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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Haarig
Eingestellt am 28. 06. 2013 12:31


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DocSchneider
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Es war einmal eine Mutter, die voller Sorgen ihr kleines M√§dchen betrachtete. Endlich wuchsen ihm Haare, aber sie kamen senkrecht aus dem Kopf. Senkrecht! Das kleine M√§dchen hatte den Kopf voller Wirbel. Die Mutter war etwas verzweifelt. F√ľr einen Jungen w√§ren derartige Haare ja vielleicht sch√∂n gewesen, aber f√ľr ein M√§dchen....
Im Alter von zwei Jahren befand sich das M√§dchen mit den Stehhaaren zum ersten Mal beim Friseur und dieser sagte nur: "Sie braucht mal einen Mann mit viel Geld, denn sie bekommt einen teuren Kopf!" Das kleine M√§dchen interessierte das nicht. Unbek√ľmmert trug es bald im Kindergarten seine frechen, abstehenden Haare zur Schau und sah aus wie ein kleiner Junge. Niemals ziepten diese Haare nach dem Waschen beim K√§mmen. Das gefiel dem M√§dchen.

Doch irgendwann √§nderte sich seine Wahrnehmung. Besonders dann, wenn die Gro√ümutter zu Besuch war und abends ihren Knoten l√∂ste, bis ihre Haare in langen Wellen √ľber den R√ľcken flossen. Ausgiebig wurden diese geb√ľrstet. Das kleine M√§dchen stand bewundernd daneben. Solche Haare m√ľsste es auch haben! Die Gro√ümutter strich ihrer Enkelin √ľber den Kopf und erkl√§rte, dass sie doch bereits kr√§ftige Haare h√§tte, das w√ľrde schon, seien sie auch nicht wellig.

Das kleine Mädchen wurde älter und sah andere Mädchen mit Locken und noch schlimmer, mit langen Locken. SO wollte es auch aussehen! Aber nein, seine Haare blieben extrem glatt und wurden zwar zunehmend dicker, aber niemals zeigte sich die Andeutung einer Locke. Es ließ sich die Haare wachsen, aber das gefiel ihm auch nicht und irgendwann wurden sie wieder abgeschnitten.

Schlie√ülich fand das M√§dchen den richtigen Friseur. Er verstand es, die widerspenstigen, wirbelverseuchten, glatten Haare perfekt zu schneiden. In jeder Lebenslage glitten die Haare nun in diese zur√ľck. Der Fluch, dass die Haare immer gleich lagen, war der Segen. Sie lagen n√§mlich wirklich immer gleich. Immer perfekt.

Die Klassenkameradinnen mit lockigen Haaren betrachteten nun das M√§dchen mit neuen Augen. Sie schimpften n√§mlich immer √ľber ihre Locken, denn die lagen nie richtig. Fr√ľher hatte das M√§dchen sie beneidet, aber nun kehrten sich die Rollen um. "Wir m√∂chten auch die Haare so geschnitten haben", verlangten die Freundinnen des M√§dchens beim Friseur. "So wie sie!" Der Figaro lehnte sofort ab. "Daf√ľr habt ihr die falschen Haare!" Zum ersten Mal war das kleine stehhaarige M√§dchen von damals sehr stolz auf seine Haarpracht.

Irgendwann hatte es eine Brieffreundin und nach l√§ngerem Austausch wollte diese wissen, wie denn nun die andere aussah. Das M√§dchen schickte ein Bild. Die andere war vollkommen verbl√ľfft. "Ich dachte, du h√§ttest Locken", schrieb sie zur√ľck. Da waren sie wieder, die Locken, die das M√§dchen so gerne gehabt h√§tte. Sie begann dar√ľber zu gr√ľbeln, wieso die andere genau das gedacht hatte.

Vermutlich, weil man sich immer ein Bild vom anderen macht. Welches dann völlig falsch sein kann....und seien es nur die Haare.

