben. Bei einer ├ťberarbeitung des Textes werde ich Deine Vorschl├Ąge aber ber├╝cksichtigen.
LG
__________________
-hwg-

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Roni
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hallo hwg,

ich musste ebenfalls schmunzeln.

eine sache:
der fremde mann geht voran.
und dann knallt fritz die 'decke auf den kopf'

waere das nicht glaubwuerdiger, wenn der hausbesitzer hinter fritz ist? sich irgendwo heimlich eine statue greift oder aehnliches?
von vorn duerfte etwas schwierig sein, ohne dass fritz es merkt. es sei denn, es ist so stockduster, dass man gar nix sieht. dann allerdings hat der hausbesitzer glueck, dass er fritz' schaedel trifft und nicht z.b. nur eine schulter.

lg
roni

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hwg
???
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du hast recht

gr├╝├če dich roni & danke f├╝r deine anmerkung. du hast den fehlerhaften ├╝bergang in der szene zurecht angef├╝hrt. eigentlich h├Ątte zwischen dem hineingehen und dem *decke auf den kopf* ein sternchen hingeh├Ârt, um damit die zeitliche differenz zu signalisieren. hab's vergessen zu tippen. somit werde ich den roten fritz verwundert umherschauen lassen, wobei er dem hausherrn ja den r├╝cken zuwendet...
einverstanden?

__________________
-hwg-

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