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Leselupe.de > Kurzgeschichten
HORUS SAPIENS
Eingestellt am 08. 04. 2007 09:09


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Bentom
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2005

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HORUS SAPIENS


Benjamin Tomkins


    â€śUm Eines gleich zu Beginn klarzustellen”, schmetterte die hochgewachsene leicht ergraute Miss Hogglestew, deren zuckende herabhängende Mundwinkel ihre unablässige Ungeduld erkennen lieĂźen. Wie ein nervöses Pendel bewegten sich ihre bissiggrĂĽnen Pupillen fortwährend hin und her und bereits der kleinste Versuch ihren Augen folgen zu wollen, endete unweigerlich in diffusen SchwindelgefĂĽhlen. „Ich bin in jeder Hinsicht eine weitgehend gerechte Lehrerin!“, stellte sie nĂĽchtern und drohend fest. Ihre GesichtszĂĽge verrieten nicht die kleinste GemĂĽtsregung. Innerhalb von Sekundenbruchteilen hatte ihr kaltes Augenpaar hinter der Brille die gesamte Klasse gemustert und keinem der SchĂĽler war die versteckte Drohung entgangen, die in dem Wort „weitgehend“ lag.
Miss Hogglestew war alt. Uralt. Wahrscheinlich sogar älter als die Eiche, die im Schulhof stand und ihre Äste wütend durch die Luft peitschen ließ und dennoch war ihr Auftreten geprägt von Stärke und Robustheit.
    â€žIch mache keine Unterschiede, ich werde meine Zeit nicht mit Wiederholungen vergeuden und es ist mir auch egal, ob ihr etwas lernt oder nicht!“ Und nach einer generalstabsmäßig geplanten Pause fĂĽgte sie hinzu: „GewissermaĂźen.“
Die Messerspitze eines Lächelns rieselte über ihr Gesicht. Wer die hagere Lehrerin kannte, wusste, dass sie ihr Lächeln nur in kleinsten homöopathischen Dosen preisgab und dass diese Prise eine Halbjahresration darstellte.
Niemand der Schüler getraute sich einen Mucks von sich zu geben. Kein Räuspern, kein lautes Atmen, nicht einmal ein Augenzwinkern, aus Angst Miss Hogglestew könnte das Rascheln der Wimpern hören. Nur nicht aus der einheitlichen Menge der Schüler auffallen.
Stechenden Schrittes ging sie durch die Reihen in der Klasse und beäugte über ihre Brille hinweg jeden der Schüler, die bewegungslos und ängstlich wie junge Kaninchen auf ihren Bänken hockten. Es war der „mit-mir-ist-nicht-zu-spaßen-Blick“, der salvenartig auf die Schüler einschlug.
    â€žViele von euch werden weitaus gebildeter sein, wenn ihr diese Schule wieder verlasst“, schnalzte sie. „Wie gebildet, das hängt von jedem selbst ab!“ Mittlerweile am Ende des Klassenraumes angekommen, hielt sie ihre Ansprache von der RĂĽckwand aus. Sprach zu den Hinterköpfen der SchĂĽler, die sich nicht umdrehten. Stur geradeausschauend und auf ein Wunder hoffend, dass dieser Schulbeginn nur Teil eines bösen Traums ist, aus dem sie gleich erwachten, harrten sie auf ihren Bänken.
    â€žIhr seid ab heute meine SchĂĽler“, donnerte sie, „und sollte jemand seinen Aufgaben nicht zu meiner Zufriedenheit nachkommen, dann wird er bestraft.“ Sie lieĂź ihren Worten den Moment eines Echos Zeit. „Wer sich hinter meinem RĂĽcken ĂĽber mich beschwert wird bestraft, wer seine Bestrafung nicht akzeptiert wird bestraft, wer meinen Unterricht stört wird bestraft und wer versucht sich in meine Gedanken einzuschleichen, wird noch schlimmer bestraft.“
Frisch aus den Sommerferien voll überschwänglicher Vorfreude und Enthusiasmus auf das neue Schuljahr in der neuen Schule, war ausnahmslos jeder der Schüler bereits nach diesen ersten paar Sätzen vollends ernüchtert.
Der Ernst des Lebens, so hatte man ihnen erzählt, beginne nun. War das Schulleben bisher ein lockerer Spaziergang, so war die „Hogglestew Privatschule für den sechsten Sinn“ ein neunjähriger Supersprint ohne Pause. Die meisten waren jetzt schon außer Atem und die Aussicht auf die nächsten Jahre von dieser herrischen Miss Hogglestew unterrichtet zu werden, schürte keinerlei Eifer in den geduckten Schülerköpfen, die in den harten Schulbänken versanken wie viel zu kleine Eier in viel zu großen Eierbechern.
