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Leselupe.de > Ungereimtes
Hände
Eingestellt am 18. 10. 2007 18:27


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nofrank
???
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Hände


verblüht von der Arbeit

welke Haut an sehnigen Fingern

Erinnerungsschwielen

packen zu

ins Jetzt gekrallt

graben um und graben aus

gichtige Vergangenheit

graben um und graben ein

altersfleckiger Trost

Trauerränder



nofrank

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„Die Preisgabe der Diskretion im öffentlichen Raum ist eine Vorstufe zum faschistischen Ordnungsdenken, sage ich." (Wilhelm Genazio "Die Liebesblödigkeit")

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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Hallo nofrank,

erst beim zweiten Lesen fiel mir ein, dass mit Trauerrändern das Schwarze unter den Fingernägeln gemeint ist. Ja, so nennt man sie. Lange nicht gehört. Ein sehr lyrischer Ausklang dieses Gedichts über den (erd-)bodenständig gealterten Menschen.

"Meine" vier solchen Hände, Großmütterhände, sahen auch meist so aus; sie steckten - wenn sie nicht an der Kittelschürze nestelten - in der Gartenerde. Immer gab es was zu Buddeln. Back to the roots.

Dein Gedicht vermag (in meinem Falle) persönliche Bilder aufzuwecken; das ist schon sehr viel.


quote:
verblüht von der Arbeit


welke Haut an sehnigen Fingern

mit "verblüht" und "welk" wählst Du hier passend zwei Begriffe aus dem Wandlungsprozess der Natur. Dennoch gefiele mir hier das neutralere "gezeichnet" (von der Arbeit) und "herbstliche" (Haut an sehnigen Fingern) noch besser, weil es das Alter edler und wertfreier - nicht vom Wort an sich, sondern der landläufigen Interpretation her - beschriebe. Was meinst Du?

Herzlich gegrüßt.

Elke



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Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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nofrank
???
Registriert: Oct 2004

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hallo elke,

danke für den kommentar. schön, dass es bei 2. lesen geklickt hat.

zu den "altersadjektiven": der 1. impuls zu dem gedicht kam als ich nach der arbeit meine eigenen finger (mittelalt) begutachtete, die mir über gebühr verlebt vorkamen. natürlich hast du recht, dass die naturnahen begriffe welk und verblüht etwas despektierlich klingen können. gemeint sind sie keineswegs so und ich empfinde sie auch nicht abwertend. aber herbstlich ging gar nicht, zum einen weil gerade jeder herbstgedichte schreibt, zum anderen weil herbst des lebens einfach zu naheliegen ist. gezeichnet empfand ich ahnlich, als zu feststehenden begriff: vom leben gezeichnet.

neben der doppelbödigkeit der gartenarbeit, die der geneigte leser erkennen mag, ist es auch ein versuch den menschen, alternd, als teil der natur zu verstehen.

liebe grüße
nofrank
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