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Ofterdingen
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2009

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Hi,

Du beginnst deinen Text mit der Eingangsformel des M√§rchens: "Es war einmal eine Mutter ..." und erz√§hlst dann deine Version des h√§sslichen Entleins, das zum Schwan wird (oder werden k√∂nnte). Das Motiv der senkrecht wachsenden Haare hat etwas, daraus lie√üe sich eine Menge machen, doch ich finde, du machst zu wenig daraus, besonders d√ľnn wird es am Ende:

"Sie begann dar√ľber zu gr√ľbeln, wieso die andere genau das gedacht hatte.

Vermutlich, weil man sich immer ein Bild vom anderen macht. Welches dann völlig falsch sein kann....und seien es nur die Haare."

Das ist eine Plattit√ľde, die den Leser langweilt. Vermutlich w√§re fast jeder andere Schluss besser.

An einer Stelle habe ich Verständnisprobleme:

"Niemals ziepten diese Haare nach dem Waschen beim Kämmen."

Ich schlug im Duden nach und erfuhr, "ziepen" sei ein norddeutsches Wort und bedeute "einen Pfeifton von sich geben" oder "zupfend ziehen". Gaben die Haare also beim Kämmen keinen Pfeifton von sich, nachdem sie gewaschen waren, oder wie soll ich das verstehen?

"ihr kleines Mädchen ... Endlich wuchsen ihm Haare"

Ungl√ľcklicher- und h√§sslicherweise hat das Wort "M√§dchen" im Deutschen keinen femininen Artikel. An deiner Stelle w√ľrde ich jedoch trotz allem vermeiden, "ihm" zu benutzen, wenn von einem offensichtlich weiblichen Wesen die Rede ist. Es gibt da andere, bessere M√∂glichkeiten. Beispielsweise kannst du dem M√§dchen einen Namen geben und dann tritt da eine Claudia, Ulrike - oder wie immer du sie nennst - als SIE auf.

Gr√ľ√üe aus M√ľnchen,

Ofterdingen
__________________
Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug. J. P. Sartre

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Steky
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Registriert: Not Yet

Eigentlich gar keine schlechte Story, aber man könnte sie durchaus noch ein bisschen verbessern, spannender machen (eventuell mit Dialogen oder mehreren Personen).

Was mir aufgefallen ist, bei einem Satz schreibst du:" SO wollte sie nicht aussehen..." Wenn man ein Wort besonders akzentuieren, also hervorheben möchte, dann setzt man dieses meist ins Kursive; das ist ästhetischer. Ich finde, diese Geschichte wurde schlechter bewertet als sie ist. Ich werde versuchen, dass auszumerzen. LG Steky

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kal
Guest
Registriert: Not Yet

hallo doc,
aus den augen einer frau kann ich das kreuz mit dem aussehen nur zustimmen.
und auch die schlußfolgerung gut nachvollziehen.

dennoch muss ich mich ofterdingen seinem kommentar anschließen. an dem ende könnte man wirklich noch was machen.


ach, bevor ich es vergesse: ziepen!
so kenne ich das wort auch ... noch aus kindertagen


lg und gute nacht
kal

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John Wein
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Registriert: Mar 2013

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es sind oft Kleinigkeiten, die eine Geschichte besser zum Klingen bringen:
z.B. ein M√§dchen-haha!-( es ihm, sein) w√ľrde ich zwischendurch anders ausdr√ľcken, die Kleine, Tochter(T√∂chterlein), Fratz, P√ľppchen, Teenie vielleicht hat sie auch einen Namen

oder Haare, da w√ľrde ich √∂fter mal wechseln: Frisur, Schopf, Borste, Zottel, Fell usw.
stehhaarige warum nicht stachelige oder borstige?

der letzte Satz klingt wie eine Moral
Ich vermute, und weiter: wenn‚Ķ.. dann‚Ķ usw. kann man diesen Satz leicht weiter ausschm√ľcken und die Geschichte nicht so abrupt wie ich meine, beenden.

√ľbrigens,
ziepen klingt nicht nur gut, sondern ist auch ein durchaus weitverbreiteter und gebräuchlicher Ausdruck

liebe Gr√ľ√üe, JW

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