Sie marschierte zurück durch die Reihen. „Bleibt eine Strafe aus, solltet ihr dies als unbedingtes Lob auffassen. Merkt euch das! Mehr Lob gibt es nicht!“ Sie zupfte an den Falten ihres grauen Rocks bis sie, ihrer Meinung nach, ordentlich genug aussahen, um als Falten in einem Faltenrock durchzugehen.
    â€žFasst euch kurz! Sagt, was ihr zu sagen habt, aber verschwendet nicht eure – und, weitaus wichtiger, meine Zeit.“
Ihre Augen pendelten durch den Klassenraum. „Was ihr hier bei mir lernt, lernt ihr sonst nirgendwo! Ihr alle seid hier an dieser außergewöhnlichen Schule, weil ihr eine Begabung habt. Eine unvergleichliche Begabung. Jeder ein anderes, auf seine Weise, einmaliges Talent, das gefördert und vor allen Dingen aber, und das ist wichtiger als alles andere, unter allen Umständen geheim gehalten werden muss!“
Die eisig schnarrende Stimme ließ die Schüler frösteln. Jeder einzelne war sich durch bewusst, zumindest ein bisschen, warum ausgerechnet er an Hogglestew´s Privatschule aufgenommen wurde.
Dies war keine gewöhnliche Privatschule und Miss Hogglestew war bei weitem keine gewöhnliche Lehrerin. An „Hogglestew´s Privatschule für den sechsten Sinn“ wurde eben dieser gelehrt.
Der sechste Sinn war eine Begabung, die manchen Menschen, aus bisher noch nicht vollends erforschten Gründen, in die Wiege gelegt wurde. Und bei den wenigsten war der sechste Sinn sofort erkennbar. Erst im Laufe der Pubertät ließen sich erste Anzeichen auf den sechsten Sinn und die damit zusammenhängende spezielle Begabung ausmachen.
Hogglestew´s Privatschule wurde in keinem Schulverzeichnis geführt. Es gab keine Visitenkarten, keine Schulgelder, keine Schulbusse. Nicht einmal die Schulbehörde wusste von Hogglestew´s Existenz.
Für alle Beteiligten, Schüler, Eltern, wie auch Lehrer war es klüger diese Begabungen geheim zu halten. „Denn eine besondere Begabung erfordert besondere Disziplin“, knallten Miss Hogglestew´s Worte durch die Klasse.
Welche spezielle Veranlagung ein Hogglestewschüler hatte, war bisher nur einigen wenigen bewusst. Manche Schüler hatten schon kurze Einblicke in ihre Fähigkeiten erhalten dürfen, aber niemand konnte sich ansatzweise vorstellen, zu welchen Taten ein jeder fähig sein würde.
Lediglich von Miss Hogglewstew wusste man, dass sie eine Meisterin ihres Faches war. Sie war Telepathin. Nein, nicht irgendeine Telepathin. Miss Hogglestew war die Telepathin. Man erzählte sich, dass sie mit fünf Jahren bereits Kontakt zu einem Spiegelei aufgenommen hatte und es vor dem sicheren Tod durch Kannibalismus errettet hatte. Das Spiegelei, das auf den Namen „Eggman“ hören soll, lebt, so erzählt man sich im Schulhof, in Miss Hogglestew´s Kühlschrank. Eggman ist sozusagen der Hausmeister des Kühlschranks, scherzten die Schüler der älteren Jahrgänge. Die alte Hogglestew, so munkelte man in den Unterrichtspausen, könne mit Pflanzen, Tieren und sogar mit dem lieben Gott in Verbindung treten. Letzteres wurde beinahe ehrfürchtig hinter vorgehaltener Hand gesagt, wobei niemand wirklich sagen konnte, ob dies nicht doch eher ein Gerücht war.
Miss Hogglestew zeigte auf einen schmächtig wirkenden Schüler in der vordersten Reihe. „Weißt du schon, welche Begabung in dir verborgen liegt?“
Ein nervöses Kopfschütteln war die ängstliche Erwiderung des schmächtigen Jungen, der auf den prächtigen Namen Manuel Juan del Fuego hörte. Der Sohn des spanischen Botschafters in London.
    â€žIn dir schlummert ein Pyrokinese“, fuhr Miss Hogglestew emotionslos fort. „Und wenn ich mich nicht täusche, und ich täusche mich nie, ein sehr stark ausgeprägter Pyrokinese.“
Der kleine del Fuego verstand nicht all zu viel von dem, was Miss Hogglestew da von sich gab.
    â€žBalle deine rechte Hand zu einer Faust!“
Er verstand nicht sofort und zögerte.
    â€žEine Faust habe ich gesagt“, ratterte ihre Stimme. Wer sich meinen Anordnungen widersetzt wird bestraft, schon vergessen?“
Manuel Juan del Fuego ballte eilige seine rechte Hand zu einer Faust und murmelte ein unverständliches „Entschuldigung“.
