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Leselupe.de > Kurzgeschichten
HERZkirschROT
Eingestellt am 10. 08. 2003 17:02


Autor
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glasperlenspielerin
???
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HERZkirschROT

farbige
schattenspiele


Es ist absolut still. Das einzig h├Ârbare ist das leise, gurgelnde Pl├Ątschern des kleinen Baches neben mir.
Wenn ich mich aufsetzte kann ich durch das hohe Schilf den kleinen, blauen See erkennen.
Hinter mir steht eine alte Mauer aus schon br├╝chig gewordenem Stein, die ihren langen immergleichen Schatten auf die Wiese wirft in der ich liege.
Lasse ich meinen Blick weiter schweifen, sehe ich den gro├čen Kirschbaum. Der treuste, verschwiegenste Freund aus meiner Kindheit! Als kleines M├Ądchen verstand ich die Sprache seiner s├Ąuselnden gr├╝nen Bl├Ątter.

Im Fr├╝hjahr, wenn er in voller Bl├╝ten stand, gab es nichts sch├Âner als unter seinen dichten Astwerk zu liegen und in das Kirschwei├č seiner majest├Ątisch hohen Krone auf zu blicken und tr├Ąumend sich in diesem Bl├╝tenwei├č zu verlieren. Einszuwerden mit dem duftenden Wei├č und dem durchschimmernden Himmelsblau!

Dann! Herzkirschen! Besonders gro├če, saftige Fr├╝chte. Unz├Ąhlige rote wohlschmeckende Herzen. Geschenke von ihm f├╝r mich! Unendliche Liebesbeweise!

Jetzt hat der Baum selbst im Sommer fast keine Bl├Ątter mehr, ist alt geworden und er wird sicher bald Platz machen, f├╝r das kleine, zarte B├Ąumchen, das direkt neben seinem Stamm schnell in die H├Âhe w├Ąchst.

Langsam drehe ich mich auf den R├╝cken, sp├╝re das k├╝hle Gras in meinem Nacken und Erde unter meinen H├Ąnden. Meinen Gedanken schweifen ohne bestimmtes Ziel umher, ich lasse die Stimmen in mir sprechen, wie sie wollen, folge dabei dem Weg der Wolken und tr├Ąume.
Auf einmal sehe ich im Augenwinkel eine Bewegung. Ein Schatten huscht an mir vorbei, fliegt in geschwungenen Bewegungen direkt ├╝ber mich hinweg und setzt sich schlie├člich auf eine blaue Blume nahe an meiner rechten Hand.
Kurz hebe ich meinen von Tr├Ąumen schwer gewordenen Kopf und sehe einen gro├čen, gelben Schmetterling.
Er hat sich ganz oben auf die Spitze der Bl├╝te gesetzt und schaukelt mit der Blume leicht im Wind.
Durch seine Bewegungen entsteht ein seltsames verzauberndes Spiel aus Licht und Schatten auf der Bl├╝te.
Ich betrachte ihn, eine Weile, wie er still und friedlich dort sitzt, und beginne, ├╝ber ihn nachzudenken.
Ich frage mich, ob er wohl wei├č, das er in einem Jahr nicht mehr hier sein wird, dass er nur diesen Sommer
hat, um von Bl├╝te zu Bl├╝te zu fliegen. Wahrscheinlich nicht. Doch wei├č ich denn, ob ich in einem Jahr wieder inmitten dieser Blumenwiese liegen kann?
Und wer w├╝rde mich vermissen? Der Schmetterling, der hier auf einer anderen, wahrscheinlich ebenso sch├Ânen Blume sitzt, w├╝rde mit Sicherheit nicht wissen, dass ich jemals hier gewesen bin.












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Daktari
Guest
Registriert: Not Yet

summ summ summ

Hi, Glasperle!

Sch├Âner Text. Ich kann so richtig die Bienen summen h├Âren, rieche den Duft der Bl├╝ten.
Bur einen Sch├Ânheitsfehler hat der Text - der Schatten der Mauer kann nicht immer gleich sein. Geht niente.

Ciao
Tim

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glasperlenspielerin
???
Registriert: Jun 2003

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Re: summ summ summ

hi tim,

"Bur einen Sch├Ânheitsfehler hat der Text - der Schatten der Mauer kann nicht immer gleich sein. Geht niente."

wenn man es recht bedenkt - hast du recht!

thanx

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Traveller
???
Registriert: Jun 2003

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fettkursiv

Erkl├Ąr mal, was soll der Fett- und Kursivdruck.

Ich finde dies st├Ârend.

Im Grunde sind es zwei Geschichten. Die Eine hat mit der Anderen nichts zu tun.
__________________
Einen wundersch├Ânen Tag w├╝nscht

Traveller Peter

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yaira
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo glasperlenspielerin,
mir gefallen die erinnerungen an die Kindheit des lyrischen Ichs sehr gut. allerdings finde ich das extreme hervorheben der farben eher st├Ârend.
In der Geschichte spielst du durch den Schmetterling und den Kirschbaum stark auf die Verg├Ąnglichkeit an. Ich bewundere es, dass du dies schaffst ohne irgendwelche d├╝steren Bilder heraufzubeschw├Âren.
Allerdings zerst├Âren diese philosophisch angehauchten Fragen am Ende diese Leichtigkeit.

yaira

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glasperlenspielerin
???
Registriert: Jun 2003

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Re: fettkursiv

hi traveller,
fettgedruckt sind alle farb-w├Ârter, damit sie sofort ins auge springen
das gestern und jetzt, getrennt durch die schrifttypen. habe kursiv gew├Ąhlt, weil ich damit den text noch "leichter" wirken lassen wollte
du bist nicht der erste, der meine art der optischen umsetzung von texten hinterfragt, dabei nehme ich mich schon schon sehr zur├╝ck

thanx f├╝r deine anmerkungen

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