    â€žNun schnippe den Daumen nach oben heraus!“
Der Rest der Klasse sah gespannt zu. Ein Knistern war in der warmen Luft des Klassenzimmers zu spĂĽren.
Er tat, wie ihm geheiĂźen wurde. Schnippte den Daumen heraus und sah verdutzt auf seinen Daumen und dann auf Miss Hogglestew. Was hatte er erwartet? Was hatte die Klasse erwartet, und was hatte seine Lehrerin erwartet?
    â€žGut so!“ Miss Hogglestew ging auf ihn zu und legte ihm ihren Zeigefinger auf die Stirn.
    â€žNoch einmal!“, befahl sie.
Der Daumen schnalzte mit einem Zischen hervor und genau oberhalb des Daumennagels züngelte eine kleine bläuliche Flamme, die eine kleine, schnell vergehende Rauchwolke ausstieß, die sich in der Höhe des Klassenzimmers in Nichts auflöste.
Die Flamme spiegelte sich in den leuchtenden Augen des kleinen del Fuego und die Klasse stieß ein kollektives „Aah“ der Bewunderung aus.
Instinktiv pustete del Fuego die Flamme auf seinem Daumen aus, aus Angst er könne zu heiß werden. Als er ihn dann berührte, war keinerlei Veränderung zu spüren. Weder heiß noch warm. Er blickte noch lange gebannt auf seinen Daumen, während Miss Hogglestew fortfuhr.
    â€žMal sehen, wen wir hier noch haben...“ Ihr Blick glitt ĂĽber die geduckten Köpfe und blieb auf einem Jungen kleben, dessen Kopf zuckend auf seinem Hals saĂź und an die Bewegung eines Huhnes erinnerte.
    â€žMickey Falk“, beeilte sich der Junge auf Miss Hogglestews fragenden Blick zu antworten.
    â€žMickey Falk...“, wiederholte sie langsam und sah den Jungen genau an. Seine Augen wirkten eingesperrt, suchten ständig einen Weg, um sich aus den Augenhöhlen zu befreien. Der Kopf schnellte ruckartig von einer Seite zur anderen.
Ein seltsames unbestimmtes Gefühl regte sich in Ihr, während sie diesen schmächtigen Jungen ansah. Sie entdeckte in ihm eine verborgene Seele. Seine Innerstes wollte nach draußen, war eingesperrt.
    â€žWie lange weiĂźt du es schon?“, fragte sie ihn.
Er vermied es, ihr in die Augen zu sehen.    â€žSchon immer.“, klang es kleinlaut aus ihm heraus, während sein Kopf unruhig hin und her wiegte und sein Kehlkopf wie ein Gummiball auf und ab hĂĽpfte.
In der Klasse herrschte eine Stille wie im Aquarium. Stumm wie Fische sahen die Schüler zu, denen nicht entgangen war, dass etwas Seltsames, Einzigartiges, im Gange war. Die Gedanken Miss Hogglestews konnte man beinahe knistern und knacken hören, wie Feuerholz im Kamin.
    â€žNiemand sollte sich verstecken. Kein Linkshänder sollte sich zwingen lassen Rechtshänder zu werden. Wasser sollte man nicht bändigen, sondern flieĂźen lassen.“ Ihre Stimme hatte einen veränderten Klang angenommen. Weicher und eine Spur freundlicher. „Gedanken sollten niemals eingeengt werden, sondern frei durch den Geist reisen können.“
Die Stirn des unruhigen Mickey Falk gebar kleine Schweißperlen, während seine Finger sich verkrampften.
    â€žEin Spiegelei sollte nicht gezwungen werden, sich zur letzten Ruhe auf eine Scheibe Toast zu legen.“ Die Klasse dachte sofort an den mysteriösen Eggman. „Vergesst nicht, dass alles im Leben einen Sinn hat. Es gibt keine Zufälle.“, fuhr sie schulmeisterisch fort. „Folgt immer und ĂĽberall euren innersten WĂĽnschen! Kein Vogel sollte eingesperrt sein, kein Fisch in gläserne Wände verbannt werden und selbst so banale Dinge wie Stuhlbeine haben eine Bestimmung, die uns nicht gestattet ist sie zu ändern oder einzuschränken.“
So ganz konnten die SchĂĽler dem Sinn Miss Hogglestews Worten nicht folgen. Sie blickte ziellos auf den Boden, lieĂź ihren Blick schweifen, die Pupillen starrten ins Leere. Manch einer sah verstohlen auf die Stuhlbeine seines Stuhls und hoffte insgeheim, das sie erwachten und sich in Bewegung setzten.
    â€žEiner uralten Prophezeihung nach wird erzählt, dass die einstigen Götter des fruchtbaren Nillandes auferstehen werden. Die Welt wird sich verändern. Nichts wird so sein wie es war und eine neue fĂĽr uns nicht vorstellbare Zivilisation wird geboren. Eine bessere, eine gerechtere, ein Garten der Götter!“ Nasal klangen die Worte aus ihrem Mund. Miss Hogglestew verzichtete darauf, ihren SchĂĽlern den Ursprung dieser Prophezeihung näher zu bringen, da sie es, in Anbetracht dieser speziellen Situation, fĂĽr unnötig hielt, die SchĂĽler mit historischem Beiwissen zu ĂĽberfordern.
Nur so viel, dass diese Prophezeiung einst von Hunderten glänzend schwarzen Skorpionen in den heißen Wüstensand geschrieben wurde und nur für die Dauer bis zum nächsten Sandsturm für die Welt zu sehen war.
Was dann im Klassenzimmer geschah, wird in den späteren Geschichtsbüchern der neuen Welt als der Beginn des neuen Zeitalters geschrieben stehen.
Der kleine del Fuego bemerkte es als erster und stammelte aufgeregt „Seht!“, und stockte „Mickey, er....“ Er ließ den Satz unvollendet.
Am Halsansatz bildete sich ein hellbrauner Flaum. Feine Federn tauchten wie kleine Sprösslinge auf. Reckten sich erst zögerlich, dann fordernd dem Kinn entgegen.
    â€žEs passiert!“ rief Miss Hogglestew beinahe andächtig und streckte feierlich ihre offenen Handflächen gen Himmel.
Mickey Falks Augen verdrehten sich. Das WeiĂźe in ihnen kam zum Vorschein. Erschrocken wichen die SchĂĽler zurĂĽck und drĂĽckten sich in ihre Stuhllehnen.
Die Federkiele schienen mit der Haut am Hals zu verwachsen und rankten sich wie wilder Efeu den Hals hinauf, um die Ohren herum und über den Kopf nach vorn bis zum Stirnansatz. Nervös zuckte der Kopf auf seinem Hals, drehte sich beinahe akrobatisch um die eigene Achse. Seine Nase krümmte sich, verfärbte sich und verschmolz mit seinen Lippen zu einem mächtigen ebenholzfarbenen Schnabel, dessen Spitze scharf wie ein Skalpell aufblitzte.
Mickeys Augen verengten sich zu mandelförmigen Schlitzen. Die hellbraunen Wimpern rollten sich nach oben, während Miss Hogglestew und die Schüler teils erstaunt und erschrocken, teils bewundernd und euphorisch die Verwandlung mit ansahen.
Kleine Öffnungen saßen nun dort zwischen einem gesprenkelten Federkleid, wo vorher Mickey Falks Ohren waren und auf dem Kopf hatte sich ein feiner braunrötlich schimmernder Kamm gebildet, der sich majestätisch, einer Krone gleich, erhob.
Er stand auf. Die Stuhlbeine knarzten ĂĽber den FuĂźboden.
Aufrecht. Gerade. Majestätisch!
Der erhabene prächtige Falkenkopf überragte alles im Raum. In den Augenhöhlen blitzten skarabäusgrüne Pupillen, aufmerksam und gelassen zugleich schienen sie die Umgebung abzutasten. Niemand hatte auch nur den geringsten Zweifel, das dieser bestimmende Blick einem Herrschenden gehörte.
    â€žDer Horus Sapiens!“ flĂĽsterte Miss Hogglestew. „Der Falkenmensch. Es beginnt!“ Die SchĂĽler beachteten sie nicht und starrten den ehemaligen Mickey Falk, den Horusmenschen mit einer Mischung aus Angst und Ehrfurcht an.
Ein Mensch mit einem Falkenkopf. Kräftig und muskulös traten die Schultern hervor und der erhabene Brustkorb hob und senkte sich kraftvoll für alle Augen sichtbar.
Ein Schrei, anders als alles was die Welt bis dato gehört hatte, entfuhr seiner Raubvogelkehle, drang durch die Ohrmuscheln in die Gehörgänge, wand sich in den Gehirnen der Zuhörer und hallte wie ein langgezogenes Echo in den Knochen wider.
Keiner der Anwesenden wĂĽrde diesen ersten Schrei der neuen Welt je vergessen. Das Zeitalter des Horus hatte begonnen und sie alle waren Zeugen. Zeugen der Geburt des Falkenmenschen.
Später, viele Jahrhunderte später, wurde an dem Platz, an dem einst die „Hogglestew Privatschule für den sechsten Sinn“ stand, ein bronzenes Denkmal errichtet. Eine hochgewachsene Frauengestalt, die aus ihren gen Himmel gestreckten Handflächen einen Falkenjungen emporhob. Sie war es, die den ersten wiedergeborenen Horus Sapiens befreite. Miss Hogglestew wurde stolze dreihundertsechsundsiebzig Jahre alt und in einem Familiengrab gemeinsam mit dem viel früher verstorbenem Eggman beigesetzt.
Mickey Falk wurde zum ersten Gott des neuen Zeitalter erhoben und führte die alte Welt der industriellen Revolution in das neue Zeitalter, die Ära der Göttergärten.

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OhrenschĂĽtzer
???
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Hallo Bentom,

eine schöne, originelle, bisweilen spannendend aber vor allem erfrischend sprachverspielte Kurzgeschichte. Erinnert mich (nicht an Harry P.) an Enki Bilals "Nikopol"-Trilogie (verfilmt als "Immortal"), vielleicht kennst Du's ja.

Am Anfang solltest Du noch ein wenig feilen. Du schreibst zB "Miss Hogglestew, deren zuckende herabhängende Mundwinkel ihre unablässige Ungeduld erkennen ließen." und nur wenig später "Ihre Gesichtszüge verrieten nicht die kleinste Gemütsregung." Oder: "...stellte sie nüchtern und drohend fest." und darauf: "...war die versteckte Drohung entgangen..." - das ist zumindest eine Wortwiederholung, aber ich finde auch, dass es nicht versteckt ist, wenn sie es drohend sagt.

Die Zeilen ca. 40-80 wurden fĂĽr mich ein bisschen lang zu lesen, weil der Eindruck "besondere, geheime Schule" und "bedrohliche Lehrerin" fĂĽr mein Empfinden ein bisschen zerkaut wurde. Die Eggman-Passage fand ich lustig-skurril, aber im Zusammenhang mit der Rest-Geschichte fast ein bisschen zu ĂĽberspannt (ein Ei - OK, aber ein Spiegelei?).

Schön finde ich die Namenswahl. Ach ja, ein paar Beistrichfehler hab ich noch entdeckt, vielleicht schaust Du Dir die Geschichte diesbezüglich noch durch.

Hab's gern gelesen. Schönen Gruß,
__________________
Der OhrenschĂĽtzer

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